Ecclestone: Vettel auf einer Stufe mit Schumi

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Sebastian Vettel mit Michael Schumacher

Hamburg - Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat den aktuellen Weltmeister Sebastian Vettel auf eine Stufe mit Rekordchampion Michael Schumacher gestellt. Er geht sogar noch einen Schritt weiter.

„Sebastian ist jetzt in der Position, in der Michael mal war. Er ist der Beste. Deshalb ist er so dominant“, sagte Ecclestone in einem Doppelinterview mit Vettel der "Sport Bild". Der 80 Jahre alte Brite schätzt Vettels Siege in dieser Saison sogar noch höher ein als viele von Schumachers 91 GP-Erfolgen. „Die Konkurrenz, die Sebastian heute hat, ist doch viel größer als die, mit der sich Michael auseinanderzusetzen hatte. Das Feld ist viel enger zusammen. Das macht Sebs Siege doch noch viel wertvoller“, meinte Ecclestone, der Vettel zutraut, mit Red Bull eine ähnliche Ära zu prägen wie der siebenmalige Champion Schumacher zu Beginn des vorigen Jahrzehnts bei Ferrari.

Dass Vettel in diesem Jahr mit sechs Siegen und zwei zweiten Plätzen in acht Rennen die Formel 1 dominiert, stört Ecclestone nicht. „Das macht die Sache auch für die Zuschauer so interessant. Denn jetzt will jeder wissen, welcher Fahrer fähig ist, die Messlatte Sebastian Vettel zu schlagen. Das ist ein Teil der Spannung jedes Rennens“, sagte „Big Bernie“, den Vettels Leistungen in dieser Saison nicht überraschen. „Weil er diesen absoluten Siegeswillen und im Moment alles hat, was man dazu braucht. Seinen Gegnern fehlt das Gesamtpaket, das Sebastian sich selbst geschnürt hat“, sagte er: „Sebastian ist besser als alle anderen. Er hat einfach mehr Talent. Und er hat immer die Füße am Boden, kein Erfolg der Welt würde ihn abheben lassen. Das ist immens wichtig.“

Vettel liegt mit Ecclestone trotz des Altersunterschiedes auf einer Wellenlänge. „Bei all dem Glanz, der uns umgibt, vergessen einige, warum sie wirklich hier sind. Ich versuche, die Füße auf dem Boden zu halten, und fühle mich nicht besser als meine Freunde, die ich immer noch aus Schulzeiten habe“, sagte der 23-Jährige: „Ich habe etwas im Leben gefunden, das mir große Befriedigung verschafft. Und vom jetzigen Standpunkt aus gesehen: Wenn ich es müsste, würde ich sogar dafür zahlen, ein Formel-1-Auto fahren zu dürfen. Geld ist für mich kein Antrieb.“

Daher hat Vettel auch kein Problem damit, als Weltmeister auch die Formel 1 zu repräsentieren. „Rennautos zu fahren, ist meine Leidenschaft. Die Formel 1 repräsentiert das höchste Level, auf dem ich mir und anderen beweisen kann, wie gut ich bin. Ich habe Spaß dabei und werde von anderen Leuten bewundert“, sagte er: „Also ist es doch ein großes Privileg, dass ich hier bin. Deshalb bin ich der Meinung: Was der Sport mir gibt, sollte ich dem Sport zurückgeben.“

Ecclestone hatte sich einmal über Fernando Alonso beschwert, „der die Formel 1 als Weltmeister meiner Meinung nach nicht gut genug repräsentiert hat“, sagte der Brite: „Jeder Formel-1-Fahrer, ganz besonders der Weltmeister, verdankt seinen Erfolg, sein Geld und seine Popularität dem Sport. Deshalb sollte er der Formel 1 etwas zurückgeben, offen und zugänglich sein.“

Ihm gefalle nicht, meinte Ecclestone, „dass einige Fahrer so sehr unter der Fuchtel ihrer Sponsoren und Teams stehen und dadurch ihre wahre Persönlichkeit vor der Öffentlichkeit verstecken“. Bei Vettel sei das anders: „Er ist immer noch er selbst. Allerdings auch, weil Red Bull und Dietrich Mateschitz ihn lassen.“

sid

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