Königsklasse

Formel 1: Wie viel Geld verdient ein Mechaniker? Ralf Schumacher gibt Einblick - Traurige Details

Ralf Schumacher vom Team "US Racing" steht an der Rennstrecke.
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Ralf Schumacher ist inzwischen Formel-1-Experte bei Sky.

In der Formel 1 lässt sich sehr, sehr viel Geld verdienen. Gilt das auch für einen gewöhnlichen Mechaniker? Ralf Schumacher klärte nun auf.

  • Formel 1: In der Königsklasse des Motorsports ist eine Menge Geld im Umlauf.
  • Weltmeister Lewis Hamilton verdient bei Mercedes schätzungsweise 50 Millionen Euro jährlich.
  • Und die Mechaniker? Ralf Schumacher gab einen emotionalen Einblick.
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Abu Dhabi - Finito für 2020: Die Formel 1 hat ihre Saison beendet. Zum Abschluss gab es in Abu Dhabi nochmal einen großen Knall: Max Verstappen setzte sich mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg die Krone auf und brach die Mercedes-Dominanz im Emirat. Seit 2014 fuhr der Gewinner nämlich immer einen Silberpfeil.

Dieses Mal aber nicht. Valtteri Bottas und Lewis Hamilton mussten sich mit den Plätzen zwei und drei zufrieden geben. Bei Mercedes wird man‘s verkraften können - schließlich war es mit dem Weltmeister-Titel für Hamilton und dem Gewinn der Konstrukteurs-Meisterschaft einmal mehr ein außergewöhnliches Jahr.

Außergewöhnlich war 2020 auch für Sebastian Vettel. Aber nicht unbedingt im positiven Sinne. Der Deutsche erlebte bei Ferrari ein Debakel nach dem anderen. Umso glücklicher ist er nun, schon bald bei Aston Martin ein neues Kapitel aufzuschlagen. Und vielleicht ist er ja nicht der einzige Scuderia-Mitarbeiter, der die Seiten wechselt.

Formel 1: Wie viel verdient ein Mechaniker in der Königsklasse? Ralf Schumacher klärt auf

Längst ist nicht nur um die Fahrer, sondern auch um die klügsten Köpfe und schnellsten Hände ein großer Kampf in der Formel 1 entbrannt. Ingenieure und Mechaniker sind gefragt. Denn immer wieder zeigt sich: Erfolg hat das Team, bei dem von vorne bis hinten wirklich alles passt - nicht nur der Fahrer.

Doch was verdient man eigentlich in der Formel 1, wenn man nicht zu den Stars im Cockpit gehört? Sky-Kommentator Sascha Roos wollte im Rahmen des Großen Preises von Abu Dhabi wissen, wie viel ein F1-Mechaniker im Vergleich zu einem „normalen Mechaniker in einer Autowerkstatt“ verdient. Experte Ralf Schumacher gab die Antwort: „Für‘s Geld würde es niemand machen. Ja, sie verdienen natürlich mehr Geld. Aber sie sind ja praktisch nicht zu Hause.“

Der Formel-1-Zirkus ist das komplette Jahr unterwegs. Und wenn an einem Auto etwas repariert werden muss, dann seien die Mechaniker natürlich gefragt. 14 Stunden an der Rennstrecke seien da nicht ungewöhnlich. Und wenn es hart auf hart kommt, muss eben schon mal eine Nacht durchgeschraubt werden.

Formel 1: Ralf Schumacher gibt Blick hinter die Kulissen - „Das könnte man mit Geld gar nicht bezahlen“

Hinzu kommt: Nach einem Rennen sind die Mitarbeiter eines Formel-1-Teams selbstverständlich weiter im Einsatz. „Die Mechaniker fliegen wieder in die Firma und arbeiten weiter. Das gilt für das gesamte Personal. Auch ein Toto Wolff bei Mercedes sitzt dann wieder am Schreibtisch. Die landen um 5 Uhr meinetwegen in Heathrow, dann gehen die schnell duschen und sitzen dann wieder um halb acht im Büro. Und das den ganzen Tag. Formel 1 ist eine Lebensweise, für die man Herzblut haben muss. Man muss dieses verrückte Leben wollen. Mit Geld zu bezahlen - reden wir mal nicht von den Fahrern, die verdienen ganz viel Geld - aber die Mechaniker und viele der Leute, die da arbeiten: Das könnte man mit Geld gar nicht bezahlen.“

Eine konkrete Summe nennt Schumacher nicht. Dafür aber das Portal gehaltsvergleich.com. Dort hieß es in einem 2019 veröffentlichten Bericht: „Bei großen und erfolgreichen Rennställen wie Mercedes, Ferrari oder Red Bull kann ein einfacher Mechaniker etwa 6000 Euro verdienen. Dabei sind Prämien für WM-Punkte bereits inklusive. Kfz-Mechaniker bei weniger erfolgreichen Teams verdienen auch weniger. Dabei sind die Unterschiede in Sachen Grundgehalt in diesem Bereich deutlich geringer als z. B. bei den meisten Fahrern, allerdings gibt es in diesen Teams auch deutlich seltener Punkteprämien.“ Bei gewöhnlichen KfZ-Mechanikern rechnet das Portal mit einem Brutto-Monatsgehalt von teilweise deutlich weniger als der Hälfte.

Schumacher erinnerte sich außerdem an ein Gespräch mit Ross Brawn. Der jetzige Formel-1-Sportdirektor hatte zwischenzeitlich eine Pause eingelegt. „Damals sagte er zu mir: Er genießt es, weil er jetzt Zeit mit seiner Enkelin verbringen kann. Mehr, als er damals mit seiner Tochter hatte.“ Schumacher nennt auch seinen damaligen technischen Direktor Sam Michael: „Der hat seine Kinder auch nie gesehen.“ Bittere Wahrheiten aus der Formel 1. (akl)

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