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Formel 1: Mercedes-Geheimnis sorgt für Alarm bei Red Bull

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Chancenlos beim Formel-1-Rennen am Bosporus: Verstappen (re.) gegen Bottas
Chancenlos beim Formel-1-Rennen am Bosporus: Verstappen (re.) gegen Bottas. © Umit Bektas/Pool Reuters/AP/dpa

Der Top-Speed von Weltmeister Lewis Hamilton beim Türkei-GP bereitet dem Team von WM-Spitzenreiter Max Verstappen Sorgen. Wie steht es um die Titelchance von Red Bull?

Salzburg – Eigentlich könnten die Verantwortlichen von Red Bull gut gelaunt und entspannt auf die sechs verbleibenden Rennen im WM-Titelkampf mit Mercedes schauen. Nach seinem zweiten Platz in der Türkei hat Max Verstappen mit sechs Punkten Vorsprung vor seinem Erzrivalen Lewis Hamilton wieder die WM-Führung übernommen. Doch die Sorgenfalten bei den Österreichern mehren sich.

Ihr Motorsportchef Helmut Marko erklärt: „Die Überlegenheit von Mercedes war einfach zu groß. Unter nassen Bedingungen hätte Max Verstappen normalerweise kein Problem gehabt, Bottas zu schlagen. Doch in Istanbul hatte er keine Chance, das Tempo von Hamiltons Teamkollegen mitzugehen.“

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Dabei hatte Red Bull noch Glück im Unglück, was Hamilton betrifft. Der Brite fuhr nach einem Motorwechsel, der ihm die Rücksetzung um zehn Startplätze als Strafe einbrachte, von Position elf los. Marko: „Unser Alpha-Tauri-Junior Tsunoda hat ihn am Anfang des Rennens bravourös aufgehalten. Wäre er da schneller vorbeigekommen, hätte er das Rennen möglicherweise sogar gewonnen. Denn wenn er hinter Bottas gefahren wäre, hätte es mit Sicherheit einen Platztausch gegeben.“

Besonders im Topspeed hätte Mercedes einen Riesensprung gemacht. Marko: „Ihr Speed auf der Geraden gibt uns Rätsel auf. Teilweise fuhren sie 15 km/h schneller als wir. Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Und das, obwohl sie mehr Abtrieb auf den Heckflügel drauf gepackt hatten als wir.“ Auffällig laut Marko ist: „Besonders mit leereren Tanks sind sie uns haushoch überlegen. Am Anfang des Rennens sind sie auf Augenhöhe. Deshalb tat sich Hamilton auch noch so schwer gegen Tsunoda. Später, als Hamilton auf Tsunodas Teamkollegen Gasly auflief, ließ er ihn stehen, als würde dieser parken.“

F1-Titelrennen spitzt sich zu: Sechs Rennen übrig - Vieles davon „Mercedes-Land“

Red Bulls Techniker sind jetzt gefordert. Marko: „Ich glaube nicht, dass Mercedes etwas Illegales getan hat. Deshalb liegt es jetzt an uns, zu recherchieren, warum Mercedes plötzlich so schnell ist. Ist es nur der Motor oder noch etwas anderes? Wir müssen jetzt Tag und Nacht arbeiten, um ihrem Geheimnis auf die Spur zu kommen und dann dagegenzuhalten. So schnell wie möglich. Es liegt an uns.“

Sonst sieht es eher düster aus mit dem WM-Titel. Marko: „Wenn die Leistungsunterschiede weiter so bleiben wie in Istanbul, haben wir ein Problem. Von den sechs restlichen Rennstrecken der Formel 1 2021 spielen nur die Kurse in Mexiko und Sao Paulo wegen ihrer Höhenlage uns ein wenig in die Karten. Der Rest scheint im Moment klar Mercedes-Land zu sein.“

Als erste Maßnahme wird das Chassis von Verstappen auf Herz und Nieren untersucht. „Das war nicht optimal in Istanbul,“ erklärt Marko, „Max klagte ständig über Untersteuern, das wir einfach nicht wegbekamen.“ Es sei nicht auszuschließen, dass der Niederländer beim nächsten Rennen in Austin mit neuem Chassis fahren wird. Marko lässt den Kopf aber nicht hängen: „Wir kämpfen weiter. Positiv ist auch, wie entspannt Max mit der momentanen Situation umgeht. Er bleibt ganz ruhig und weist nur auf die Nachteile hin, die er im Moment hat.“

Beim Rennen in der Türkei hatte Sebastian Vettel eine gute Ausgangsposition, die er spätestens mit einer falschen Reifentscheidung aufgab. Fans waren sauer.

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