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Russland-Knall bei Haas! Hauptsponsor vom Boliden verbannt – Zukunft von Schumis Teamkollegen unklar

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Formel-1-Rennstall Haas entfernt das Logo des russischen Sponsors Uralkali von den Boliden. Mick Schumacher könnte in der Folge schon bald einen neuen Teamkollegen bekommen.

Barcelona - Während sich die Fahrer der Formel 1 zuletzt in Barcelona an ihre Boliden gewöhnten, hatten die Organisatoren der Rennserie sportpolitische Entscheidungen zu treffen. Am Freitag, also nur einen Tag nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, wurde offiziell bekanntgegeben, dass die Königsklasse in diesem Jahr kein Grand-Prix-Wochenende in Russland abhalten wird. Bereits zuvor hatte der vierfache Weltmeister Sebastian Vettel seinen Boykott für das Rennen in Sotschi angekündigt.

Bei Mick Schumachers Rennstall Haas ist der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine allgegenwärtig, sein Teamkollege steht aufgrund der Spannungen bereits auf dem Abstellgleis. Ein großer russischer Geldgeber könnte für weiteren Wirbel beim US-amerikanischen Formel-1-Team sorgen, Schumi-Junior positionierte sich bereits klar in der angespannten Situation.

Formel 1: Ukraine-Konflikt sorgt für Werbeverzicht bei Schumacher-Rennstall Haas – „Eine Message für alle“

Haas wird seit Anfang 2021 finanziell vom russischen Bergbauunternehmen Uralkali unterstützt, dessen Mehrheitsaktionär der Milliardär Dimitri Masepin ist. Dieser brachte durch sein großzügiges Investment seinen durchschnittlich talentierten Sohn Nikita ins Rennteam, weshalb dieser während Mick Schumachers Debütsaison neben dem Sohn der Formel-1-Legende starten durfte.

Trotz der finanziellen Zuwendungen sah das US-Team angesichts der derzeitigen Lage keinen Grund, während der ersten Probefahrten der Saison mit dem Logo des Unternehmens zu werben. So verzichtete Haas am Freitag gänzlich auf die Farben oder Logos des Sponsors. Zum Abschluss der Testfahrten wurde der Schriftzug Uralkali sowohl von den Autos, als auch von den Teamtrucks und dem Motorhome entfernt. „Wir haben gestern mit unseren Teampartnern die Entscheidung getroffen, dass wir so vorgehen. Es war die richtige Entscheidung, eine Message für alle“, erklärte Teamchef Günther Steiner.

Formel 1: Mick Schumachers Teamkollege Masepin vor dem Aus bei Haas – Ersatz steht wohl schon fest

Schumachers Teamkollege Nikita Masepin gab bei den Testfahrten in Katalonien mit neun Runden wohl seine Abschiedsshow, aktuell wird über die Zukunft des jungen Russen diskutiert. Dieser könnte nun aus dem Formel-1-Fahrerduo ausscheiden – auch weil der Rennstall die Trennung von Uralkali prüft. Sollte der größte Mineraldüngerhersteller Russlands als Geldgeber ausscheiden, hätte der 22-jährige Masepin wohl keine Perspektive mehr bei Haas.

Masepin, der im Falle eines Ausschlusses von Pietro Fittipaldi ersetzt werden würde, wollte am Freitag eigentlich zu einer Pressekonferenz erscheinen. Allerdings ließ sich der Russe kurzfristig entschuldigen und setzte lediglich ein Statement auf Twitter ab. „Es ist eine schwierige Zeit. Ich habe keine Kontrolle über vieles, was gesagt und getan wird. Ich konzentriere mich auf das, was ich kontrollieren kann, indem ich hart arbeite und mein Bestes für mein Team gebe“, schrieb der Pilot.

Nikita Masepins Zukunft bei Haas ist unklar. Mit welchem Teamkollegen geht Mick Schumacher in die Saison?
Nikita Masepins Zukunft bei Haas ist unklar. Mit welchem Teamkollegen geht Mick Schumacher in die Saison? © James Gasperotti/dpa

Formel 1: Wird Mick Schumachers Teamkollege Opfer der Sanktionen? „Da sind Regierungen involviert“

Tatsächlich liegt die Entscheidungsmacht nicht nur beim Team oder gar bei Masepin selbst, wie Steiner ausführte. „Nicht alles hängt von uns ab. Da sind Regierungen involviert", meinte der Haas-Teamchef. Mögliche Folgen der politischen Reaktionen auf den Ukraine-Konflikt können etwa sein, dass Masepin als Russe Probleme mit der Einreise in bestimmten Staaten bekommen könnte.

Schumacher hatte sich am Wochenende auf seinem Instagram-Profil weitaus klarer gegen den Krieg in Osteuropa ausgesprochen. „Ich weiß, dass es während den Testfahrten still auf meinem Instagram-Account war, aber zu sehen, wie dieser Krieg in der Ukraine ausbricht – es fühlte sich einfach nicht richtig an“, gab er am Samstagvormittag in seiner Story zu verstehen. Die Situation sei „absolut herzzerreißend“. (ajr)

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