tz-Interview über WM, EM und den FCB

TV-Experte Roller: "Der Erfolg ist schwer planbar"

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Pascal Roller, Sport1-Experte, WM-Dritter 2002.

München - Die tz sprach mit Pascal Roller (122 Länderspiele, WM-Dritter 2002) über die Weltmeisterschaft, die EM-Vorrunde 2015 in Berlin, sein Basketball-Projekt in Hamburg und den FC Bayern Basketball.

Pascal Roller (37) war als Experte für Sport1 im Einsatz, als die Basketball-Welt eine der größten Überraschungen der vergangenen Jahre erlebte. Mit 52:65 verlor Gastgeber Spanien – als Nummer zwei der Weltrangliste hoch gewetteter Favorit auf den Weltmeister-Titel – im Viertelfinale in Madrid gegen Frankreich. Die Franzosen spielen damit im heutigen Halbfinale ab 21.55 Uhr im Livestream auf Sport1.de gegen Serbien. Das WM-Finale wird am Sonntag live ab 20:45 Uhr auf Sport1 übertragen. Die tz sprach mit Roller (122 Länderspiele, WM-Dritter 2002) über die Weltmeisterschaft, die EM-Vorrunde 2015 in Berlin, sein Basketball-Projekt in Hamburg und den FC Bayern Basketball.

Herr Roller, was ist mit den Spaniern passiert?

Pascal Roller: Es war eine Demontage für die Nation mit den größten Hoffnungen. Ich habe auch die ganzen Tweets der spanischen Spieler gelesen, alle sind ratlos. Aber: Man muss auch anerkennen, dass die Franzosen ausgezeichnet gespielt haben. Das war eine große Leistung. Sie haben das Spiel langsam gemacht und damit ein „low scoring game“ erzeugt – und bei den Spaniern ist der Knoten nicht geplatzt.

Blicken wir nach Deutschland. Die FIBA Europe hat eine der Europameisterschafts-Vorrunden 2015 nach ­Berlin vergeben. Was bedeutet das für Basketball hierzulande?

Pascal Roller: Es ist ein wichtiges Zeichen, dass die Nationalmannschaft hier präsent ist. Basketball rückt dadurch mehr in den Fokus, und die Nationalmannschaft ist einfach das Zugpferd, sie hat ja auch durch Dirk Nowitzki viel an Popularität dazu gewonnen. Insgesamt sehe ich die Entwicklung im deutschen Basketball positiv, da ist eine Mannschaft mit viel Potenzial, die Anzahl der Talente ist größer geworden. Um etwas aufzubauen, müssen die Nationalspieler so oft wie möglich zusammenkommen. Mit den individuellen Zielen, wie zum Beispiel der Teilnahme an der NBA Summer League, lässt sich das dann jedoch wiederum nur schwer kombinieren. Ich würde mir da in Zukunft ein klareres Commitment seitens der Spieler zur Nationalmannschaft wünschen.

Als geschäftsführender Gesellschafter stehen Sie hinter dem Basketball-Projekt in Hamburg, einem Noch-Zweitligisten. Wie sehen Sie da die Entwicklung?

Pascal Roller: Hamburg hat viel Potenzial, aber die Konkurrenz ist groß. Es ist jetzt nicht so, dass wir quasi im Vorbeigehen die Partner und Unterstützer ins Boot holen. Das Projekt ist aber greifbar, wir hoffen, dass wir in zwei oder drei Jahren in der BBL spielen.

Sport1 überträgt auch die Basketball-Königsklasse ­Euroleague. Was trauen Sie dem Deutschen Meister FC Bayern zu? Vielleicht den nächsten Schritt in die Final Four?

Coach Pesic startet mit Meister Bayern in der Euroleague.

Pascal Roller: So hoch würde ich nicht greifen. Der FC Bayern hat natürlich tolle Entwicklungsmöglichkeiten, aber auch hier gilt: Erfolg ist schwer planbar. Bayern ist gut genug aufgestellt, um international anzugreifen, tritt aber gegen einige international gestandene Klubs an. Sie sollten im ersten Schritt versuchen, den Erfolg aus dem letzten Jahr zu bestätigen, und könnten sich zum Ziel setzen, eine Runde weiterzukommen.

Interview: Bernd Brudermanns

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