Coach zu Verletzungssorgen und seine Zukunft

Pesic im Interview: "Ich plane mit Bayern"

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Svetislav Pesic.

München - Weiter geht's! Heute um 20 Uhr treffen die FCB-Baskets in ihrem zweiten Eurocup-Spiel auswärts auf Bamberg. Das Interview mit Trainer Svetislav Pesic.

Die Voraussetzungen für das Spiel sind nicht die Besten. Zuletzt verloren die Münchner dort in der BBL (63:80), und auch die personelle Situation bleibt angespannt. Die tz sprach mit Trainer Svetislav Pesic:

Herr Pesic, die aktuelle Lage Ihres Teams ist nicht die Beste. Die Verletzungs- und Krankheitsmisere scheint kein Ende zu nehmen…

Pesic: Bisher haben wir, was das angeht, viel Pech gehabt. Erst gestern habe ich Bescheid bekommen, dass Paul Zipser aufgrund von Grippesymptomen zum Arzt musste, und auch Jan Jagla konnte die letzten Tage aufgrund eines Virus nicht trainieren. Hinzu kommen die vielen Verletzten. Das ist frustrierend und erschwert unsere Situation sehr.

Auch Neuzugang Bo McCalebb fällt lange aus. Eigentlich hatte er die Verletzungsmisere kompensieren sollen.

Pesic: Wir müssen nun erst einmal sehen, wie sich Bos Verletzung entwickelt. Er wird heute operiert. Erst dann kann man absehen, wie lange er brauchen wird, um wieder ins Training einsteigen zu können.

Sein Vertrag läuft Ende Januar aus. Geht es für ihn überhaupt beim FC Bayern weiter?

Pesic: Das wird sich zeigen. Wir werden uns zusammensetzen und beratschlagen, ob eine weitere Verlängerung Sinn macht.

Auch Vasilije Micic und Robin Benzing fehlen weiterhin. Ihr Kapitän, Bryce Taylor, und Anton Gavel sind erst kürzlich in den Kader zurückgekehrt.

Pesic: Wenn man mich momentan nach der Leistung meines Teams befragt, spreche ich in allererster Linie über unsere derzeitige gesundheitliche Situation. Das ist derzeit unser größter Schwachpunkt. Ich wüsste gern, wo wir jetzt wären, wenn wir nicht diese Probleme hätten und gehabt hätten. Natürlich will ich damit nicht sagen, dass wir ohne diese Verletzungssorgen ausschließlich gewonnen hätten – trotzdem denke ich, dass unsere jetzige Situation um einiges besser ausgesehen hätte. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich in meiner bisherigen Trainerkarriere mit so vielen gesundheitlichen Problemen konfrontiert wurde.

Hätte man früher personell reagieren müssen – und wie geht es nun weiter?

Pesic: Wer mich kennt, weiß, dass ich prinzipiell kein Freund von Nachverpflichtungen bin. Im Falle von Bo McCalebb haben wir aber definitiv die richtige Entscheidung getroffen. Vielleicht hätte man da allerdings bereits im September reagieren müssen, als klar wurde, dass Bryce Taylor wahrscheinlich länger ausfällt. Allerdings muss man immer mit einbeziehen, dass es ein Budget gibt, dass eingehalten werden muss. Viele denken fälschlicherweise, dass unsere finanziellen Mittel unbegrenzt sind – aber das ist nicht der Fall. Ich denke, dass wir nun keine Veränderungen am Kader mehr vornehmen werden.

Heute treffen Sie im Eurocup auf Bamberg. Zuletzt lief es für Sie dort in der Bundesliga nicht gut…

Pesic: Über Niederlagen spreche ich nicht gern. Sie gehören zum Sport dazu. Wichtig ist, dass die Mannschaft mit absolutem Einsatz und der maximalen Leistung das Fehlen der Verletzten kompensiert. Eine andere Möglichkeit gibt es momentan nicht. Ich bin aber sicher, dass uns das gelingen kann.

Ihr Vertrag läuft Ende der Saison aus. Haben Sie sich Gedanken gemacht, wie es für Sie weitergeht?

Pesic: Ich habe mir viele Gedanken gemacht – bereits bevor ich nach München gekommen bin und auch währenddessen. Als ich gerade einmal zwei Monate beim FC Bayern war, bekam ich beispielsweise ein Angebot von der türkischen Nationalmannschaft: Man wollte mich bis zu den Olympischen Spielen 2016 dort als Cheftrainer beschäftigen. Ich habe mich für München entschieden – und auch derzeit plane ich weiter mit dem FC Bayern. In den kommenden Wochen werden alle Verantwortlichen und ich uns zusammensetzen und dieses Thema besprechen.

Wo wären Sie, wenn es den FCB Basketball nicht gebe?

Pesic: Höchstwahrscheinlich in Spanien. Meine Frau und ich haben ein Haus in der Nähe von Barcelona und uns gefällt es gut dort. Die spanische Liga reizt mich ebenfalls. Aber ich fühle mich auch in Deutschland zuhause. Hier ist nach Serbien meine zweite Heimat.

Interview: Lena Meyer

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