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"Wir können das Erbe nicht abbauen"

F1-Rückkehr nach Deutschland? Fans dürfen wieder hoffen

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Der Hockenheimring ist einer der möglichen Schauplätze des großen Preises von Deutschland.

Berlin - Die Formel-1-Fans in Deutschland dürfen wieder hoffen. Unter der neuen Führung ist eine Rückkehr der Königsklasse ins Schumacher-Land möglicherweise wieder eine Option.

Eine Rückkehr noch in diesem Jahr ist zwar ausgeschlossen, doch unter ihrer neuen Führung setzt die Formel 1 in Zukunft auf Deutschland und macht den Fans Hoffnung auf eine baldige Grand-Prix-Rückkehr. "Wir wollen das Erbe der Formel 1 beschützen und erhalten", sagte Ross Brawn dem Fachmagazin auto motor und sport: "Und der Grand Prix von Deutschland zählt zu diesem Erbe."

Nach dem Ende der Ära Bernie Ecclestone, der am Montag nach mehr als 40 Jahren vom neuen Eigentümer Liberty Media abserviert worden war, wird es zwar einen radikalen Kurswechsel geben. Doch es sei "eine der Stärken dieses Sports", auf die glorreiche Geschichte zu setzen. "Wir können das Erbe nicht abbauen, ohne dass es der Formel 1 schadet", sagte Brawn.

Das Rennen auf dem Hockenheimring in diesem Jahr war vom Motorsport-Weltrat der FIA aus dem Kalender gestrichen worden. Ob es im kommenden Jahr wieder einen Grand Prix auf deutschem Boden geben wird, ist noch unklar. Die Betreiber des Nürburgrings hatten zuletzt allerdings bereits ihr Interesse bekundet und sich offen für Verhandlungen gezeigt.

Dass der Rennkalender für die Ende März in Melbourne/Australien beginnende Saison kurzfristig noch geändert und schon dieses Jahr wieder in Deutschland gefahren wird, steht allerdings nicht zur Debatte. "Ich glaube nicht, dass es noch Änderungen gibt", sagte Brawn, der nun einer der drei neuen starken Männer der Formel 1 ist.

"Es ist jedem klar, dass eine Wende notwendig ist“

Der erfahrene Brite, Wegbegleiter von Rekordweltmeister Michael Schumacher bei dessen sieben WM-Titeln, sowie Geschäftsführer Chase Carey und Sean Bratches (Geschäftsführer kommerzielle Angelegenheiten) sollen die Königsklasse in die Zukunft führen - ohne teilweise drastische Einschnitte sei das nicht möglich.

"Es ist jedem klar, dass eine Wende notwendig ist. Wir müssen jedoch auch die Essenz der Formel 1 bewahren", sagte Brawn der italienischen Gazzetta dello Sport: "Mit Chase Carey als Präsident und Sean Bratches werden wir kollegiale Beschlüsse fassen. Wir werden FIA, Teams und Organisatoren einbinden. In den letzten Jahren hat die Formel 1 wenig Reaktionsfähigkeit bewiesen."

Er will einen Fünfjahresplan entwickeln und schrittweise Neuheiten einführen. "Zu schnell zu handeln, könnte kontraproduktiv sein. Wichtig ist, mehr auf die Qualität als auf die Zahl der Rennen zu achten", sagte Brawn: "Wir müssen einen Kompromiss mit den Teams finden und klar machen, dass die Mitarbeiter keine übertriebene Last aushalten können."

Die Fußstapfen von Ecclestone sind groß

Außerdem sollen auch die Meinungen der Fans berücksichtigt werden. "Wir wollen Lösungen prüfen, die die Rennen spannender machen können. Wir wollen aber auch der Versuchung widerstehen, künstlich den Wettbewerb anzustacheln", sagte Brawn: "Man braucht Geduld. Wir können nicht alles umkrempeln. Das wäre ein Fehler, denn die Formel 1 bleibt ein komplexer Sport."

Die Fußstapfen von Ecclestone sind groß, betonte der ehemalige Mercedes-Teamchef und Technische Direktor bei Ferrari. "Den Respekt müssen wir uns erst verdienen. Die Leute können nicht erwarten, dass wir Bernie kopieren. Das würde nicht funktionieren", sagte Brawn: "Es wird ein anderer Arbeitsstil werden, aber ich hoffe, er wird genauso effizient sein."

Während Ecclestone als Alleinherrscher unterwegs war, sollen die Aufgaben jetzt auf mehrere Schultern verteilt werden. Jedoch lobt Brawn Ecclestone auch: "Der Sport wäre ohne ihn heute nicht das, was er ist. Die Formel 1 steht tief in seiner Schuld."

SID

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