Formel-1-WM

Ferraris Fünf-Punkte-Plan: Damit holt Vettel den WM-Titel 

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Den Titel 2018 im Blick: Sebastian Vettel und Teamchef Maurizio Arrivabene.

Sebastian Vettel (30) schmeißt im Titelkampf erst das Handtuch, wenn Lewis Hamilton wirklich durch ist. Ferrari gibt beim WM-Kampf noch lange nicht auf und hat den Titel im Blick.

Austin - Vier Rennen vor Schluss hat der Brite 59 Zähler Vorsprung, holt Sebastian Vettel am Sonntag in Austin (21 Uhr, Sky und RTL) 16 Punkte mehr als der Deutsche, hat er seinen vierten WM-Titel in der Tasche.

 „Als Verlierer muss sich Vettel aber nicht fühlen“, sagt F1-Insider Gerhard Berger der tz. „2018 wird es ein Gigantenduell geben. Hamilton gegen Vettel, beide mit vier WM-Titeln. Und den wichtigsten Sprung hat Ferrari schon 2017 geschafft: ein Auto zu bauen, das auf Augenhöhe mit dem Silberpfeil ist.“ 

Red-Bull-Chefberater Helmut Marko sagt der tz: „Unglaublich, was bei Ferrari in den letzten drei Rennen passiert ist. VomSpeed her war Sebastian schon reif für den Titel!“ Was fehlt also noch? Die tz hat Ferraris Fünf-Punkte-Plan:

Der Präsident

Ferrari-Präsident Sergio Marchionne (65) gibt sich nach außen engagiert – aber der Chef des Fiat-Konzerns ist ein knallharter Zahlenmensch. Dem Italo-Kanadier ist der Mythos egal, er verbreitet Angst und Schrecken im Team, statt wie sein Vorgänger Luca di Montezemolo mit Herzblut zu motivieren. Aber: Wer Angst hat, macht Fehler. Fazit: Marchionne sollte sich ums Strategische kümmern, nicht ums Tagesgeschäft.

Qualifying

Drei Pole Positions 2017 waren zu wenig, Hamilton holte elf Mal den besten Startplatz. Eine Art Qualifying-Motor-Modus, wie Mercedes ihn hat, muss her.

Zuverlässigkeit

Gerade im Endspurt hatte Ferrari Probleme mit Kleinteilen. Das soll die resolute Spanierin Maria Mendoza als neue Qualitätskontrolleurin verhindern.

Egoismus

Ferrari behandelte Vettel und Räikkönen gleich. Mercedes opferte früh in der Saison zweimal Hamiltons Kollegen Bottas als Bremsklotz gegen Vettel. „Wir machen alles, um einen Vorteil zu haben“, rechtfertigt Mercedes-F1-Chef Niki Lauda die fragwürdige Aktion. Ferrari sollte sich die Worte Laudas zu Herzen nehmen.

WM-Fokussierung

Zwei Rennen sind bezeichnend: Baku und Singapur. In beiden wollte Vettel unbedingt den Sieg, statt an wichtige Punkte zu denken. In Baku ließ er sich hinter Hamilton in der Safetycar-Phase zu sehr provozieren und fuhr ihm ins Auto. Er bekam eine Zehn-Sekunden-Strafe und wurde Vierter statt Zweiter. In Singapur dann die fatale Start-Karambolage mit Max Verstappen: Vettel schied aus, Hamilton siegte. „Danach ist man immer schlauer“, sagt Vettel, „aber grundsätzlich will ich immer gewinnen, wenn die Chance dazu da ist.“ 2018 sollte er trotzdem etwas cooler zur Sache gehen.

Ralf Bach

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