Eine 70-jährige Historie

Formel 1: Geschichte der Königsklasse im Motorsport - Weltmeister, Strecken, tragische Unfälle

Michael Schumacher ist bis heute Rekord-Weltmeister der Formel 1.
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Michael Schumacher ist bis heute Rekord-Weltmeister der Formel 1.

Die Formel 1 gibt es seit der Saison 1950. In ihrer Geschichte erlebte sie zahlreiche Triumphe, aber auch Tragödien. Hier gibt‘s alle Infos zur Königsklasse.

  • Der Rennsport-Weltverband FIA rief die Formel 1 im Jahr 1950 ins Leben. 
  • In ihrer Geschichte gab es 33 Fahrer, die die Weltmeisterschaft gewannen. 
  • Zu ihnen gehörten Jochen Rindt, Niki Lauda, Michael Schumacher und Sebastian Vettel.

München - Vor dem Zweiten Weltkrieg existierten verschiedene Rennserien, in denen sich die besten Fahrer und Boliden miteinander maßen. Nach dem Krieg dauerte es bis 1950, bis der Weltverband FIA die Formel 1 als höchste Rennklasse unter seiner Regie einführte. 

Das erste Rennen in der Geschichte der Formel 1 fand am 13. Mai 1950 im englischen Silverstone statt. Es gewann der Italiener Giuseppe Farina im Alfa Romeo, der sich am Ende der Debütsaison auch den ersten Weltmeistertitel sicherte. Zwischen 1951 und 1957 wurde der Argentinier Juan Manuel Fangio fünf Mal Champion der F1 und damit für lange Zeit zum Rekordweltmeister. Interessanterweise erlaubte es die FIA in den Anfangsjahren der Formel 1, dass Fahrer ein Rennen im Boliden eines Teamkollegen fortsetzen. Diese Regelung wurde am Ende der Saison 1957 jedoch abgeschafft.

Formel 1: Veränderungen des Punktesystems

Zwischen 1950 und 1959 erhielt ein Fahrer, der ein Rennen in der Formel 1 gewann, acht Punkte für die Gesamtwertung. Der Zweite bekam sechs, der Dritte vier, der Vierte drei und der Fünfte zwei Zähler. Außerdem sicherte sich der Fahrer, der in einem Rennen die schnellste Runde hinlegte, ebenfalls einen Punkt. 

Mehrfach in der Geschichte der Formel 1 kam es zu Veränderungen des Punktesystems. So erhielt ab 1960 auch der sechstplatzierte Fahrer eines Rennens einen Punkt. Seit 2003 gehen die Fahrer bis zum achten Rang in die Wertung ein, seit 2010 sogar die besten zehn Teilnehmer eines Rennens. Zudem wurde der Punkt für die schnellste Runde, der 1960 abgeschafft wurde, 2019 wieder eingeführt. Mit den Veränderungen erhoffte sich die FIA stets, die Spannung in der F1 zu erhöhen.

Formel 1: Tragische Unfälle in der Königsklasse des Motorsports

In der Geschichte der Formel 1 kam es mehrfach zu Unfällen mit tödlichem Ausgang. Der erste Fahrer, der nach einem Unfall verstarb, war der Belgier Charles De Tornaco. Er nahm 1952 an drei Rennen der F1 teil und verunglückte im September 1953 im Training zum Gran Premio di Modena. Im September 1961 starb Wolfgang Graf Berghe von Trips nach einem Unfall beim Großen Preis von Italien in Monza. 

Wenige Monate zuvor hatte Berghe von Trips als erster Deutscher ein Rennen in der Formel 1 gewonnen. Zudem fehlte ihm in Monza lediglich ein WM-Punkt, um den WM-Titel zu gewinnen. Bei seinem Unfall starben neben ihm auch 15 Zuschauer, 60 weitere wurden verletzt. Phil Hill gewann das Rennen von Monza und wurde mit einem Punkt Vorsprung vor Berghe von Trips F1-Weltmeister von 1961.

Formel 1: Der einzige posthume Weltmeister der Geschichte

Im Jahr 1970 kam es zum bislang einzigen Mal in der Geschichte der Formel 1 dazu, dass ein zuvor verstorbener Fahrer Weltmeister wurde. Der gebürtige Deutsche Jochen Rindt, der für Österreich startete, hatte von den ersten neun Rennen der Saison 1970 fünf gewonnen und dadurch die Führung in der WM-Wertung inne. Vor dem zehnten Rennen, dem Großen Preis von Italien in Monza, verstarb Rindt nach einem Unfall im Training. 

In den verbleibenden vier Rennen der Saison hatten die beiden Ferrari-Piloten Jackie Ickx und Clay Regazzoni noch die Chance, Rindt in der Fahrerwertung zu überholen. Doch keinem der beiden gelang dies und so wurde Rindt posthum zum Weltmeister der F1.

