Der FCB-Rückkehrer im Interview

Thompson: Darum wollte ich zurück!

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Deon Thompson und tz-Reporterin Lena Meyer

München - Nach nur einer Saison Auszeit ist Deon Thompson wieder ein Bayer. Der Power Forward verbrachte die vergangene Spielzeit in China und Israel, nun will er wieder die Münchner tatkräftig unterstützen. Das tz-Interview.

„Ich betrachte Deon gar nicht als Neuzugang“, so formuliert Coach Svetislav Pesic die Rolle seines neuen-alten Power Forwards. Deon Thompson, der nach geplatzten Verhandlungen mit den Bayern im vergangenen Sommer für eine Saison nach China wechselte, und danach einige Monate für Hapoel Jerusalem in Israel auf dem Parkett stand, kehrte in diesem Sommer an die Isar zurück. Der 26-Jährige der bereits in der Meisterschaftssaison (2013/2014) die Münchner Fans begeisterte, ist mehr als froh, wieder beim FC Bayern Basketball zu sein. In der tz erklärt er, was er am meisten vermisst hat und warum er sich im vergangenen Jahr besonders persönlich weiterentwickelt hat.

Herr Thompson, Willkommen zurück in München beim FC Bayern!

Thompson: Danke! Es freut mich wirklich sehr, dass ich die Chance bekommen habe, zurückzukehren.

Wie kam’s?

Thompson: Marko und ich haben eigentlich die gesamte Zeit über Kontakt gehalten. Auch als ich in der vergangenen Saison in China gespielt habe, ist dieser nicht abgerissen. Es gab sogar kurzzeitig die Überlegung, dass ich schon Mitte der vergangenen Spielzeit zurück nach München kommen könnte. Aber die Saison in China ging über das Ende der Wechselfrist in der BBL hinaus, insofern war das Ganze dann leider zu diesem Zeitpunkt noch nicht realisierbar. Ich habe also in Israel gespielt, danach begannen dann konkrete Verhandlungen mit dem FC Bayern. Und es hat funktioniert.

Einige Ihrer ehemaligen Mitspieler haben sich in diesem Sommer gegen die Verlängerungen ihrer auslaufenden Verträge entschieden – ein Beispiel ist Heiko Schaffartzik. Was sind die Gründe dafür, dass Sie so gern zurückkommen wollen?

Thompson: Mir gefallen einfach die Organisation und vor allem die Ziele und Ambitionen des FC Bayern. Diese decken sich sehr mit meinen persönlichen: Der FC Bayern Basketball ist auf dem Weg, etwas Großes aufzubauen, will sich sowohl an der Spitze in Deutschland als auch langfristig auf europäischer Ebene etablieren. Das ist bei mir genauso: Ich will beweisen, dass ich einer der besten Power Forwards Europas werden kann.

Ist es einfacher, das bei einem eher jungen Verein zu tun, als bei einem Klub, der bereits an Europas Spitze steht?

Thompson: Ich würde sagen Ja! Wenn ein Verein den Anspruch hat, sich immer weiterzuentwickeln und besser zu werden, kann man sich auch als Spieler besser beweisen. Hinzu kommt, dass wir mit Coach Pesic einen der besten Trainer Europas haben, der es versteht, immer das Maximum aus seinen Spielern herauszuholen.

Der Coach sagte, er habe das Gefühl, dass Sie sich im vergangenen Jahr auch persönlich weiterentwickelt hätten, noch reifer seien. Haben Ihre Stationen in China und Israel dazu beigetragen?

Thompson: Absolut! Meine Zeit in China war natürlich eine interessante Erfahrung. Das Land, die Menschen, sogar das Essen sind einfach komplett anders und sehr speziell. Mein Aufenthalt in Israel hat mir besonders persönlich und spirituell viel bedeutet. Als Gläubiger plötzlich an den vielen heiligen Orten zu sein, von denen ich in der Bibel gelesen hatte, war ein unglaubliches Gefühl. Ich denke, ich bin nach dieser Zeit mental und spirituell an einem ganz neuen Punkt in meinem Leben angekommen. Das betrifft alle Bereiche...

Sie haben Sich im Sommer verlobt, oder? Glückwunsch!

Thompson: Stimmt (lacht). Danke! Ich habe auch in meiner Beziehung einen entscheidenden Schritt gemacht. Als meine Freundin Amber und ich in Tansania im Urlaub waren, habe ich sie nach einem Abendessen gefragt, ob sie mich heiraten will. Sie hat Ja gesagt (lächelt).

Wie kam es zum Reiseziel Tansania?

Thompson : Ich wollte schon immer eine Safari machen! Ich liebe Tiere. Sie im Zoo zu sehen, ist da eine Sache, aber sie beobachten zu können wie sie in freier Wildbahn leben... das ist etwas ganz Besonderes. Eine weitere tolle Erfahrung!

Was haben Sie an München am meisten vermisst?

Thompson (lacht): Die Struktur! In Deutschland ist alles irgendwie geordneter.

Etwas, das nicht unbedingt allen gefällt...

Thomspn (lacht): Stimmt vielleicht, aber ich finde das gut. Ich komme aus Kalifornien, da ist immer etwas los. Die Menschen tun immer tausend Dinge gleichzeitig, es gibt unendlich viele Möglichkeiten. Insofern schätze ich die Struktur hier. Und Bayern, die Menschen, die Landschaft - das ist einfach etwas ganz Besonderes!

Interview: Lena Meyer

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