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Ex-F1-Boss erschüttert: Ecclestone würde sich für Putin „eine Kugel einfangen“

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Von: Antonio José Riether

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Trotz der russischen Invasion in der Ukraine äußerte sich der ehemalige Formel-1-Boss Bernie Ecclestone wieder durchweg positiv zu Wladimir Putin.

London - Seit Ende Februar tobt in der Ukraine der russische Angriffskrieg. Die Welt des Sports reagierte mit einigen politischen Entscheidungen, so wurden etwa russische Sportler von Olympia ausgeschlossen. Auch die Formel 1 positionierte sich und sagte das Rennen in Sotschi ab, zudem verlor der russische Haas-Pilot Nikita Masepin sein Cockpit. Trotz der erdrückenden Faktenlage zuungunsten des Aggressors Russland äußerte sich der ehemalige Formel-1-Boss Bernie Ecclestone jedoch wieder durchweg positiv zu Wladimir Putin.

Bernie Ecclestone
Geboren: 28. Oktober 1930
Geburtsort: Ipswich (Vereinigtes Königreich)
Ehemalige Tätigkeiten: Funktionär, Unternehmer, Geschäftsführer der Formel-1-Holding (bis 2017)

Ex-Formel-1-Chef Bernie Ecclestone würde für Wladimir Putin „eine Kugel einfangen“

Am Donnerstagmorgen wurde der 91-Jährige beim ITV-Sender ‚Good Morning Britain‘ zur aktuellen Kriegsthematik interviewt und lieferte erneut verstörende Aussagen. Bereits Anfang März hatte der Brite den russischen Präsidenten Putin als „ehrenwerten Mann“ bezeichnet, der nie etwas gemacht habe, „was den Menschen nicht gut getan hat“. Die vergangenen Wochen und Monate, in denen tausende Zivilisten auf Seiten Ukraine ihr Leben verloren, lösten allerdings kein Umdenken bei Ecclestone aus.

Dieser war erneut voller Lob für Putin, den er als „eine erstklassige Persönlichkeit“ bezeichnete. „ So meinte er gegenüber der Morgen-Show etwa, er „würde noch immer für ihn durchs Feuer gehen“. Dabei blieb es allerdings nicht, Ecclestone behauptete im gleichen Interview noch, er würde sich für das russische Staatsoberhaupt „eine Kugel einfangen“.

Russische Invasion laut Bernie Ecclestone „keine Absicht“ von Wladimir Putin

„Er tut das, von dem er dachte, dass es das Richtige für Russland ist“, meinte der ehemalige Formel-1-Geschäftsführer, der jedoch auch andeutete, dass Putin Fehler gemacht habe. Dies passiere jedoch, nun müsse er schauen, dass er bestmöglich aus der Situation herauskomme. Die Invasion in der Ukraine sei „keine Absicht“, führte er seine Behauptungen fort.

Wladimir Putin (r.) und Bernie Ecclestone beim Formel-1-Rennen in Sotschi 2014.
Wladimir Putin (r.) und Bernie Ecclestone beim Formel-1-Rennen in Sotschi 2014. ©  Motorsport Images/imago-images

Formel 1 reagiert auf Ecclestone-Aussagen - „Steht in krassem Gegensatz zu den Werten unseres Sports“

Doch Ecclestone schockierte die Zuschauer nicht nur mit den Lobeshymnen auf Putin, der den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg einleitete. Auch kritisierte er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Dieser habe es laut Ecclestone verpasst, mit Putin zu sprechen. „Hätte er sich genug Gedanken gemacht, dann hätte er sich bemüht, mit Putin darüber zu reden“, meinte der ehemalige Automobilsport-Funktionär. „Die andere Person in der Ukraine war, soweit ich weiß, von Beruf Komiker - und ich glaube, dass er diesen Beruf weiter ausüben will.“

Sofort reagierte die Formel 1 auf die Aussagen des ehemaligen Repräsentanten der Motorsportserie. Ein Sprecher stellte klar, dass es sich bei den Kommentaren Ecclestones um dessen „persönliche Ansichten“ handle, diese stünden „in einem krassen Gegensatz zu den modernen Werten unseres Sports“. Derzeit hat die Formel 1 auch mit einem Rassismus-Eklat zu kämpfen, die Baustellen werden also nicht weniger. (ajr)

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