Svetislav Pesic im Interview

"Der FC Bayern muss die erste Option sein!"

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Svetislav Pesic im Gespräch mit tz-Reporterin Lena Meyer am Gardasee

Riva del Garda - Am Freitag feiert FCB-Trainer Svetislav Pesic seinen 66. Geburtstag - und den verbringt der gebürtige Serbe im Trainingslager am Gardasee mit seiner Mannschaft. Im tz-Interview spricht er über die Änderungen im Kader der Bayern und über den weiteren, geplanten Neuzugang.

Herzlichen Glückwunsch, Svetislav Pesic! Am Freitag feiert der Trainer des FC Bayern Basketball im Trainingslager seinen 66. Geburtstag. Ob ihm sein Team gestern Abend im Testspiel gegen Dolomiti Trento ein vorzeitiges Geschenk gemacht hat, war bei Redaktionsschluss noch offen. Im tz-Interview spricht Pesic über die Kaderplanung und erklärt, was er mit einem unbegrenzten Budget anfangen würde.

Herr Pesic, der Kader wurde ordentlich verändert. Ein Muss nach dem enttäuschenden Ende der letzten Saison?

Svetislav Pesic: Wir haben oft über die Gründe für das Ende der vergangenen Saison gesprochen. Wir sind nicht sehr gut mit unseren personellen Problemen umgegangen. Mit jedem Ausfall sind wir nervöser geworden, und waren verunsichert. Die Spieler hatten mehr und mehr Angst vor Verletzungen, Angst vor Erkrankungen. Es war eine sehr anstrengende Saison für uns.

Nach der viele Spieler den Verein verlassen haben…

Svetislav Pesic: Es sind viele Verträge ausgelaufen. Nehmen wir zum Beispiel Robin Benzing, Lucca Staiger, Yassin Idbihi oder Heiko Schaffartzik. Sie alle haben viel für den FC Bayern getan, sind mit der Mannschaft in der vorletzten Saison Meister geworden. Daher werden sie auch immer in der Geschichte des Klubs bleiben. Aber Sportler wären nicht Sportler, wenn sie sich mit jeder Situation zufrieden geben und nur dafür interessieren, ob das Gehalt stimmt. Es geht um die Rolle in der Mannschaft, die Einsatzzeiten, Verantwortung. Wenn sie denken, dass ihre Ansprüche bei einem anderen Verein besser erfüllt werden, müssen sie diese Chance nutzen. Wenn der FC Bayern München nicht die erste Option ist, ist es besser, dass jeder seinen Weg geht.

Heiko Schaffartzik hätte man gern gehalten...

Svetislav Pesic: Es tut mir leid, dass Heiko nicht geblieben ist und es wäre gut gewesen, ihn weiter im Team zu haben. Deshalb haben wir probiert, ihn zu halten. Aber Heiko ist über dreißig, er steht nicht mehr am Anfang seiner Karriere. Wenn er noch einmal im Ausland Fuß fassen will, ist das völlig legitim. 

Mit Deon Thompson, Alex Renfroe & Co. haben Sie namenhafte Neuzugänge verpflichtet. Was war Ihnen dabei wichtig?

Svetislav Pesic: Alle diese Spieler haben eine große Gemeinsamkeit: Sie wollten unbedingt Teil des FC Bayern werden. Deon Thompson hat in der vergangenen Saison, in der er in China gespielt hat, gemerkt, dass für ihn ein Verein wie der FC Bayern München die erste Option ist. Ich habe ihm bereits im vergangenen Jahr gesagt, dass ein Spieler nicht nur aufs Gehalt schauen sollte. Das war in China natürlich höher. Aber die oberste Priorität muss sein, gute Möglichkeiten bei einem Verein zu haben. John Bryant, der seinen Vertrag bei uns verlängert hat, ist ein gutes Beispiel dafür.

Wie lief die Verpflichtung von Renfroe?

Svetislav Pesic: Ende der vergangenen Saison hat sein Agent mich gefragt, ob wir Interesse an Alex haben. Ich wollte erst mit ihm persönlich sprechen. Alex wollte unbedingt zu uns kommen, mit einer Bedingung: Er wollte einen Zweijahresvertrag. Er will hier etwas aufbauen.

Hat Ihnen auch ein Wunschkandidat abgesagt?

Svetislav Pesic: Man muss das realistisch sehen und wissen, zu was wir in der Lage sind. Der Verein ist noch nicht so weit, die besten Spieler Europas zu holen. Für unsere kurzfristigen, sportlichen Ziele wie die Meisterschaft haben wir genügend Qualität. Und was meine Wünsche angeht: Ich wollte dass Thompson kommt - er ist da. Ich wollte Bryant halten - das hat geklappt. Renfroe, Maxi Kleber, Andreas Seiferth - sie alle sind da.

Ein Neuzugang soll angeblich noch kommen…

Svetislav Pesic: Ja, wir beobachten weiterhin den Markt, allerdings haben wir noch keine definitive Entscheidung getroffen, auf welcher Position wir uns verstärken werden. Ich will den aktuellen Kader erst einmal gemeinsam spielen sehen und sehen, was uns fehlt.

Nehmen wir an, Sie bekommen zum Geburtstag ein unbegrenztes Budget geschenkt. Welchen Spieler holen Sie?

Svetislav Pesic (lacht): Gute Frage! Es gibt einige europäische Spitzenspieler. Mir wäre wichtig, dass ich denjenigen kenne… (Pesic denkt nach) Vielleicht Nemanja Bjelica, der zuletzt bei Fenerbahce gespielt hat. Er ist sehr vielseitig und ein sehr guter Teamplayer. Oder aber Sergio Llull von Real Madrid. Auch ein Spieler, der alles für die Mannschaft gibt, aber auch Verantwortung für die Resultate übernimmt. Wie gesagt, es muss immer einer sein, der ins Team passt und es besser macht.

Interview: Lena Meyer

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