Schön, schnell, aggressiv - Sophia!

Diese hübsche Münchnerin (15) mischt die Formel 4 auf

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Auch den Glamourauftritt beherrscht Sophia.

München - Sophia Flörsch ist schnell unterwegs. Sauschnell. Die 15-jährige Münchnerin mischt die Formel 4 auf und hat ein ganz großes Ziel.

Sie ist sauschnell und sie will in die Formel 1, aber am Steuer des schwarzen Porsche Cayenne, der sie zum Treffpunkt mit der tz fährt, sitzt die größte weibliche Hoffnung im Motorsport nicht selbst, sondern Papa Alexander, früher selbst Rennfahrer. Klar, denn Sophia Flörsch ist erst 15 Jahre alt. Mit fünf Jahren saß die Münchnerin erstmals in einem Kart, zehn Jahre später debütiert sie in Oschersleben (15. bis 17. April) in der Formel 4 und duelliert sich mit Mick Schumacher & Co.

Da es im Umkreis keine Rennstrecken gibt, trainiert Flörsch täglich an ihrem Rennsimulator. „Die Fliehkräfte fehlen, sonst ist er sehr realitätsnah, man bekommt ein Gefühl, wie man die verschiedenen Strecken fahren muss“, sagt Flörsch. Im vergangenen Jahr in der Ginetta-Junior-Championship in England waren diese Erfahrungswerte besonders wertvoll und gewinnbringend, Flörsch glückten zwei Siege. Sponsoren zu finden ist dennoch nicht leicht, Minimum 120 000 Euro Saisonbudget sind nötig. „Wir wollen nicht nur die Frauen-Karte spielen. Sophia hat bewiesen, dass sie fahrerisch mithalten kann. Gegen den Frauen-Stempel musste sie lange kämpfen, bisher war das kein Vorteil, später könnte es einer werden“, sagt Papa Alexander.

Das Ziel für Sophia: Formel 1

In diesem Moment betritt Manfred Wölfle, Geschäftsführer der Instamotion GmbH und Sophias Unterstützer, den unprätentiösen Interviewraum in der Südlichen Münchner Straße in Grünwald, in dem auch der Simulator steht. Wölfle wirkt entspannt, plaudert gleich los und lobt Sophia. Sie sei im Nachwuchsmotorsport das Beste, das München zu bieten hat. Wölfle muss es wissen, die Familien kennen sich lange, sein eigener Sohn fuhr gegen Sophia, konnte aber nicht mithalten. Seit gut einem Jahr hilft er mit, beim Projekt Flörsch.

Kurz zuvor stockte Sophias Karriere. „2014 habe ich mich schwerer verletzt, zudem war ich im Gegensatz zu vielen Jungs zu schwer für das Kart. Da habe ich die Lust verloren, aber durch meinen Umstieg ins Auto ist es komplett anders, ich habe neuen Antrieb“, so Flörsch.

Ein Antrieb, der in der Formel 1 enden soll. Max Verstappen (18) ist dort bereits angekommen, früher fuhr er gegen Sophia: „Ich kenne ihn, seit ich elf bin, wir schreiben manchmal, er ist ein super netter Kerl und hat es wegen seiner fahrerischen Qualitäten verdient, in der Formel 1 zu fahren.“ Auch Schumacher junior kenne sie bestens, als Neunjährige rasten sie gemeinsam über die Kartstrecken, Papa Michael war Teamchef, erzählt Flörsch. „Aber sie gehen nicht miteinander“, wirft Papa Flörsch ein. Alle Beteiligten lachen, Sophia bestätigt noch einmal: „Wir sind Freunde, aber auch Konkurrenten.“

Idole Hamilton und Vettel

In der Königsklasse orientiert sie sich an Weltmeister Lewis Hamilton und Sebastian Vettel. „Früher mochte ich Hamilton nicht, aber mittlerweile ist er nicht nur ein guter Fahrer, sondern auch eine super Person. Vettel wirkt sehr bodenständig, das gefällt mir. Beide sind komplett unterschiedlich, haben aber ihre Besonderheiten“, so Flörsch.

In Sachen fahrerischer Aggressivität steht sie ihren Vorbildern in nichts nach. „Ich hatte nie das beste Material“, sagt Flörsch. „Dadurch habe ich gelernt, aggressiv zu sein und mich durchzusetzen.“ Im Unterschied zu den Ginetta-Tourenwagen (130 PS bei 900 kg) muss sie im Formel 4-Auto (160 PS bei 590 kg) Kollisionen vermeiden. „Aber wenn ich eine Lücke sehe, steche ich rein“, verspricht Flörsch. Wer nicht weiß, dass sie ein Mädchen ist, sieht es ihrer Fahrweise nicht an. Dass sie Talent hat schon, Ferrari ist aufmerksam geworden und beobachtet ihre Entwicklung. Ob sie schnell in der Formel 1 endet? Abwarten.

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