„Authentischer und greifbarer“

Streckenreporter-Legende schießt gegen Hamilton und Mercedes - und lobt Red-Bull-Pilot Verstappen

Kai Ebel im Interview mit Max Verstappen
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Boxengassen-Reporter Kai Ebel im Interview mit Red-Bull-Pilot Max Verstappen

Kai Ebel kann auf eine lange Karriere als Formel-1-Streckenreporter für den Sender RTL zurückblicken. In einem Interview mit Sport1 zieht er Bilanz - und teilt gegen Mercedes aus.

München/Baku - Am 6. Juni 2021 wird mit Charles Leclerc ein Ferrari-Pilot das Feld beim Großen Preis von Aserbaidschan anführen. Die Scuderia in der ersten Reihe - ein, in den letzten Jahren, nicht allzu häufig gebotener Anblick. Mit kaum einem anderem Reporter sind die glorreichen Formel-1-Zeiten der Schumacher-Scuderia enger verbunden als mit Kai Ebel. Der 56-Jährige begleitete als Streckenreporter 500 Grand Prix, war ganz nah dran an Michael Schumacher, Lewis Hamilton und Sebastian Vettel.

Seit sein Sender RTL die Übertragungsrechte der Rennen an den Pay-TV-Sender Sky abgeben musste, ist es etwas ruhiger um den Reporter in den auffälligen Outfits geworden. In dem Sport1-Interview vom 5. Juni 2021 meldet sich Ebel zurück - und geht den Mercedes-Rennstall scharf an.

Kai Ebel über Mercedes: „Offenen Wettkampf vorgegaukelt“

Der Dauer-Sieger-Rennstall (seit 2014 ununterbrochen Weltmeister) habe „das teaminterne Duell in den letzten Jahren als offenen Wettkampf vorgegaukelt“, so RTL-Reporter Ebel gegenüber Sport1. Er wisse, dass es sich dabei um ein „Bühnenschauspiel“ handle, betonte der Streckenreporter. Besonders für den fünfmaligen Weltmeister Lewis Hamilton fand Ebel deutliche Worte. Er bezeichnete den Briten als „unnahbar“ und beschreibt die Arbeit mit ihm in der Boxengasse. „Wenn er Lust hat, sagt er ‚Hallo‘. Wenn nicht, geht er einfach durch einen hindurch“, kritisierte der langjährige RTL-Reporter.

RTL-Reporter Ebel lobt im Sport1-Interview Max Verstappen: „Authentischer und greifbarer“

Für Ebel steht fest: Der Wettkampf zwischen dem amtierenden Weltmeister Hamilton und Red-Bull-Herausforderer Max Verstappen sei ein „echtes Duell“. Für den Red-Bull-Piloten findet der Reporter mit den auffälligen Outfits im Sport1-Interview lobende Worte. Im Vergleich zu Hamilton sei der junge Niederländer „authentischer und greifbarer“.

Dass Ebel die Formel 1* weiter genau beobachtet zeigt sich auch mit Blick auf Aston-Martin-Pilot und Ex-Weltmeister Sebastian Vettel. Einen weiteren WM-Titel traut der Reporter dem 33-Jährigen nicht mehr zu. „Jetzt macht er bei Aston Martin wieder einen entspannteren Eindruck - als ginge es in Richtung Formel-1-Rente“, schätzt Ebel gegenüber Sport1. Der Heppenheimer fährt seit der aktuellen Saison für die britische Traditions-Automarke, doch der Rennstall muss sich Plätzen im hinteren Teil des Feldes begnügen. Doch auch beim Haas-Team hatte man vor Saisonstart auf bessere Platzierungen gehofft.

Mick Schumacher im Haas: „Geht genauso analytisch vor, wie sein Vater“

Mick Schumacher ist in der Qualifikation zum Großen Preis von Aserbaidschan erneut frühzeitig ausgeschieden. Bei der Jagd auf die besten Startplätze belegte der Formel-1-Neuling am Samstag in Baku in seinem Haas-Rennwagen den 17. Rang. Auf Punkte im WM-Klassement wartet der junge Schumacher weiter, doch der Haas ist im Vergleich zu den anderen Boliden unterlegen. Seinen Teamkollegen Nikita Mazepin lässt Schumacher meist hinter sich. Ebel zieht im Sport1-Interview einen Vergleich zu seinem Vater Michael. „Ich glaube aber, dass er genauso analytisch vorgeht wie sein Vater und auf jedes Detail Wert legt“, so Ebel. Michael Schumacher sammelte in seiner Karriere sieben WM-Titel. (jjf/dpa)

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