Williams bestätigt

Bottas als Rosberg-Nachfolger zu Mercedes

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Ab nächster Saison Teamkollegen: Valtteri Bottas (r.) und Lewis Hamilton.

Brackley - Der Finne Valtteri Bottas (27) übernimmt nach übereinstimmenden britischen Medienberichten das begehrte Mercedes-Cockpit des zurückgetretenen Formel-1-Weltmeisters Nico Rosberg.

Kein Megastar wie Vettel oder Alonso, kein hoffnungsvoller Youngster wie Wehrlein - ein flotter Finne beerbt den Weltmeister: Valtteri Bottas erhält das begehrteste Cockpit der Formel 1 und wird bei Mercedes Nachfolger des zurückgetretenen Nico Rosberg. Das gab am Montag Bottas' Ex-Team Williams bekannt. Damit fährt der als Leisetreter bekannte 27-Jährige, der in vier Jahren für Williams ohne Sieg in der Königsklasse geblieben ist, 2017 an der Seite von Alphatier und Formel-1-Superstar Lewis Hamilton.

Wehrlein zu Sauber

Mercedes-Protegé Pascal Wehrlein soll sich derweil noch ein weiteres Jahr in einem zweitklassigen Team beweisen, der DTM-Champion von 2015 wechselt von Manor zu Sauber. Den Platz von Bottas bei Williams übernimmt der eigentlich bereits zurückgetretene Brasilianer Felipe Massa, der auch in den letzten Jahren für Williams unterwegs war.

Seit dem überraschenden Karriere-Ende von Rosberg am 2. Dezember hatten Wolff und Team-Aufsichtsratschef Niki Lauda unter Hochdruck nach einem Ersatz gefahndet. Es wurden auch große Namen wie Fernando Alonso (McLaren) gehandelt, andere Hochkaräter wie Sebastian Vettel (Ferrari) oder Max Verstappen (Red Bull) waren schlicht nicht zu haben.

Für die naheliegende Lösung, den Mercedes-Junior Pascal Wehrlein (22/Worndorf) nach einer ordentlichen Rookie-Saison für das Hinterbänkler-Team Manor zu befördern, fehlte den Teamoberen wohl das Vertrauen - trotz der immensen Erfahrung, die Wehrlein bei Testfahrten und im Mercedes-Simulator sammelte.

Bottas Verpflichtung zog sich hin

Für die Verpflichtung von Bottas musste Mercedes einige Steine aus dem Weg räumen. Ein Preisnachlass im zweistelligen Millionenbereich für den Motorenkunden soll eine Rolle gespielt haben. Und es war auch Warten angesagt, bis Williams einen adäquaten Ersatz für seinen Punktegaranten fand. Dafür bewegte das frühere Weltmeister-Team nun Routinier Felipe Massa (35) zur Rückkehr aus dem Ruhestand, nachdem dieser seinen Platz Ende 2016 für den milliardenschweren Rookie Lance Stroll (18/Kanada) hatte räumen müssen.

Weiterhin entbehrt der Bottas-Transfer nicht einer gewissen Pikanterie: Toto Wolff gehörten nicht nur bis Ende 2015 Anteile am Williams-Team, der Österreicher ist auch Mitbesitzer der Sportmanagement-Firma Aces, die Bottas vor vier Jahren erst in die Formel 1 gebracht hatte. Im Gespräch mit der Gazzetta dello Sport deutete Wolff zuletzt allerdings an, dass ein Interessenkonflikt nicht auftreten werde, da für einen solchen Fall vertragliche Regelungen getroffen wurden. Natürlich könne er "keinen Mercedes-Fahrer managen oder andere kommerzielle Interessen an ihm haben", sagte Wolff: "Es wird sich kein Problem ergeben."

Von Bottas werden Siege erwartet

Bottas, der im oft überhitzten Formel-1-Geschäft stets nordisch-kühl daherkommt, steht bei den Silberpfeilen nun vor seiner Meisterprüfung. Siege und zweite Plätze sind Pflicht, die Konstrukteurs-WM das Minimum der Erwartungen. Dabei muss er gleich gegen den dreimaligen Weltmeister Hamilton bestehen - und der kündigte unlängst an, keine Gnade walten zu lassen gegen jeden, den ihm die Bosse an die Seite stellen: "Wenn du die Hitze nicht verträgst, dann komm erst gar nicht in die Küche."

Der erste Hitzetest steht schon ab 27. Februar an, wenn in Barcelona erstmals die grundlegend neu konzipierten Rennwagen für 2017 getestet werden. Am 26. März geht es in Melbourne/Australien um die ersten WM-Punkte der Saison.

SID

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