„Weibliche Körper sind nicht dazu da, ...“

Grapsch-Skandal im Team von Mick Schumacher: Teamkollege darf bleiben - doch Opfer schlägt jetzt andere Töne an

Mick Schumacher trotz des Sexismus-Skandals um Nikita Mazepin künftig mit dem Russen bei Haas in der Formel 1 starten. Die begrapschte Frau spricht jetzt Klartext.

  • Mick Schumacher wird ab kommendem Jahr für das Team Haas in der Formel 1 an den Start gehen.
  • Der US-Rennstall sorgte mit einer umstrittenen Entscheidung für viel Unmut bei den Fans.
  • Trotz des Sexismus-Skandals um Nikita Mazepin setzt Haas weiter auf den russischen Nachwuchsfahrer.

Update vom 26. Dezember, 21.05 Uhr: Dass Nikita Mazepin Haas-Pilot bleibt, ist nun klar. Doch das beendet den Skandal um Mick Schumachers neuen Teamkollegen nicht - der Fall brodelt weiter vor sich hin. Jetzt tauchten Aussagen der Frau auf, die der Russe an den Brüsten angefasst hatte.

Kurz nachdem das Grapsch-Video online gegangen war, hatte sich das Model Andrea D‘Ival noch schützend vor Mazepin gestellt. Sie spielte die Angelegenheit runter: „Ich gebe mein Wort, dass er wirklich ein guter Mensch ist“, schrieb sie auf Instagram. Nun schlägt sie ganz andere Töne an. „Weibliche Körper sind nicht dafür da, männlichen Gedanken Rechnung zu tragen... und Handlungen auch nicht“, schreibt sie.

In einer Frage-Antwort-Runde mit ihren Followern wurde sie nochmal deutlicher: „Lass dich von niemandem berühren oder respektlos behandeln“, betont sie. Die Freundschaft mit dem künftigen Formel-1-Piloten scheint wohl erstmal abgekühlt zu sein.

Formel 1: Mick Schumachers Rennstall im Kreuzfeuer nach umstrittener Mazepin-Entscheidung

Erstmeldung vom 23. Dezember:

Kannapolis - Seit Anfang Dezember ist die Zukunft von Mick Schumacher endgültig entschieden, der Formel-2-Champion wird für das US-Team Haas in der Königsklasse debütieren. Aktuell gerät der neue Rennstall des Sohns von Michael Schumacher massiv in die Kritik. Grund dafür ist ein Statement, in dem Schumachers designierten aber nicht unumstrittenen Teamkollegen der Rücken gestärkt wird. Trotz eines offensichtlichen Eklats.

Der Formel-1-Rennstall bekräftigte am Mittwoch in der Mitteilung, dass der 21-jährige Nikita Mazepin im kommenden Jahr bleibt. Vor etwa zwei Wochen hatte der Russe mit einem Video in seiner Instagram-Story schockiert, in dem er offenbar eine Frau auf der Rückbank eines Autos unsittlich berührt. Haas hatte daraufhin die Aufarbeitung des Videos angekündigt, das nach kurzer Zeit wieder von Mazepins Instagram-Profil gelöscht wurde.

In der Mitteilung heißt es, man habe „diese Angelegenheit nun intern behandelt“, auf weitere Kommentare bezüglich des Themas verzichtet der Rennstall. „Das Haas F1 Team möchte bekräftigen, dass Nikita Masepin und Mick Schumacher seine Fahrerpaarung für die Fia Formel-1-Weltmeisterschaft 2021 bilden werden“, heißt es weiter.

Formel 1: Fans gehen gegen Haas auf die Barrikaden - Anti-Mazepin-Hashtag trendet auf Social Media

Auf Twitter trendete daraufhin der Hashtag „#WeSayNoToMazepin“ mit einem dazugehörigen Bild und viele Formel-1-Fans ließen ihrem Frust über die Entscheidung freien Lauf. „Leider ist dem Haas-Team Geld wichtiger. Grundlegende Menschenrechte spielen also keine Rolle und Sexist zu sein wird vom Team und den Sponsoren offen begrüßt“, schreibt ein User. Eine Nutzerin meint: „Sehr geehrte FIA, trauen Sie sich nicht, ‚We Race as One‘ jemals wieder zu verwenden, nachdem Sie nichts gegen Mazepin unternommen haben“.

Mazepin entschuldigte sich zwar in einem Tweet, in dem er schrieb: „Ich gestehe ein, dass ich viele Menschen und mich selbst enttäuscht habe. Ich verspreche, ich werde daraus lernen“. Allerdings löschte er ihn kurze Zeit später, was vielen Formel-1-Fans ebenfalls missfiel. „Also hat Mazepin seine Entschuldigung gelöscht und ist noch immer ein Fahrer? Das ergibt keinen Sinn“, schreibt eine Userin.

Das Team gab zwar zunächst an, das Verhalten des Nachwuchspiloten „nicht zu dulden“, widersprach sich jedoch in den Augen vieler Formel-1-Fans mit der Entscheidung. Noch vor wenigen Tagen hatten einige Details bei Instagram darauf hingedeutet, dass sich Haas bezüglich des Skandals gegen Mazepin entscheidet. Auch deswegen traf das offizielle Statement viele Fans hart. (ajr)

Rubriklistenbild: © Andy Hone / imago images

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