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Formel 1: Hamilton setzt bei Wüsten-Sieg deutliches Zeichen in Richtung Katar

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Von: Jonas Raab

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Auf dem neuen Formel-1-Kurs in Katar machte Lewis Hamilton seinem Konkurrenten Max Verstappen klar, dass die WM noch nicht entschieden ist. Doch auch dem Wüstenstaat hatte der Brite etwas mitzuteilen.

Doha - Auf dem nagelneuen Losail International Circuit in Katar gab Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton erneut eine Machtdemonstration ab, raste zum zweiten Sieg in Folge und verkürzte so den Rückstand auf WM-Spitzenreiter Max Verstappen. Dritter wurde sensationell der zweifache Weltmeister Fernando Alonso. Es war der erster Podiumsplatz des 40-Jährigen seit 2014. Trotzdem stahl einmal mehr der bärenstarke Hamilton allen die Show – auch, weil er mit einem ganz besonderen Helm dem umstrittenen Wüstenstaat Katar einen Gruß hinterließ.

Schon beim 1. Freien Training am Freitagmittag (19. November) ging Hamilton mit seinem neuen Helm auf die Strecke – er ist im Regenbogen-Design gehalten und damit ein Zeichen für Gleichberechtigung. Damit solidarisierte sich der 36-jährige Brite mit der LGBTQIA+-Community auf der Arabischen Halbinsel. LGBTQIA+ ist eine Abkürzung der der englischen Wörter Lesbian, Gay, Bisexual, Transsexual, Queer, Intersexual und Asexual und setzt sich gegen Diskriminierung von sexuell Andersdenkenden ein.

Formel 1 in Katar: Darum steht Wüstenstaat immer wieder in der Kritik

In genau einem Jahr steigt in Katar die Fußball-Weltmeisterschaft. Seit Jahren steht Katar aufgrund von Menschenrechtsverletzungen, Frauenfeindlichkeit und Ausbeutung von Arbeitsmigranten – besonders im Zusammenhang mit dem Bau der gigantischen WM-Stadien – massiv in der Kritik. Auch beim FC Bayern sorgt ein Sponsorendeal mit der katarischen Staatsairline für mächtig Wirbel.

Beim Großen Preis von Katar trug Weltmeister Lewis Hamilton einen Regenbogen-Helm.
Beim Großen Preis von Katar trug Weltmeister Lewis Hamilton einen Regenbogen-Helm. © Laci Perenyi/imago

Katar ignorieren oder durch Großevents und Sponsoring-Deals aktiv für Veränderung im Wüstenstaat sorgen? Das ist die Gretchenfrage, die sich der Chefetage des FC Bayern, dem Weltfußballverband und eben auch der Formel 1 stellt. Sportler wie Hamilton, die sich aktiv gegen Diskriminierung einsetzen, sitzen zwischen den Stühlen. Denn: Boykott ist für jemanden, der wichtige Punkte im WM-Zweikampf holen muss, natürlich keine Option.

Formel 1: Lewis Hamilton setzt mit Regenbogen-Helm in Katar ein klares Zeichen

So überrascht es nicht, dass sich der siebenmalige Weltmeister beim Medientag am Donnerstag noch zögerlich und ausweichend zu diesem Thema äußerte. „Es ist schwer, darüber zu sprechen. Als Fahrer haben wir nicht die Wahl, wo wir fahren. Sie machen hier Schritte nach vorne, das wird sich nicht über Nacht verbessern. Es ist immer noch ein langer Weg“, sagte Hamilton den Medienvertretern.

Allerdings schob Hamilton seinen diplomatischen Worten beim Medientag der Formel 1 hinterher: „Wenn wir hierherkommen, müssen wir darauf aufmerksam machen.“ Und genau das hat der Rekordweltmeister mit seinem Regenbogen-Helm schließlich getan. (jo)

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