FCB-Trainer bestätigt seine Entscheidung

Pesic: „Es geht mir ums Team“

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Svetislav Pesic (r.) mit Sohn Marko

München - Tritt er zurück, oder nicht? Die Entscheidung, die Svetislav Pesic am Sonntag verkündete, ist wohl fix.

Wenn es nicht so kalt gewesen wäre, hätte man am Sonntag meinen können, es sei schon der erste April. Nach dem Sieg gegen Frankfurt erklärte FCB-Trainer Svetislav Pesic, dass er zum Ende der Saison mit „99-prozentiger Wahrscheinlichkeit“ zurücktreten wolle. Diesen Gedanken habe er bereits länger, so der Coach. Der Grund: Er störe sich an der Art und Weise, mit der die Schiedsrichter in der BBL agieren. Pesic kassierte in der Vergangenheit immer wieder technische Fouls, weil er die Seitenlinie übertreten hatte. Am Sonntag musste er nach zwei Fouls aus diesem Grund in der entscheidenden Phase die Halle verlassen. Aber wie ernst sind Pesics Rücktrittsgedanken wirklich? Schließlich hat der Serbe noch einen Vertrag bis 2017. Und warum suchte sich der Trainer ausgerechnet diesen Zeitpunkt – zwei Tage vor dem Viertelfinalhinspiel im Eurocup gegen Galatasaray Istanbul (heute, 20.00 Uhr) – aus? Die tz klärt die wichtigsten Fragen.

Will Pesic wirklich zurückgetreten? Am Sonntag ließ sich der 66-Jährige zwar noch ein kleines Hintertürchen auf, allerdings wiederholte der Coach immer wieder, dass es sich nicht um eine „aus der Emotion“ getroffene Entscheidung handle. Das bestätigte er auch einen Tag später der tz. „In der Vergangenheit sind einfach so viele Dinge vorgefallen. Damit meine ich nicht nur die technischen Fouls gegen mich und meine Assistenztrainer“, so Pesic. Ein weiteres Beispiel sei das Wiederholungsspiel in den Playoffs 2014 gegen Ludwigsburg gewesen. „So bringt es keinen Spaß“, erklärte er gestern. Es sei außerdem bezeichnend, dass er in der Euroleague in der laufenden Saison noch kein technisches Foul bekommen habe. Pesic zur tz: „Es geht mir um das Team. Ich will meinen Spielern nicht schaden, indem ich immer wieder Fouls bekomme. Insofern halte ich es für besser, wenn ich nicht mehr in der BBL als Trainer arbeite.“

Warum dieser Zeitpunkt? Dass das Sportliche nach seiner Entscheidung in den Hintergrund rücken würde, war Pesic sicherlich bewusst. Auch, wenn er sich von nun an erst einmal nicht weiter zum Thema äußern will. „Wie es genau weitergeht – das ist eine Sache mit der ich mich nach der Saison beschäftigen werde. Nun steht erst einmal das wichtige Spiel gegen Galatasaray an. Und da gibt es andere Themen.“ Zum Beispiel die Verletzungssorgen der Münchner. Nihad Djedovic (Wade), Dusko Savanovic (Magen-Darm) werden wohl nicht spielen können. Auch Deon Thompsons Einsatz ist fraglich. Weitere Spieler sind angeschlagen. Durch Pesics Bekanntmachung dürfte zumindest der öffentliche Druck vor dem Spiel etwas geringer sein.

Was sagt die Liga? Seit dieser Saison ist festgelegt worden, dass das Übertreten der Seitenlinie mit beiden Beinen – sofern es sich um die ballnahe Seite handelt – stärker geahndet wird. So, wie es auch am Sonntag der Fall war. „Die Szenen waren eindeutig“, sagte Schiri-Boss Boris Schmidt zum Münchner Merkur. Allerdings würde er es sehr bedauern, wenn Pesic abtreten würde. Schmidt: „Solche Charaktere braucht die deutsche Liga.“ Er werde das Gespräch mit dem FCB-Trainer suchen.

Wie geht es nach der Saison weiter? Ob Pesic noch einmal umgestimmt werden kann, ist fraglich. Fakt ist jedoch, dass der Coach nur vom Ende seiner Arbeit in der Bundesliga sprach. Eine Doppellösung, heißt, dass er nur die internationalen Spiele betreue und sein Co-Trainer Emir Mutapcic den Rest übernehme, würde ihm gefallen, so Pesic. Allerdings ist sehr fraglich, ob das eine umsetzbare Lösung ist. FCB-Geschäftsführer Marko Pesic sagte am Sonntag: „So etwas ist nicht möglich.“

Lena Meyer

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