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Leclerc gewinnt Formel-1-Auftakt: Notlüge an todkranken Vater erscheint in neuem Licht

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Von: Alexander Kaindl

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Charles Leclerc hat das erste Rennen der neuen Formel-1-Saison gewonnen. Für den Ferrari-Pilot ist es auch ein Moment der großen Emotionen.

Sakhir - Die neue Formel-1-Saison startet mit einem absoluten Kracher: Ferrari! Doppelsieg! Was sich anhört wie eine Episode aus den glorreichen Schumacher-Barrichello-Zeiten, ist der aktuelle Stand der Dinge in der Königsklasse. Charles Leclerc triumphierte in Bahrain vor seinem Teamkollegen Carlos Sainz - mit der Scuderia ist wieder zu rechnen.

Charles Marc Hervé Perceval Leclerc
Geboren: 16. Oktober 1997 (Alter 24 Jahre), Monte-Carlo, Monaco
Ferrari
Startnummer: 16
Bisherige Stationen: Sauber, Ferrari
Familie: Hervé Leclerc (†), Pascale Leclerc, Arthur Leclerc, Lorenzo Leclerc

Formel 1: Charles Leclerc gewinnt Saisonauftakt in Bahrain

Dass die Italiener in dieser Saison wieder angreifen wollen, war bekannt. Viel Zeit, viel Geld, viele Nerven hatte man in die Entwicklung des neuen Autos gesteckt. Die vergangenen beiden Jahre hatte man quasi schon kampflos aufgegeben. Und nun? Wie Phönix aus der Asche!

Ein Mann spielt in den Ferrari*-Planungen eine tragende Rolle: Eben jener Charles Leclerc, der nun die ersten 26 WM-Punkte auf dem Konto hat. Der Monegasse gehört zur neuen Generation der Formel-1-Piloten. Fahrer wie er, George Russell (Mercedes), Lando Norris (McLaren) oder Max Verstappen (Red Bull) sind alle etwa gleich alt, kennen sich seit Ewigkeiten und wurden allesamt schon als kommende Weltmeister gehandelt. Bei Verstappen hat sich die Prophezeiung schon bewahrheitet.

Charles Leclerc nach seinem Sieg in Bahrain.
Charles Leclerc nach seinem Sieg in Bahrain. © ZUMA Wire / Imago

Charles Leclerc: Ferrari-Pilot ein ernsthafter Kandidat für die Formel-1-Weltmeisterschaft?

Möglicherweise greift Leclerc ja ebenfalls schon bald nach dem Titel? Denn der Ferrari scheint richtig stark zu sein, die große Konkurrenz von Mercedes und Red Bull fährt noch hinterher. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Roten konstant genug sind, um ernsthaft eine Rolle im WM-Kampf spielen zu können. Der erste Schritt ist jedenfalls gemacht. Und ganz sicher wird Leclerc in diesen Stunden an eine Person denken, die ihn überhaupt zum Motorsport gebracht hat: seinen Vater Hervé Leclerc.

Er war einst selbst Rennfahrer, forderte und förderte seinen Nachwuchs schon in frühen Jahren. Charles und sein vier Jahre jüngerer Bruder Arthur schafften den Einstieg ins Profigeschäft - der jüngere Leclerc-Spross fährt aktuell in der Formel 3 und der ältere feiert Siege in der Formel 1. Der erste Platz in Bahrain war der dritte Triumph in der Königsklasse für Charles Leclerc.

Charles Leclerc: Formel-1-Pilot mit Notlüge an todkranken Vater Hervé

Vater Hervé verstarb 2017 nach langem Krebsleiden - mit nur 54 Jahren. Ein schwerer Schicksalsschlag für die komplette Familie, vor allem für die Rennfahrer-Söhne, die zu dieser Zeit gerade einmal 20 und 16 Jahre alt waren. Vor dem jüngsten Erfolg von Charles Leclerc erscheint ein Gespräch mit seinem Papa kurz vor dessen Tod im Sommer 2017 in einem neuen Licht: Denn natürlich war es immer der Traum von Hervé, dass sein Sohn eines Tages in der Formel 1 fahren würde.

Leclerc junior sagte seinem Vater an dessen Totenbett, dass sich dieser Traum erfüllt habe, dass der große Wunsch seines Papas Realität wird: Er habe seinen Platz in der Königsklasse sicher, hätte gerade seinen Vertrag bei Sauber für die Saison 2018 unterschrieben. Das Problem: Als Charles diese Worte an seinen sterbenden Vater richtet, im Sommer 2017, war noch gar keine Vereinbarung getroffen. Diese sollte erst Monate später, im Dezember, erfolgen.

Charles Leclerc spricht über Tod seines Vaters und Ziele in der Formel 1

Charles Leclerc offenbarte diese kleine Notlüge zwei Jahre später in einem BBC-Interview. Darin sagte er auch: „Es war ein bisschen früher als ich eigentlich unterschrieben habe. Letztendlich habe ich nicht gelogen, denn jetzt bin ich hier.“ Und natürlich träumte Leclerc senior auch davon, dass sein Sohn eines Tages Weltmeister wird. „Das habe ich noch nicht geschafft, aber ich werde dafür arbeiten, seinen Traum wahr werden zu lassen“, kündigte Charles 2019 weiter an. Drei Jahre später hat er einen ersten Schritt in diese Richtung gemacht. Dass sein Vater „von oben zuschaut“, ist für Charles Leclerc schon immer klar gewesen. Am Sonntagabend hat der Sohnemann einen Gruß zurückgeschickt. (akl) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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