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Formel 1: Schumacher und sein „Psychokrieg“ - Rosberg schildert fiese Toiletten-Details

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Von: Patrick Freiwah

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Ex-Teamkollegen bei Mercedes in der Formel 1: Nico Rosberg (l.) und Michael Schumacher
Ex-Teamkollegen bei Mercedes in der Formel 1: Nico Rosberg (l.) und Michael Schumacher. © Gribaudi/Imago

Was unterscheidet die Formel-1-Legenden Michael Schumacher und Lewis Hamilton? Ex-Mercedes-Rennfahrer Nico Rosberg war mit beiden im Team - und verrät erstaunliche Details.

München - Zehn Jahre lang fuhr Nico Rosberg in der Formel 1 um Punkte. In seinem abschließenden Jahr 2016 konnte der heute 36-Jährige als dritter deutscher Rennfahrer den Weltmeister-Titel ergattern - und beendete daraufhin seine Karriere. In seiner sechsjährigen Zeit bei Mercedes-AMG arbeitete der gebürtige Wiesbadener mit zwei Männern zusammen, die sich im Olymp der F1 befinden: Michael Schumacher und Lewis Hamilton.

Wenn also jemand gut beurteilen kann, wie die Formel-1-Rekordweltmeister (beide sieben WM-Titel) bei der Ausübung ihres PS-getriebenen Berufs ticken, erscheint Rosberg eine kompetente Wahl. Gegenüber Motorsport-total.com gibt der Ex-F1-Pilot interessante Einblicke und verrät Tricks und „Spielchen“ der beiden erfolgreichsten Piloten, welche die Rennserie bis dato erlebt hat.

Michael Schumacher in der Formel 1: „Teamplayer“, kombiniert mit „Spielchen“

Ein wesentlicher Unterschied zwischen den früheren Teamkollegen sei, dass Michael Schumacher ein wahrhaftiger „Teamplayer“ war: „Dass er das ganze Team motiviert und hinter sich kriegt, alle Namen kennt, die einlädt zu sich nach Hause für Fahrradtouren und so, obwohl er siebenmaliger Weltmeister ist und 800 Millionen auf dem Konto hat“, schildert Rosberg. Bei Schumacher-Sohn Mick sind übrigens ähnliche Tendenzen zu erkennen.

Nicht nur das Teambuilding war Schumacher, der seit seinem Skiunfall Ende 2013 aus der Öffentlichkeit verschwunden ist, demnach wichtig: „Ein großer Unterschied ist Fleiß. Lewis hasst Testfahrten. Und Michael, der würde jeden Tag Tests fahren, obwohl er siebenmaliger Weltmeister ist. Weil er aber auch weiß, dass man da immer noch ein bisschen lernen kann.“

Was den Ehrgeiz und „linke“ Spielchen betrifft, würden sich Michael Schumacher und Lewis Hamilton nur bedingt unterscheiden, glaubt Nico Rosberg. Das verdeutlicht sich anhand zweier Anekdoten bei Mercedes-AMG: Die erste stammt aus der gemeinsamen Zeit zwischen 2010 und 2012 - und beinhaltet eine bizarre WC-Story.

„Da gab‘s nur eine Toilette in der Garage. Und Michael geht dann zehn Minuten vorher rein, schließt sich da ein. Der weiß, wir als Fahrer müssen, bevor wir ins Auto steigen, vorher nochmal auf Toilette gehen, vorm Qualifying. Er hat dann die Tür verschlossen. Ich bin draußen und klopfe und klopfe. Keiner antwortet, voll Panik. Also habe ich es dann irgendwo in der Ecke dann letztendlich machen müssen“, erklärt Rosberg Schumis „Psychokrieg“.

Schumacher oder Hamilton? „Wahrscheinlich der Beste aller Zeiten“

Hamilton, mit dem der gebürtige Wiesbadener bei Mercedes AMG Petronas F1 ab 2014 das Fahrergespann bildete, würde sich im Gegensatz zu Landsmann Schumacher (seine komplette F1-Statistik) weniger auf derartige Spielchen fokussieren. Was den Briten auszeichne, sei folgendes: „Das ganze Politische, mit den Medien. Da agiert er sehr, sehr clever. Und auch auf der Strecke, wenn man in die Grauzonen reingeht, ist es irgendwie nie seine Schuld so richtig. Es ist immer die Schuld vom Gegner.“ Rosberg führt aus, dass Hamilton nicht davor zurückschrecke, auf perfide Weise auch den eigenen Teamkollegen zu hintergehen. Er belegt die These mit einer Erzählung, als Hamilton die Stewards kontaktierte, nachdem Rosberg im Qualifying eine Pole Position holte.

Was übrigens das Talent betrifft, so hat Rosberg, der mittlerweile auch als Investor in Erscheinung tritt, einen eindeutigen Favoriten: Während der Vater von Mick Schumacher „komplett als Fahrer“ gewesen sei und über mehr Fleiß verfügt habe, handele es sich bei Hamilton um ein „extremes Naturtalent“: „Vom Talent her muss er wahrscheinlich der Beste aller Zeiten sein. Und darauf baut er wirklich auf, dieser Instinkt ist phänomenal bei ihm.“ Hamilton kann 2021 seinen achten WM-Titel einfahren und damit zum alleinigen Rekordhalter der Formel 1 aufsteigen.

In einer Netflix-Doku über Michael Schumacher sind Zuschauer der Rennsport-Legende derweil so nah wie noch nie. (PF)

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