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Formel 1: Erneutes Ferrari-Desaster - rollen nun die ersten Köpfe?

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Von: Patrick Freiwah

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Sorgenkinder der Formel 1: Ferrari-Teamchef Mattia Binotto blickt in Ungarn auf den F1-Boliden F1-75
Sorgenkinder der Formel 1: Ferrari-Teamchef Mattia Binotto blickt in Ungarn auf den Boliden F1-75. © IMAGO/HOCH ZWEI / Italy Photo Press

Ferrari scheitert in der Formel 1 ein weiteres Mal an den eigenen Ansprüchen. In der Sommerpause könnte sich die Frage nach der Zukunft von Teamchef Mattia Binotto stellen.

Budapest - Beim 13. Saisonrennen der Formel 1 in Ungarn waren die Vorzeichen für Ferrari vielversprechend: Mit den Startplätzen zwei und drei hatten Carlos Sainz und Charles Leclerc gute Voraussetzungen, um den Titelkampf der Saison 2022 wieder spannender zu gestalten.

Neuerlich scheiterte Ferrari jedoch am eigenen Unvermögen und konnte stattdessen auf dem Hungaroring in Budapest den Erwartungen nicht gerecht werden. Zum Verhängnis wurde den Italienern eine weitere fehlgeschlagene Strategie inklusive verpatzter Boxenstopps - letztlich kam das Fahrergespann des Zweitplatzierten der Konstrukteurswertung auf den Rängen vier und sechs ins Ziel.

Ungarn-GP der Formel 1 2022: Ferrari erntet Spott für Strategie-Panne

Was nach der Vorstellung beim Ungarn-GP (Ticker zum Nachlesen) hinzukommt: Ferrari muss sich neben Kritik auch eine Menge Spott anhören. Entscheidungen hinsichtlich der Reifenwahl bringen besonders Teamchef Mattio Binotto in Erklärungsnöte. „Wir hatten sicherlich eine bessere Performance erwartet, egal, welche Reifenmischung wir einsetzten, das Auto funktionierte nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben“, ließ Ferraris Verantwortlicher für die Renntaktik wissen - und schob Äußerungen hinterher, die an dessen Seriosität rütteln.

Der 52-Jährige führte gegenüber Sky Sports F1 aus, dass er und das Team der Scuderia Ferrari einige Tage brauchen, um dem Leistungsverfall zwischen Qualifying und Rennen auf den Grund zu gehen. Außerdem sei er vom Wetterumschwung überrascht gewesen: „Die Wetterbedingungen spielten wohl eine Rolle, denn es war viel kühler als noch am Freitag.“

Dabei versetzte besonders ein Umstand die Konkurrenz und so manchen Experten der Formel 1 in Erstaunen: Charles Leclercs Ferrari wurde etwa beim zweiten Stopp mit harten Reifen bestückt, der nicht gut funktionierte – was jedoch absehbar gewesen sei. Nach nur 15 Runden wurde der WM-Zweite zurück an die Box beordert, um den Fehler zu korrigieren.

Ferrari: F1 in der Sommerpause - Wird es nun eng für Teamchef Binotto?

Laut Ex-Pilot Ralf Schumacher könnte es für Binotto in den anstehenden Wochen „nicht leicht“ werden: „Es sind zu viele Kleinigkeiten, die schiefgegangen sind, es gibt zu viele technische Probleme. Wenn man schon so ein Geschenk bekommt, wieder ein Wörtchen um den WM-Titel mitreden zu können und das so gefährdet und wegwirft, dann tut das weh“, erklärt „Schumi II“ gegenüber dem Portal Speedweek. Bei Sky sprach der TV-Experte von „vier Eiswürfeln“, mit denen der F1-75 in Ungarn zwischenzeitlich unterwegs gewesen sei.

Die italienische Presse sieht nach dem erneuten Ferrari-Patzer Rot - und bei Ferrari selbst herrscht ebenfalls Ernüchterung. Angesichts seines Rückstands von nun 80 Punkten auf Verstappen müsse man sich „mit der Weltmeisterschaft gar nicht erst beschäftigen, solange wir unsere Probleme nicht in den Griff bekommen“, erklärte Leclerc.

Rotes Desaster
Die Rennstrategie von Ferrari verbaute Charles Leclerc den Sieg in Ungarn. © Darko Bandic/AP/dpa

Mit der letztlich fahrlässigen Entscheidung sorgte Ferrari dafür, dass Weltmeister Max Verstappen in Ungarn den Sieg davontragen konnte. Red-Bull-Teamchef Christian Horner erklärte dazu gegenüber Sky Sports: "Als wir gesehen haben, dass sie Charles die harten Reifen geben, dachten wir: Jetzt haben wir eine Chance!" Immerhin konnte Carlos Sainz Jr. am Ende auf Platz vier landen.

Formel 1: Verstappen mit klarem Vorsprung - Neun Rennen sind offen

Wieder mal ging die Scuderia Ferrari gnadenlos mit der eigenen Strategie baden, für die Teamchef Mattia Binotto verantwortlich ist. Der Vorsprung von WM-Leader Verstappen auf die Konkurrenz beträgt an der Spitze des Feldes 80 Punkte. Nach der vierwöchigen Sommerpause werden die verbleibenden neun Rennen des Saisonkalenders ausgetragen, mit Beginn des Großen Preises von Belgien in Spa.

Ob das dann noch mit dem derzeitigen, seit Januar 2019 im Amt befindlichen Ferrari-Teamchef (52) ist, darf zumindest in Frage gestellt werden. Denn mit nun mehreren zweifelhaften Entscheidungen gebührt Binotto ein großer Anteil daran, dass der ersehnte Fahrertitel wohl auch 2022 nicht zum italienischen Traditionsteam zurückkehrt. (PF)

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