Autos dürfen nun auch aus Hanf sein

Startzeiten, grüne Materialien und ein Novum: Die wichtigsten Neuerungen der Formel-1-Saison 2021

Grüne Materialien, neue Startzeiten und ein absolutes Novum. Auch 2021 gibt es einige Neuerungen in der Formel 1. Wir stellen die wichtigsten vor.

Am 28. März kann Sebastian Vettel mit seinem neuen Team Aston Martin loslegen. Dann nämlich geht die Formel 1 in die neue Saison. Auf dem Bahrain International Circuit findet das erste Rennen statt. Vettel, der womöglich Niko Hülkenberg im Team begrüßen kann, absolvierte bereits einige Runde im Simulator seines neuen Boliden und war zufrieden. Aber natürlich gibt es noch Stellschrauben, an denen zu drehen ist. „Er hat uns einige Rückmeldungen gegeben“, sagte Teamchef Otmar Szafnauer Sport1.

Kein Wunder. Denn auch in der neuen Saison gibt es viele neue Regeln, die einer sorgfältigen Abstimmung bedürfen. Die große technische Revolution kommt zwar erst 2022, doch auch in diesem Jahr gibt es neben dem Aus der Formel 1 im Free-TV bei RTL als einige wichtige Neuerungen. Wir stellen sie vor.

Formel 1 2021: Unterboden in neuem Design

Weil die Autos immer schneller werden und Pirelli aus Kostengründen keine neuen Reifen entwickeln will, muss die Bremse an anderer Stelle gezogen werden. Die FIA entschied sich in Abstimmung mit den Teams für den Unterboden. Dieser wird beschnitten, was zu zehn Prozent weniger Abtrieb bei den Fahrzeugen der Formel 1 führen soll. Bislang war es erlaubt, den Unterboden vor der Hinterachse auf maximal 1,60 Meter zu verbreiten.

2021 ist damit Schluss. Künftig muss eine Art Dreieck eingeschnitten werden. Das soll auch verhindern, dass findige Ingenieure Schlupflöcher nutzen. Es ist im gesamten Bereich nicht mehr erlaubt, voll eingeschlossene Löcher zu haben. Zudem darf sich der Unterboden vertikal nur noch um acht statt zehn Millimeter verbiegen.

Formel 1 2021: Die Autos werden schwerer

Bislang betrug das Mindestgewicht eines Rennwagens 746 Kilogramm. In der Saison 2021 werden sie noch einmal um drei Kilogramm schwerer. Die Power Unit soll dann nicht mehr 145, sondern 150 Kilogramm wiegen. Das neue Maß soll den Herstellern entgegenkommen, die dann nicht mehr gezwungen sind, exotische und kostspielige Materialien zu verbauen, um Gewicht zu sparen.

Neue Regeln in der Formel 1: 2021 weniger Entwicklungszeit und Budgetobergrenze

Damit schlechtere Teams bessere Chancen haben, an die Top-Rennställe heranzurücken, erhalten diese mehr Entwicklungszeit. So darf der WM-Letzte etwa 112,5 Prozent der normalen Entwicklungszeit die meiste Zeit im Simulator oder Windkanal verbringen, der Weltmeister hingegen nur noch 90 Prozent.

2021 dürfen Teams außerdem nur noch maximal 145 Millionen Dollar insgesamt ausgeben. Ein absolutes Novum, was in Zeiten der Corona-Pandemie allerdings gerne angenommen wird.

Formel-1-Regeln 2021: Mercedes-Vorteil jetzt verboten

Das DAS-System von Mercedes, wodurch die Silberpfeile Vorteile bei der Reifentemperatur hatten, ist künftig verboten. Die Fahrer konnten mit dem Lenkrad die Spur der Reifen verstellen, was Reifen langlebiger machte. Diese Vorrichtung ist nun verboten, Teams sollen keine Kostenexplosion bei der Entwicklung eines ähnlichen Systems erfahren.

Neu ins Regelwerk aufgenommen wurden grüne Materialien. Künftig dürfen Formel-1-Autos auch aus Naturfasern wie Bambus, Leinen oder Hanf gebaut werden. Die FIA entschied sich aus zwei Gründen dafür: Naturfasern senken die Verletzungsgefahr bei Unfällen, da sie weniger scharfkantig sind. Dazu will auch die Formel 1 grüner und nachhaltiger werden.

Formel 1 2021: Trainings am Freitag werden verkürzt

Dazu passt eine weitere Neuerung. Um einen teuren Wettkampf beim Benzin zu vermeiden, ist 2021 nur noch ein neues Gemisch erlaubt. Schon jetzt beträgt der Anteil an Biosprit 5,75 Prozent. Zur Saison 2022 soll dieser sogar auf zehn Prozent steigen.

2021 wird es mit 23 so viele Rennen wie noch nie geben. Um ein wenig die Belastung für die Fahrer zu reduzieren und den Zuschauern am TV Leerlauf zu ersparen, werden die beiden Trainings am Freitag von 90 auf 60 Minuten verkürzt. Das macht insgesamt eine Stunde weniger Übungszeit. Diese Verkürzung dürfte sich gerade auf neue Fahrer - Mick Schumacher wird 2021 erstmals in der Formel 1 starten - negativ auswirken.

Formel-1-Rennen starten 2021 wieder zur vollen Stunde

Zu guter Letzt noch eine Änderung, die vor allem Puristen unter den Fernsehzuschauern freuen dürfte. Die Grand Prix beginnen nach drei Jahren wieder zur vollen Stunde. Vorbei die Zeit, als die Formel-1-Piloten um 14.10 Uhr in die Einführungsrunde starteten. Rennen in Europa werden 2021 einheitlich um 15 Uhr beginnen. (mt)

Rubriklistenbild: © Hassan Ammar

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