Streit in der Formel 1

„Totaler Blödsinn!“ Mercedes-Chef Toto Wolff gegen Red-Bull-Boss Helmut Marko - Der Zoff geht weiter

Toto Wolff (l.) und Helmut Marko stehen sich vor einer Menschengruppe gegenüber und sprechen miteinander
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Duell um die Formel-1-Spitze: Mercedes-Teamchef Toto Wolff (l.) gegen Red Bull und Chefberater Helmut Marko.

Die hitzigen Gemüter in der Formel 1 kühlen auch in der Sommerpause nicht ab. In der tz schießt Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko gegen Mercedes zurück.

München - Eigentlich wäre die vierwöchige Sommerpause in der Formel 1 gut geeignet, die hitzigen Gemüter in den Reihen von Red Bull und Mercedes abzukühlen. Mitnichten! Die Anfeindungen gehen munter weiter. Mercedes lässt nicht locker. Beim Fachportal auto, motor und sport beispielsweise war zu lesen: „Aus der Mercedes-Ecke ist zu hören, dass Honda über eine Direktive der FIA eingebremst worden sei. Angeblich gibt es schon seit vier Monaten Unstimmigkeiten darüber, wie die Japaner ihr Energiemanagement betreiben.“

Formel 1: Red-Bull-Boss Helmut Marko mit Klarstellung - „Das ist totaler Blödsinn“

Das will Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko (78) nicht auf sich sitzen lassen. Der Grazer unterbrach sogar seine tägliche Waldarbeit, um in der tz klarzustellen: „Das ist totaler Blödsinn. Es gab keine Einschränkungen, weder von der FIA noch von Honda selbst. Wir haben den Motor nicht zurückdrehen müssen. Wir sind auch in Ungarn mit der gleichen Power gefahren wie zuvor. Im Gegensatz zu Mercedes: Die haben nicht nur am Auto Updates gebracht, sondern auch beim Motor. Das ist der Grund, warum sie auf der Geraden seit Silverstone wieder so schnell sind.“

In der Tat: Vor dem Großen Preis von Großbritannien in Silver­stone hatte Red-Bull-Honda Vorteile beim Topspeed. In Silverstone und Ungarn dominierte plötzlich wieder Mercedes in Sachen PS-Zahl. Was das von Marko erwähnte Aerodynamikpaket von Mercedes betrifft: Dort glauben die Techniker, dass die Neuerungen am Unterboden und den Leitblechen zwei Zehntel gebracht haben. Mehr noch als der reine Zeitgewinn: Teamchef Toto Wolff sieht den größeren Nutzen vor allem darin, dass die Modifikationen die Aerodynamik des W12 stabiler machen, sodass die Ingenieure damit ein größeres Spektrum an Einstellmöglichkeiten erhalten. „Und beim Motor“, so Marko, „hört man, hat Mercedes das Kühlsystem verbessert, sodass sie mehr PS freischalten können.“

Formel 1: Beziehung zwischen Superstar Max Verstappen und Red Bull ist besser denn je

Immerhin: Trotz der misslungenen zwei letzten Rennen, die den Verlust der WM-Führung zur Folge hatten, gibt es auch Positives für Red Bull zu berichten. Die Beziehung zwischen ihrem Superstar Max Verstappen (23) und den Österreichern ist besser denn je. Es ist nach den Ereignissen von Silverstone und Budapest nicht mehr damit zu rechnen, dass das Jahrhunderttalent ausgerechnet zum Erzrivalen Mercedes wechseln könnte. „Ich habe absolut die richtige Wahl getroffen, bis 2023 bei Red Bull unterzeichnet zu haben“, sagt der Niederländer. „Die Art und Weise, wie mein Team nach der von Hamilton ausgelösten Kollision reagiert hat, macht mich stolz. Das zeigt, dass ich im richtigen Team bin.“

Verstappen nahezu euphorisch: „Sie würden für mich durchs Feuer gehen. Ich denke nicht, dass ich diese Wärme woanders finden kann.“ Ralf Bach

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