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Le Castellet/Circuit Paul Ricard: Formel-1-Kurs in Frankreich hat lange Geschichte

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Ein Trainingslauf vor dem Grand Prix von Frankreich auf der Strecke von Le Castellet
Ein Trainingslauf vor dem Grand Prix von Frankreich auf der Strecke von Le Castellet © Nicolas Tucat / dpa

Der Circuit Paul Ricard diente als Paul Ricard High Tech Test Track lange Zeit als Teststrecke, bevor er erneut Ort eines Grand Prix‘ wurde.

Le Castellet - Der Circuit Paul Ricard ist eine Rennstrecke, die sich etwas außerhalb von Le Castellet in Frankreich befindet. Sein Beiname Paul Ricard High Tech Test Track (Paul Ricard HTTT) wurde im Jahr 2016 obsolet und lediglich als Circuit Paul Ricard angegeben. Der Bau der Strecke begann im Jahr 1969, im Herbst 1970 erfolgte die Eröffnung im Rahmen mehrerer Veranstaltungen. Im Jahr 1971 wurde die Rennstrecke Austragungsort des französischen Grand Prix‘, 1991 wechselte die Formel 1 allerdings nach Magny Cours.

Der Formel-1-Kurs wurde auf einem Grundstück errichtet, das Paul Ricard (88, † 1997) gehörte. Weil viele Strecken in Frankreich nicht mehr für die F1 geeignet waren, bot der Circuit Paul Ricard eine Alternative, denn er verfügte im Jahr 1970 über die erforderlichen Sicherheitsstandards. Mitte der 1980er-Jahre häuften sich die Vorfälle insbesondere auf der 1,9 Kilometer langen sogenannten Mistral-Geraden, die für die hohen Geschwindigkeiten nicht ausgelegt war. Zu den schlimmsten Unfällen zählte eine Kollision zwischen Mauro Baldi und Jochen Mass.

Der Circuit Paul Ricard und seine Streckenführung

Der Circuit Paul Ricard besaß vor seinem Umbau zur Teststrecke Paul Ricard High Tech Test Track eine lange und schmale Grundfläche und lag auf einem Plateau der französischen Riviera zwischen Marseille und Toulon. Die Boxengasse war rund einen Kilometer lang. Sie führte in eine schnelle Links-Rechts-Kombination, die auch unter dem Namen „Esses de la Verrerie“ bekannt war. Weitere, weniger steile Kurven führten zur sogenannten „La Chinca“, die eine vergleichsweise breite Rechts-Links-Kombination war.

Die beiden folgenden 90-Grad-Rechtskurven erforderten die gesamte Aufmerksamkeit der Fahrer. Sie wurden auch als „Comp“ und „Ste Baume“ bezeichnet. Auf der Mistral-Geraden konnten die Autos bei Alpenwind Geschwindigkeiten von über 350 Kilometern pro Stunde erreichen, bei Gegenwind aber kaum 300 Kilometer pro Stunde. In der Mitte fiel die Gerade leicht ab, gegen Ende stieg sie erneut an.

Weitere Kurven, die zum Kurs gehörten, waren:

Der Circuit Paul Ricard und seine Rückkehr in die Formel 1

Nachdem Tod Ricards im Jahr 1997 übernahm ein Unternehmen in Bernie Ecclestones Besitz die Rennstrecke. Sie wurde zu einer Teststrecke mit mehr als 160 Kursvarianten umgebaut und bekam fortan den Namen Paul Ricard High Tech Test Track. 2016 wurde schließlich bekannt gegeben, dass der Grand Prix von Frankreich im Jahr 2018 auf den Circuit Paul Ricard zurückkehren würde, allerdings in modifizierter Form. Die Mistral-Gerade wurde auf einer Deponie gebaut. Weil sich das aufgeschüttete Erdreich setzte, führte dies in diesem Bereich zu einigen Unebenheiten.

In der modifizierten Form stellt eine Schikane sicher, dass die Autos nicht mit über 350 Kilometern pro Stunde fahren. Die Verrarie-Esses besitzt drei Variationen, während die „S de Bendor“ nicht mehr existiert. „L‘Epingle“ ist nunmehr eine Haarnadelkurve, die letzte Kurve, „Virage du Pont“, ist verkürzt. Die neue Rennstrecke besitzt demnach 21 Kurven und eine Länge von 5,842 Kilometern.

Zum Umbau der Rennstrecke führte ursprünglich ein schwerer Unfall, bei dem der Fahrer Elio de Angelis (28, † 1986) in Folge einer schweren Rauchvergiftung ums Leben kam. Alain Prost wurde mit vier Siegen Rekordsieger auf der Strecke.

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