Sauer auf die F1-Bosse

Formel 1: Ecclestone schimpft nach Spa-Chaos - „Sie haben fast alles falsch gemacht”

Bernie Ecclestone ist ziemlich wütend. Das Belgien-Chaos habe gezeigt, dass es bei der Formel 1 nur mehr um Geld gehe. Im Gespräch mit der tz erklärt der frühere F1-Chef seinen Ärger.

Spa - Ex-Formel-1-Impresario Bernie Ecclestone (90) wusste nicht, ob er weinen oder lachten sollte. Er saß am Sonntag fünf Stunden vor dem Fernseher und konnte nicht glauben, wie die Verantwortlichen der Formel 1 den Sport, den er groß gemacht hat, beim verregneten Chaos-Nicht-Rennen in Spa (der kuriose Renntag im Ticker zum Nachlesen) gehandelt haben. Ecclestone zur tz: „Es war ein Desaster. Auf das Wetter hast du keinen Einfluss, wie du damit umgehst dagegen schon. Man merkte, dass keiner die Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen wollte. Sie flogen daher wie in einem schwerelosen Raum. Und am Ende machten sie gemeinsam alles falsch.“

F1 und das Regen-Chaos in Belgien - Ecclestone fordert Entschädigung für Fans

Die Zuschauer sollten laut Ecclestone, der im vergangenen Jahr nochmal Vater geworden ist, von der Formel 1 ihr Geld zurückbekommen. Und zwar vom Rechteinhaber Liberty. „Von dem Geld, dass die Rechteinhaber durch ihre zwei Mogelrunden verdient haben, sollten sie die Fans, die zehn Stunden im Regen verharrt haben, entschädigen“, so Bernie.

Verärgert: Ex-Formel-1-Mogul Bernie Ecclestone.

Für ihn ging es bei der Lösung, die die Formel-1-Bosse um CEO Stefano Domenicali gefunden haben, nur ums Geld. „Dadurch, dass sie das Rennen gestartet haben und ihre zwei Mindestrunden absolvierten, hatten sie ihren Vertrag erfüllt. Heißt: Der Veranstalter ist verpflichtet, den Rechteinhaber und die Teams zu bezahlen.“ Auch Gewinner Max Verstappen wurde nach der Schmach von Belgien deutlich.

F1: Ecclestone wütet nach Spa-Rennen - „Hatte nur kommerzielle Gründe“

Ecclestone weiter: „Aber wenn das schon so ist, dann fahre ich viel mehr Runden hinter dem Safetycar. Erstens um eventuell auf Besserung des Wetters zu hoffen. Und zweitens, damit du nicht so da stehst wie jetzt. Denn entlarvender geht es nicht mehr. Jetzt weiß jeder, dass es nur kommerzielle Gründe hatte.“

Zwei Wochen vor dem Großen Preis von Belgien wurde die Formel 1 von einer Nachricht erschüttert. Die Streckenchefin kam bei einem Gewaltverbrechen mit drei Todesopfern ums Leben.

Rubriklistenbild: © ANDREJ ISAKOVIC / AFP

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