Formel 1: Das Comeback des Niki Lauda

Es war ebenfalls ein Unfall, der 1976 für das wohl spektakulärste Comeback in der Geschichte der Formel 1 sorgte. Der Österreicher Niki Lauda war bereits 1975 Weltmeister geworden und schickte sich in der Saison 1976 an, seinen Titel zu verteidigen. Am 1. September 1976 stand der Große Preis von Deutschland am Nürburgring auf dem Programm der F1. 

In der zweiten Runde verunglückte Lauda mit seinem Ferrari. Der Bolide fing Feuer, und Lauda, dem zuvor der Helm vom Kopf gesprungen war, war den Flammen mehr als eine halbe Minute ausgesetzt. Mehrere Fahrer eilten ihm zu Hilfe, löschten das Feuer und brachten Lauda in Sicherheit. Der Österreicher konnte gerettet werden und ging nur 42 Tage nach dem Unfall wieder in der Formel 1 an den Start. Im Jahr 1977 holte er sich seine zweite und 1984 schließlich seine dritte Weltmeisterschaft.

Formel 1: Das Duell zwischen Prost und Senna

Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre lieferten sich der Franzose Alain Prost und der BrasilianerAyrton Senna spannende Duelle um die Weltmeisterschaft in der Formel 1. Prost holte 1985 und 1986 mit McLaren den Titel, nachdem Senna 1988 sein Teamkollege wurde, musste der Franzose jedoch dem jüngeren Kontrahenten in der Gesamtwertung den Vortritt lassen. Prost schlug 1989 zurück, doch als er 1990 zu Ferrari wechselte, hatte Senna wieder die Nase vorn. 

Auch 1991 gewann Senna die Weltmeisterschaft, 1993 schlug Prost, der mittlerweile für Williams fuhr, erneut zurück. Als Prost nach der Saison 1993 als vierfacher Weltmeister zurücktrat, schien Sennas Weg zu weiteren Titeln frei zu sein. Doch am 1. Mai 1994 verunglückte der Brasilianer, der bis heute als schnellster Rennfahrer in der Geschichte der F1 gilt, auf der Rennstrecke von Imola tödlich.

Formel 1: Michael Schumacher wird zum Besten der Besten

Im August 1991 hatte ein junger deutscher Rennfahrer namens Michael Schumacher sein Debüt in der Formel 1 gegeben. Nach nur einem Rennen für Jordan wechselte er noch 1991 zu Benetton und gewann mit dem Rennstall 1994 und 1995 die Weltmeisterschaft. Anschließend schloss er sich Ferrari an und holte von 2000 bis 2004 fünf WM-Titel in Folge. 

Damit ist Schumacher bis heute der erfolgreichste Fahrer in der Geschichte der Formel 1. Auch seine 91 Rennsiege und 77 schnellsten Runden sind in der F1 unerreicht. Nach seinem Rücktritt Ende 2006 gab er zwischen 2010 und 2012 ein wenig erfolgreiches Comeback für Mercedes, bis er sich endgültig aus der F1 verabschiedete.

Formel 1: Vier Titel für Sebastian Vettel

Im Jahr 2005 ging das österreichische Unternehmen Red Bull erstmals mit einem eigenen Rennstall in der Formel 1 an den Start, nachdem es Jaguar Racing erworben hatte. Die ersten Rennsiege fuhr Red Bull in der Saison 2009 ein, an deren Ende das Team mit Sebastian Vettel den Vizeweltmeister stellte. Von 2010 bis 2013 gelang es Vettel schließlich, vier Mal in Folge Weltmeister zu werden. 

Danach begann die große Zeit von Mercedes in der F1: Lewis Hamilton, der im McLaren mit Mercedes-Motor schon 2008 den WM-Titel geholt hatte, siegte 2014 und 2015 sowie von 2017 bis 2019. Damit steht der Brite aktuell bei sechs Weltmeisterschaften. Zudem hat er mit 88 Pole-Positions die meisten in der Geschichte der Formel 1 eingefahren. Unterbrochen wurde seine Titelserie 2016 von seinem Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg, der damit nach Michael Schumacher und Sebastian Vettel zum dritten für Deutschland startenden Formel-1-Weltmeister wurde.

Formel 1: Fahrer und Teams mit den meisten WM-Titeln

In der Geschichte der Formel 1 gab es bislang 33 Weltmeister. Die meisten Titel gewannen dabei:

  • Michael Schumacher: 7
  • Lewis Hamilton: 6
  • Juan Manuel Fangio: 5
  • Alain Prost: 4
  • Sebastian Vettel: 4

Seit 1958 fließen die WM-Punkte auch in die Konstrukteurswertung ein. Seitdem haben 15 Rennställe die Konstrukteurs-WM in der F1 errungen. Am erfolgreichsten waren dabei die folgenden:

  • Ferrari: 16
  • Williams: 9
  • McLaren: 8
  • Lotus: 7
  • Mercedes: 6

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