Cevapcici-Essen mit den serbischen FCB-Stars

"Die Serben sind ein wenig lockerer"

+
Savanovic, Stimac & Micic (v.l.)

München - Mit Dusko Savanovic, Vladimir Stimac und Vasilije Micic holte sich der serbische Erfolgstrainer gleich drei seiner Landsleute in den Bayern-Kader. Die tz traf sie zum Interview.

"Dobro jutro, Coach Pesic!“ Diese morgendliche Begrüßung dürfte der FCB-Trainer Svetislav Pesic in dieser Saison häufiger hören. Mit Dusko Savanovic, Vladimir Stimac und Vasilije Micic holte sich der serbische Erfolgstrainer gleich drei seiner Landsleute in den Bayern-Kader. Eine Entscheidung, die bisher von Erfolg gekrönt ist. Die „Serben-Fraktion“ versteht sich nämlich abseits und auf dem Feld blendend. Die tz traf die drei im Lokal neben dem Audi Dome, dessen Wirt passenderweise auch vom Balkan stammt, zum Cevapcici und Burek essen und sprach über Heimatgefühle und Heimweh – bevor es am Freitagabend um 20.15 Uhr gegen Mailand wieder um alles geht.

Cevapcici, Burek und Fladenbrot. Ist das heute eine Ausnahme oder dürfen Sie immer so etwas essen?

Savanovic: Klar, wir dürfen im Prinzip immer essen, was wir wollen. Aber natürlich wissen wir als Profis, was uns gut tut und was nicht. Es kommt auf die Balance an. Jeden Tag gibt es also nicht die serbische Landesküche.

Herr Micic, für Sie ist es die erste Saison fern Ihrer Heimat Serbien. Wie groß ist das Heimweh?

Micic: Es geht, denn ich wurde sehr freundlich in München und beim FC Bayern aufgenommen. Aber mir hilft es auch enorm, dass Dusko und Vladimir hier sind – und dass ich auch mit Coach Pesic serbisch sprechen kann. Wir alle sprechen ansonsten Englisch, aber viele Dinge lassen sich einfach besser in der Muttersprache klären.

Immer wenn es Ärger gibt, spricht der Coach Serbisch.

Stimac: Er spricht eigentlich einen Mix aus vier verschiedenen Sprachen: Serbisch, Deutsch, Englisch, Spanisch. Aber es stimmt, Serbisch bildet schon einen großen Anteil.

Sogar John Bryant hat verraten, dass er mittlerweile ein paar Worte spricht.

Savanovic (lacht): Ja, er hat da ein paar aufgeschnappt – vielleicht nicht die besten. Heiko Schaffartzik lernt es zum Beispiel richtig. Er versteht schon fast alles.

Ist es ein Vorteil, die Heimat des Trainers zu teilen?

Stimac: Ja und nein. Natürlich schafft das eine gewisse Verbundenheit. Er kennt jeden von uns von dem Beginn unserer Karrieren an und weiß genau, wie er jeden Einzelnen anpacken muss. Aber auf der anderen Seite erwartet der Coach aus diesem Grund manchmal vielleicht noch ein wenig mehr.

Inwiefern unterscheidet sich die serbische Mentalität von der deutschen?

Savanovic: In Serbien sind die Menschen ein wenig lockerer, würde ich sagen. Geht man dort beispielsweise zum Kaffeetrinken, kann das schon einmal drei bis vier Stunden dauern. Man nimmt sich mehr Zeit, trifft auf der Straße immer einen Bekannten und bleibt für ein Gespräch stehen. In Deutschland ist alles etwas geradliniger.

Stimac: Genau. Das ist es auch, was mir manchmal fehlt: Einfach mal in den Tag hineinleben zu können, rauszugehen und Freunde zu treffen.

Micic: Stimmt, das ist doch als Profisportler während der Saison sowieso eher selten und eigentlich nur im Sommer möglich. Aber das macht nichts. Wir haben also etwas, auf das wir uns freuen können.

Was tun Sie als Erstes, wenn Sie in der Heimat sind?

Savanovic: Ganz ehrlich? Einen Stapel Rechnungen öffnen und den Papierkram erledigen. Einige Dinge lassen sich eben nur vor Ort regeln.

Stimac: Ich gehe gleich raus und treffe meine Freunde.

Savanovic: War ja klar (lacht).

Interview: Lena Meyer

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Erste Heimpleite: Würzburg wird zum Bayernschreck
Erste Heimpleite: Würzburg wird zum Bayernschreck
EuroCup: Bayern-Baskets siegen auch im zweiten Spiel
EuroCup: Bayern-Baskets siegen auch im zweiten Spiel
Ex-Coach Bauermann fordert die Bayern: „Kein Spiel wie jedes andere ...“
Ex-Coach Bauermann fordert die Bayern: „Kein Spiel wie jedes andere ...“
Das sind Bayerns größte Stärken
Das sind Bayerns größte Stärken

Kommentare