So tickt das Fahrerfeld

Wer Alonso hilft und wer Vettel

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Rot vorn? Im Training fuhr Sebastian Vettel die schnellste Zeit, Alonso wurde Dritter

Neu Delhi - Jetzt geht es um jeden Millimeter. Und: Um jede Behinderung auf der Strecke – gewollt oder nicht. Deshalb liegt die Frage nahe: Wem gehören bei den Kollegen die Sympathien? Der tz-Check.

Vier Rennen, sechs Punkte Differenz zwischen Sebastian Vettel und Fernando Alonso – das ist der Unterschied zwischen Platz zwei und vier in einem Rennen. Das heißt: Ab dem Grand Prix von Indien am Sonntag (10.30 Uhr, RTL und Sky) geht es um jeden Millimeter. Und: Um jede Behinderung auf der Strecke – gewollt oder nicht. Deshalb liegt die Frage nahe: Wem gehören bei den Kollegen die Sympathien?

Der tz-Check:

Sauber fährt Ferrari-Motoren, ist in gewisser Weise finanziell abhängig von Ferrari. Wenn es mal eng wird, könnte Ferrari beispielsweise Rechnungen für Motoren nach hinten schieben. Zwar legt die neue Teamchefin Monisha Kaltenborn Wert darauf, dass sich ihr Team genauso neutral verhält wie die Schweiz politisch – doch klar ist auch: Wenn im Rückspiegel Alonso auftaucht, werden Perez und Kobayashi aufpassen. Vettel und Red Bull dagegen sind nicht beliebt bei Sauber. Red Bull boykottiert regelmäßig Sparprogramme – und bei denen ist Sauber federführend.

Toro Rosso: gehört Red Bull. Und obwohl Toro Rosso Ferrari-Motoren fährt: Bei Alonso kann es schon mal drei Kurven länger dauern, bis er an Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne vorbei kommt.

Räikkönen und Button: Beide sind absolut neutral. Kimi ist mit Vettel befreundet und hat seit seinem Rauswurf einen Hals auf Ferrari – aber im Rennen ist er fair, genau wie Button. Beide sind zudem Könner, die alles im Blick haben und von keiner Situation überfordert werden.

Lewis Hamilton könnte kurioserweise für Vettel zum Problem werden. Alonso lobte in den letzten Wochen seinen einstigen Intimfeind bei McLaren. Hamilton, psychisch leicht zu beeinflussen, fährt nun nicht mehr so hart gegen Alonso. Vettel ist dem Briten ein Dorn im Auge, weil ihm der Emporkömmling aus Deutschland den Rang als junger Superstar abgelaufen hat.

Mercedes: Schumi gönnt Vettel den dritten Titel mehr als Alonso. Er ist grundsätzlich kompromisslos – egal gegen wen. Aber vielleicht passt er bei Vettel etwas mehr auf. Nico Rosberg ist absolut fair – von seiner Art her ist er einem Alonso aber näher.

Force India: Nico Hülken­berg und Paul di Resta würden eher Alonso helfen. Di Resta hat in der Formel 3 Vettel geschlagen – und glaubt immer noch, dass er besser ist. Hülkenberg hat Kontakte zu Ferrari, steht dort für die Zukunft auf der Liste – vielleicht hat er das im Hinterkopf.

Timo Glock ist für Vettel. Beide sind Hessen, sie sind befreundet. Glock ist grundsätzlich fair, aber Alonso könnte beim Überrunden durchaus zwei Kurven länger brauchen als Vettel.

Caterham: Kovalainen und Petrow sind absolut neutral.

Pedro de la Rosa: Der HRT-Fahrer ist zwar wie Alonso Spanier, doch der Job als Fahrervertreter nötigt ihn zur totalen Fairness.

Die Crashkids: Pastor Maldonado, Bruno Senna (Williams), Romain Grosjean (Lotus), Marussia-Mann Charles Pic und Narain Karthikeyan (HRT) sind eine Gefahr für beide Titelanwärter. Alle fünf sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Um alle fünf sollten sowohl Vettel als auch Alonso einen großen Bogen machen…

Ralf Bach

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Was gehört zum Imperium von Dietrich Mateschitz? Er besitzt rund zwei Dutztend Unternehmen: Restaurants, Baufirmen, eine Formel-1-Rennstrecke, einen Flugplatz sowie Hotels. Privat gehört ihm auch ein Militärjet sowie die ehemalige DC 6 von Marschall Tito. Ein Teil der Markenstrategie des Österreichers ist außerdem das Sponsoring von Trend-, Event-, aber auch Rennsportarten. Mateschitz besitzt zwei Auto-Rennställe, darunter das Formel-1-Team mit Sebastian Vettel. © dpa

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