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Saudis steigen mit Großinvestment bei Aston Martin ein – wird es Vettel nun zu viel?

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Von: Antonio José Riether

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Die Zukunft von Sebastian Vettel bei Aston Martin ist ungewiss. Sein Rennstall ging nun eine umstrittene Partnerschaft mit Saudi-Arabien ein.

Gaydon – Gerade einmal die Hälfte der diesjährigen Formel-1-Saison ist rum und schon schießen Gerüchte um die Zukunft von Sebastian Vettel aus dem Boden. Der Pilot wurde kürzlich mit einem Wechsel zu einem anderen Rennstall in Verbindung gebracht, doch auch ein Rücktritt nach der Saison ist denkbar. Aston-Martin-Teamchef Mike Krack brachte kürzlich auch eine Verlängerung mit Vettel ins Gespräch. Der neue Geldgeber des britischen Rennstalls, der mächtige saudische Staatsfonds, könnte jedoch eine Weiterbeschäftigung mit dem 35-Jährigen verhindern.

Sebastian Vettel
Geboren: 3. Juli 1987 in Heppenheim
Rennstall: Aston Martin
Vertrag bis: Ende 2022
Größte Erfolge: 4 x Formel-1-Weltmeister (2010, 2011, 2012, 2013)

Sebastian Vettel: Aston-Martin-Pilot setzt politische Statements – Rennen für Frauen in Saudi-Arabien

Vettel gilt als eine der kritischen Stimmen in der Rennserie und positioniert sich regelmäßig zu den großen gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit. Dazu gehört auch, dass der Hesse selbst bei Rennen in Ländern mit autoritären Regimes Zeichen setzt. So trug Vettel etwa beim Grand Prix in Ungarn 2021 Schuhe und ein T-Shirt in Regenbogenfarben, um auf die Unterdrückung der LGBTQ+-Community im Land aufmerksam zu machen.

Vor allem in arabischen Ländern mit repressiven Gesetzen gegen LGBTQ+ und Frauen setzt sich Vettel besonders ein. Beim letztjährigen Rennen in Saudi-Arabien präsentierte er nicht nur einen Regenbogen-Helm, sondern veranstaltete auch ein Kartrennen, bei dem nur Frauen und Mädchen teilnehmen durften.

Erst seit wenigen Jahren ist den Frauen in Saudi-Arabien das Autofahren gestattet, was Vettel zum Anlass nahm, das Rennen unter dem Motto „Race4Women“ in Dschidda abzuhalten. Vettel übte damals Kritik, drückte sich jedoch noch sehr neutral aus. „Manches ist nicht so, wie es sein sollte“, merkte er bezüglich der Menschenrechtslage im Wüstenstaat an.

Aston Martin: Neuer Geldgeber aus Saudi-Arabien – Staatsfonds steigt zum zweitgrößten Aktionär auf

Seit diesem Jahr kooperiert Vettels Rennstall Aston Martin mit dem saudischen Ölkonzern „Aramco“, der seit Beginn der Saison auch Titelsponsor der Briten ist. Nun kündigte der Sportwagenhersteller an, mit Geld aus dem Königreich einige Schuldenlöcher stopfen zu wollen.

„Aramco“ steht auf der Jacke von Sebastian Vettel, seit diesem Jahr ist das saudische Ölunternehmen Titelsponsor von Aston Martin.
„Aramco“ steht auf der Jacke von Sebastian Vettel, seit diesem Jahr ist das saudische Ölunternehmen Titelsponsor von Aston Martin. © Alexander Neis/imago-images

Genau gesagt rückt ein saudischer Staatsfonds beim Hersteller durch eine Kapitalerhöhung zum zweitgrößten Aktionär mit einem Anteil von rund 17 Prozent auf. Das erklärte Aston Martin am Freitag. Etwa 9,7 Prozent hält Mercedes-Benz nach der Kapitalerhöhung inne, etwa 22 Prozent hält Lawrence Stroll, Vater von Pilot Lance Stroll, der unlängst von einem TV-Kommentator beleidigt wurde.

Aston Martin: Vettel-Rennstall will Milliarden-Schulden mit Saudi-Partnerschaft entgegenwirken

Durch den sogenannten „Public Investment Fund“ wird Aston Martin rund 653 Millionen Pfund, also etwa 771 Millionen Euro, einnehmen. Die Schulden beliefen sich Ende März noch auf rund 957 Milllionen Pfund, also über eine Milliarde Euro. Um dem Minus entgegenzuwirken, wurde nun der saudische Staatsfonds, der seit 2021 auch 80 Prozent des englischen Erstligisten Newcastle United erwarb, nun in den Kreis der Anteilseigner aufgenommen.

Aston-Martin-Routinier Sebastian Vettel dürfte das kaum gefallen. Nur noch dieses Jahr läuft sein Vertrag bei Aston Martin, wie es mit dem Fahrer weiter geht, ist ungewiss. Der umstrittene Partner ist jedoch mit Sicherheit kein Argument für einen Verbleib des Heppenheimers über das Jahresende hinaus. (ajr)

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