Unglaubliche Zahlen in der Königsklasse

Formel 1: Hätten Sie das gedacht? Schon ein Lenkrad kostet ein Vermögen

Was ist für Sebastian Vettel in Imola drin?
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Sebastian Vettel in seinem Aston Martin: Die Boliden der Formel 1 sind extrem teuer.

Die Formel 1 rechnet in anderen Dimensionen - nicht nur bei den Geschwindigkeiten. Mercedes muss nun für eine Reparatur tief in die Tasche greifen.

Brackley - Die Formel 1: In der Königsklasse des Motorsports ist alles größer, schneller, extremer. Das fängt bei den Geschwindigkeiten der Boliden an und hört bei den astronomischen Gehältern der Fahrer auf. Weltmeister Lewis Hamilton streicht 2021 wohl rund 40 Millionen Euro von Mercedes ein. Es gibt nur wenige Sportler auf der ganzen Welt, die ein höheres Salär von ihrem Arbeitgeber beziehen.

Bei solchen Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass die Rechnung für eine Auto-Reparatur alles übersteigt, was sich ein normaler Pkw-Fahrer vorstellen kann. Klar: Man spricht hier ja auch vom besten Rennsport-Material der Welt, das die fähigsten Mechaniker des Planeten wieder an die Autos schrauben müssen.

Formel 1: Extreme Kosten für Ersatzteile - Mercedes muss nach Bottas-Crash tief in die Tasche greifen

Bleiben wir bei den Silberpfeilen: Dort hat man in den Tagen vor dem dritten Grand Prix der Saison in Portimao ungewöhnlich viel zu tun. Denn Hamilton-Kollege Valtteri Bottas war in Imola in einen heftigen Crash verwickelt: Er und Williams-Pilot George Russell krachten bei höchster Geschwindigkeit ineinander. Was blieb? Zum Glück keine Verletzungen, ein Streit im Kiesbett, extreme Blechschäden und (vermutlich) Flüche in den jeweiligen Boxen. Denn dort ist man nun gefordert, die Autos wieder zusammenzusetzen. Und das hat seinen Preis.

Beim Weltmeister geht man davon aus, dass der Schaden „mindestens“ eine Million Pfund betrage - also mehr als eine Million Euro. Teamchef Toto Wolff erklärte: „Wir hatten immer Angst davor, dass ein Auto ein totaler Abschreiber wird. Das wird hier nicht ganz der Fall sein, aber fast.“ Nun ist es nicht so, dass Mercedes dieses Geld nicht hat. Das Problem ist hier eher die Budgetobergrenze von 145 Millionen US-Dollar. Wie alle anderen Teams darf man nicht mehr ausgeben. Wenn nun - wie bei Bottas - plötzlich eine Million wegen eigentlich unerwarteter Reparatur-Kosten bezahlt werden muss, fehlt dieses Geld an anderer Stelle wie beispielsweise der Forschung und Entwicklung der Fahrzeuge.

Im Video: Analyse zum Crash zwischen Russell und Bottas

Formel 1: Reparatur von Bottas Auto kostet über eine Million Euro

Aber was macht die Reparatur so teuer? Ganz einfach: Die vielen verschiedenen Teile an sich sind schon extrem teuer. Sebastian Vettels Boss, Otmar Szafnauer, nannte schon 2017 irre Summen für die einzelnen Teile. Damals war er noch Teamchef von Force India, der Rennstall entwickelte sich in der Folge zu Racing Point und letztlich zu Aston Martin weiter.

Gegenüber der Bild am Sonntag zählte Szafnauer schon damals einzelne Teile und deren Kosten auf. Eine Grundlage für die Preise, die Mercedes nun für den Bottas-Wagen berappen muss. Nur muss man sich noch vor Augen halten, dass sich das Material in den vergangenen vier Jahren natürlich auch verbessert hat und Mercedes das Nonplusultra der Formel 1 ist - somit dürften zum Szafnauer-Vergleich wohl noch einige Euros hinzukommen.

Formel 1: Wie viel kosten die einzelnen Teile an den Autos? Vettel-Boss Szafnauer nannte 2017 schon irre Zahlen

  • Frontflügel und Nase: 150.000 Euro
  • Reifen und Felge: 1500 Euro plus 5000 Euro - pro Stück
  • Radaufhängung: 200.000 Euro
  • Pedal: 10.000 Euro
  • Lenkrad: 60.000 Euro
  • Sitz: 10.000 Euro
  • Motor: 1 Million Euro
  • Chassis: 500.000 Euro
  • Motor-Abdeckung, Seiten-Kästen, Unterboden: 250.000 Euro
  • Heckflügel: 40.000 Euro
  • Insgesamt: drei bis vier Millionen Euro

Laut Statistischem Bundesamt lag der deutsche Brutto-Jahresverdienst 2020 im Durchschnitt bei 47.700 Euro. Nach dieser Rechnung könnte man mit einem normalen Jahresgehalt also nicht einmal ein Lenkrad eines Formel-1-Autos kaufen. Szafnauer meinte dazu gegenüber der Bild am Sonntag: „Da steckt mittlerweile einfach eine Menge Technik drin.“ (akl)

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