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Ex-Formel-1-Star nach Explosion verhaftet – ist ein Familienstreit der Grund?

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Von: Kai Hartwig

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Jean Alesi sitzt in einem Rennwagen
Der Franzose Jean Alesi fuhr bis 2001 in der Formel 1. © Erwin Scheriau/dpa

Nach einer Explosion muss der Ex-Formel-1-Fahrer Jean Alesi in Polizeigewahrsam bleiben. Der Franzose spricht von einem Scherz – der Staatsanwalt sieht es anders.

Villeneuve-les-Avignon – Dem ehemaligen Formel-1-Piloten Jean Alesi droht Ärger mit der Justiz. Der frühere Ferrari Pilot ist nach Vorfall mit einem Silvester-Böller von der Polizei in Villeneuve-les-Avignon vorübergehend in Gewahrsam genommen worden.

Nach Polizeiangaben hatte der 57-Jährige am späten Sonntagabend (19. Dezember) einen Knallkörper am Bürofenster seines Schwagers detonieren lassen. Die Explosion, bei der ein Sachschaden entstand, schreckte einige Nachbarn des Alesi-Schwagers auf. Sie verständigten die Polizei.

Ex-Formel-1-Star Alesi verhaftet: Böller explodiert am Haus seines Schwagers

Anschließend habe sich ein Fahrzeug mit ausgeschalteten Lichtern vom „Tatort“ entfernt. Der Wagen konnte Alesis Bruder Jose zugeordnet werden. Nach seiner Festnahme bemühte sich Alesi auf der Polizeistation um Aufklärung des Vorfalls. Allerdings wurde er genauso wie sein Sohn und ein Freund, die sich beide mit dem Ex-Rennfahrer im Auto befunden hatten, in Gewahrsam genommen.

Die zuständige Staatsanwaltschaft gab gegenüber der Nachrichtenagentur AFP an, Alesi habe nach eigener Aussage nur einen „schlechten Scherz“ machen wollen. Mit dem verursachten Schaden will der Franzose nicht gerechnet haben. Als „Feuerwerk“ bezeichnete Alesi die Explosion in seiner Aussage. Dagegen beschrieb Staatsanwalt Antoine Wolf den Vorfall mit anderen Worten: Hier sei ein „Sprengsatz“ gezündet worden, der „fremdes Eigentum beschädigt“ habe.

Explosion bei Alesi-Schwager: War ein Familienstreit das Tat-Motiv?

Ein möglicher Hintergrund der Tat könnte vielmehr ein Familienstreit sein. Nach Informationen der L’Équipe haben sich Alesis Schwester und dessen Schwager erst kürzlich getrennt. „Ich bin ziemlich skeptisch, wenn es heißt, dass um 22 Uhr ein ‚Witz‘ gemacht wird, ohne dass der Betroffene weiß, wer es ist“, kommentierte Staatsanwalt Wolf seine Einschätzung der Lage.

Alesi fuhr zwischen 1989 und 2001 in der Formel 1 und absolvierte dabei 201 Rennen. Er ging für den italienischen Traditionsrennstall Ferrari sowie die Teams Tyrell, Benetton, Sauber, Prost und Jordan an den Start. (kh)

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