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Irres F1-Finale! Doch Ex-Boss Ecclestone wettert gegen FIA: „Desaster für Formel 1“

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Bernie Ecclestone Formel 1 GRAZ,AUSTRIA,07.OCT.21
Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat eine klare Meinung zum Regelchaos. © Mario Buehner/imago

Bernie Ecclestone (91) war bis 2017 Formel-1-Boss. Der tz verriet er, wie er das irre Finale in Abu Dhabi verfolgt hat.

Herr Ecclestone: Was sagen Sie zum WM-Ausgang?

Ecclestone: Es ist ein Desaster für die Formel 1. Der Sport leidet darunter, dass es nicht mehr nur um den reinen Wettkampf geht, sondern nur noch um das Interesse von wenigen Einzelnen. Es ist ein Witz, wie jeder hören kann, dass Teamchefs wie Toto Wolff während eines Rennens versuchen, Entscheidungen der Rennleitung zu beeinflussen. Und wie man bei Red Bull gleichzeitig sich genötigt sieht, sich gegen diese versuchte Einflussnahme zu verteidigen. Der tolle Sport, den Max Verstappen und Lewis Hamilton da geboten haben, geht deswegen völlig unter. Es ist eine Schande.

Ist Verstappen ein verdienter Weltmeister?

Ecclestone: Absolut. Er hat sich mit seinen jungen Jahren gegen Lewis Hamilton durchgesetzt, einen der besten Piloten aller Zeiten. Und das nicht nur auf der Strecke. Denn Hamiltons Team hat alle Register gezogen, auch medial, um Max zu verunsichern. Da kann man schon fast von Mobbing reden. Dazu kommt: Über das Jahr gesehen hatte Mercedes das schnellere Auto, deshalb gewannen sie auch relativ überlegen den Konstrukteurstitel. Das wertet den Fahrertitel von Max noch mal auf. Denn es zeigt, dass er als Fahrer den Unterschied machen konnte.

Wie hätten Sie die Saison moderiert, speziell den Sonntagabend?

Ecclestone: So weit wäre es nie gekommen. Ich hätte zum Beispiel nie zugelassen, dass während des Rennens übers Fernsehen die ganzen Funksprüche von Teamchefs zur Rennleitung zu hören sind. In meiner Zeit hatte es auch Streitereien gegeben. Dann habe ich alle Herren zu mir ins Zimmer gebeten und die Sache in einem Gespräch geklärt.

Sie können den Protest von Mercedes also nicht nachvollziehen?

Ecclestone: Nein. Im Gegenteil. Wenn ich Mercedes-Boss wäre, würde ich ihn zurückpfeifen. Mercedes ist die älteste Automarke der Welt mit unglaublicher Tradition. Sie bauen wahrscheinlich die besten Autos der Welt. Durch den Protest erhält der Stern aber immense Kratzer.

Ihre Frau Fabiana gehört zum Team von Mohammed Ben Sulayem, der in dieser Woche zur Wahl als Nachfolger von Fia-Präsident Jean Todt antritt. Heißt das, dass im Erfolgsfall auch Sie wieder Einfluss auf die Formel 1 nehmen können?

Ecclestone: Es stimmt, meine Frau gehört zu seinem Team. Und als guter Ehemann stehe ich ihr und ihren Freunden mit Rat und Tat zur Seite. Schauen wir mal…

(Interview: Ralf Bach)

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