S-Bahn München: Polizeieinsatz auf Stammstrecke - Alle Linien verspätet

S-Bahn München: Polizeieinsatz auf Stammstrecke - Alle Linien verspätet

tz-Interview mit Jörg Lütcke

Vor ALBA gegen Bayern: "Emotionen ja, Hasskappe nein"

+
Anton Gavel (r.) und Dusko Savanovic (l.) vom FC Bayern kämpfen mit Jordan Taylor von Berlin um den Ball.

München - Vor dem Eurocup-Achtelfinale zwischen Alba Berlin und dem FC Bayern spricht die tz mit Ex-National- und Alba-Berlin-Spieler Jörg Lütcke über das Spiel. 

ALBA-Wochen bei den FCB-Basketballern. Nach der Niederlage im Pokalfinale gibt’s am Dienstag im Hinspiel des Eurocup-Achtelfinals in Berlin die Gelegenheit zur Revanche. Danach geht’s noch weitere zwei Mal gegen ALBA, in der Liga am Sonntag und im Europacup am Dienstag. Das Spiel am Dienstag (19.30 Uhr) kommentiert bei Eurosport der Ex-Nationalspieler Jörg Lütcke. Der 40-jährige Arzt hat die ganz großen Zeiten der Berliner mitgeprägt, war siebenmal Deutscher Meister, gewann 2002 WM-Bronze. Die tz sprach mit ihm über die besondere Verhältnis Bayern-Berlin. 

Herr Lütcke, warum ist Berlin gegen Bayern die neue große Rivalität im deutschen Basketball? 

Lütcke: Das hat viele Gründe. Zum einen war Svetislav Pesic ja Trainer in Berlin, er hat den Klub groß gemacht. Zum zweiten hat Marko Pesic hier gespielt. Und als der Trainer ging, gab es einige Unstimmigkeiten. Dazu kommt, dass ALBA-Spieler von den finanziell kräftigeren Bayern abgeworben wurden. Und dann wäre da noch die Fußballgeschichte der Bayern. Vielleicht haben deshalb auch einige in Berlin die Hasskappe auf. Es ist halt auch ein Duell der Großen gegen die Kleinen. 

Aber ALBA ist doch nicht wirklich ein kleiner Klub? 

Lütcke: Nein, aber der Klub hat in den vergangenen Jahren eher Geld in die Jugend gesteckt als in die erste Mannschaft investiert. 

Von Seiten der ALBA-Fans gab es in der Vergangenheit recht heftige Anfeindungen gegen die Bayern – Stichwort das Trikot des Ex-Berliners und mittlerweile auch Ex-Bayern Heiko Schaffartzik am Kreuz. Wie schätzen Sie das ein? 

Lütcke: Vielleicht wurde das alles auch zu hochgekocht. Auf der anderen Seite hat Heiko dann bei seiner Verbeugung vor den ALBA-Fans auch noch mal Öl ins Feuer gegossen. Ich finde Emotionen beim Basketball gut, solange alles im Rahmen bleibt. 

Svetislav Pesic gegen Sasa Obradovic ist das Duell Lehrer gegen Schüler, inwieweit spielt das noch eine Rolle? 

Lütcke: Die beiden kennen sich natürlich sehr gut, der Coach hat Sasa damals nach Berlin geholt. Beide haben eine ähnliche Basketball-Philosophie – und die beruht auf harter Verteidigung. Aber klar ist: Die aktuellen Bayern sind vom Talent her besser besetzt. 

Wenn Sie an die großen Zeiten von ALBA zurückdenken: Was fällt Ihnen da ein? 

Lütcke: Die Chemie im Team machte es aus. Wir hatten Spieler wie Henning Harnisch und Wendell Alexis, dazu kamen die jungen wie Marko Pesic, Mithat Demirel oder ich. Wir kannten uns ja schon aus den Jugendmannschaften. Und Trainer Pesic war der Feldherr. Aber er hat jeden gleich behandelt.

Und wer ist am Mittwoch im Vorteil? 

Lütcke: Für ALBA könnte der Pokalsieg sogar ein kleiner Nachteil sein, weil man nach so einem Erfolg auch mal in ein Loch fällt. Auf der anderen Seite werden die Emotionen von Beginn an da sein. Ich bin sehr gespannt… 

Interview: Bernd Brudermanns

Auch interessant

Meistgelesen

Achtung Bayern, jetzt wird es wichtig!
Achtung Bayern, jetzt wird es wichtig!
Bayern-Baskets: Arbeitssieg gegen das Schlusslicht
Bayern-Baskets: Arbeitssieg gegen das Schlusslicht
Hoeneß: “Sticheleien gehören dazu - das ist mir sogar viel zu selten“
Hoeneß: “Sticheleien gehören dazu - das ist mir sogar viel zu selten“
FCB-Baskets erkämpfen sich das Top16-Ticket
FCB-Baskets erkämpfen sich das Top16-Ticket

Kommentare