Formel 1 unter erschwerten Bedingungen

Haas-Chef Steiner: Darum will er Mick Schumacher besonders schützen - 2021 nur „ein Trainingsjahr“

Mick Schumacher (M.) spaziert mit Teammitgliedern von Haas durch die Boxengasse.
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Steht vor seiner ersten Formel-1-Saison: Mick Schumacher (M.) hat bei Haas-Teamchef Günther Steiner einen Frischlings-Bonus.

Wegen der Corona-Pandemie ist noch vieles an der Formel-1-Saison 2021 ungewiss. Das gilt besonders für Neulinge wie Mick Schumacher. Dessen Teamchef hat sich bereits einen Plan zurechtgelegt.

München - Haas-Teamchef Günther Steiner (55) taucht im Moment völlig in die digitale Welt ab und führt sein Team von seinem Haus in North Carolina aus. Steiner zur tz: „Es macht keinen Sinn, nach England in die Fabrik zu fliegen. Im Moment müsste ich dort erst mal 14 Tage in Quarantäne. Es kann sein, dass man unter bestimmten Richtlinien abfliegt und bei der Landung ist alles anders. Da bespreche ich lieber alles von hier aus über Videokonferenzen. Es kann sein, dass ich meine Leute erst bei den Tests in Bahrain sehen werde.“

Die Corona-Situation bremst natürlich die Arbeit ein. Bei Haas kann man deshalb nicht den neuen Ferrari-Motor starten. Steiner: „Der Motor ist zwar eingebaut, aber um ihn zu starten brauchen wir die Ferrari-Jungs aus Maranello. Und die können im Moment nicht nach England kommen. Das ist aber nicht so schlimm. Dann starten wir den Motor eben erst in Bahrain.“

Video: Mick Schumacher vor Formel-1-Debüt wieder im Ferrari unterwegs

Formel 1: Haas-Chef erwartet zwei Rennen in Bahrain und Absage für Portugal

Steiner geht „fest davon aus, dass wir zwei Rennen hintereinander in Bahrain fahren. Denn ein Event in Portugal kann ich mir im Moment bei den Verhältnissen dort nicht vorstellen. Ich denke, die Formel 1 hat bewiesen, dass sie flexibel auf die Corona-Situation reagieren kann. Die Blasenbildung ist sehr wichtig. Deshalb könnte ich mir vorstellen, dass man zum Testen nach Bahrain fliegt und dann dort bis zum Saisonauftakt bleibt.“

Was seine jungen Fahrer Mick Schumacher und Nikita Mazepin (beide 21) betrifft, da fühlt sich Steiner wie der Leiter eines Schullandheims für Abiturienten. Steiner: „Beide haben ihr Talent schon bewiesen, aber beide sind noch sehr jung, das sollte man nie vergessen. Das heißt, man muss ihnen auch Fehler zugestehen. Aus denen sollen sie lernen. 2021 wird für uns alle ein Trainingsjahr für 2022. Dann wollen wir angreifen und unter die ersten Fünf der Konstrukteurswertung kommen. Deshalb konzentrieren wir uns ab jetzt schon im Windkanal auf das nächstjährige Auto.“

Besonders Mick Schumacher betrachtet er als Schutzbefohlenen. „Die Erwartungshaltung von den Medien wird extrem sein, weil er der Sohn des Rekordweltmeisters ist. Aber man kann nicht erwarten, dass auch Mick sieben Titel einfährt. Ich werde ihn schützen, wenn es darauf ankommt. Denn ich bin überzeugt, dass er Erfolg haben wird. Man muss ihm nur Zeit zugestehen.“ (Ralf Bach)

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