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Formel-1-Schlussverkauf: Kaum noch freie Cockpits

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Kimi Räikkönen im Jahr 2005 - nun will er seine große Formel-1-Karriere wiederaufnehmen

Berlin - Nach Kimi Räikkönens Comeback in der Formel 1 sind nur noch wenige Cockpits für 2012 zu vergeben. Zwei Deutsche hoffen noch auf Stammplätze.

Auf dem Fahrermarkt der Formel 1 hat die Jagd auf die Restposten begonnen. Nach dem Coup von Lotus Renault mit dem Comeback von Kimi Räikkönen sind nun wieder zwei Deutsche die begehrtesten Spekulationsobjekte an der Wechselbörse: Adrian Sutil und Nico Hülkenberg. Doch es wird eng für alle Piloten ohne Vertrag. Nur noch für vier Cockpits ist alles offen, die restlichen 20 Stammplätze für 2012 scheinen vergeben.

Weil die Top-Teams Red Bull, McLaren, Ferrari und Mercedes im dritten Jahr in Serie mit der gleichen Piloten-Paarung ins Rennen gehen, sind sogar die Plätze bei Hinterbänklern wie Williams heiß umkämpft. Ein Wechsel zum abgestürzten Traditions-Rennstall könnte für den Gräfelfinger Sutil die letzte Option sein. Bei Force India muss der 28-Jährige damit rechnen, von Testfahrer Hülkenberg verdrängt zu werden. “Ich gehe zu 100 Prozent davon aus, dass ich nächstes Jahr Formel 1 fahre“, beteuert Sutil tapfer.

Die Formel 1 2013: Alle Fahrer und ihre Autos

RED BULL RACING © Mark Thompson/Red Bull Racing
Dreifach-Weltmeister Sebastian Vettel (Heppenheim) fährt 2013 weiter im Red Bull, der Vertrag läuft bis 2014. © dpa
Teamkollege Mark Webber (Australien) hat noch einmal um ein Jahr verlängert. © Getty
MCLAREN © dpa
Für Lewis Hamilton fährt der 22 Jahre alte Mexikaner Sergio Perez. © ap
Routinier und Ex-Weltmeister Jenson Button (England) wird gefragt sein, er ist langfristig bis 2014 an den Rennstall gebunden. © Getty
FERRARI © dpa
Fernando Alonso (Spanien) wird den nächsten Angriff auf Vettel unternehmen. Er hat einen Vertrag bis 2016. © Getty
Felipe Massa (Brasilien) darf 2013 auch noch mal ran. © Getty
MERCEDES © dpa
Lewis Hamilton (England) statt Michael Schumacher. Der Brite ist vorerst drei Jahre an die Silberpfeile gebunden. © Getty
Nico Rosberg (Wiesbaden) bleibt, er hat einen Vertrag bis 2013. © Getty
LOTUS © dpa
Kimi Räikkönen (Finnland) wird als WM-Dritter 2012 noch mehr wollen. © dpa
Romain Grosjean (Frankreich) darf trotz seiner wiederholten Auftritte als Crashpilot wohl bleiben, ist aber noch nicht bestätigt. © dpa
WILLIAMS © Getty
Pastor Maldonado (Venezuela), Sieger in Barcelona, bleibt. Er bringt auch noch Geld aus Venezuela mit. © Getty
Bruno Senna ist raus, Testpilot Valtteri Bottas (Finnland) steigt zum Stammfahrer auf. © getty
FORCE INDIA © Sahara Force India
Paul Di Resta (Großbritannien) bleibt © getty
Adrian Sutil kriegt das zweite Cockpit © dpa
SAUBER © dpa
Die Schweizer treten mit einer neuen Paarung an. Nico Hülkenberg (Emmerich) wechselt von Force India zu Sauber. © dpa
Neben Nico Hülkenberg darf der 21-jährige Deübtant Esteban Gutierrez (Mexiko) ran. © dpa
TORRO ROSSO © dpa
Daniel Ricciardo (Australien) © getty
Jean-Eric Vergne (Frankreich) © getty
MARUSSIA © dpa
Hier ist alles neu! Timo Glock ist weg, für ihn ist Jules Bianchi da © Getty
Sein Kollege: Max Chilton © Getty
CATERHAM © dpa
Charles Pic (Frankreich), bisher Marussia, heuert bei dem anglo-malaysischen Team an. © getty
Giedo van der Garde ist sein Kollege © Getty

Beim klammen Williams-Team, das sich die Verpflichtung von Ex-Weltmeister Räikkönen wohl nicht leisten konnte, würde Sutil ein Denkmal stürzen. Grand-Prix-Rekordstarter Rubens Barrichello steht vor dem Aus, auch wenn der Brasilianer es noch nicht wahrhaben will. “Ich bin noch nicht bereit, jetzt aufzuhören“, sagte der 39-Jährige nach dem Saisonfinale in Sao Paulo.

Lachender Dritter im Wettbewerb um das zweite Williams-Cockpit neben dem mit Sponsoren-Millionen ausgestatteten und damit wohl gesetzten Venezolaner Pastor Maldonado könnte der Finne Valtteri Bottas sein. Der 22-Jährige überzeugte bei den Jungpiloten-Tests in Abu Dhabi und wäre zumindest deutlich günstiger zu haben als sein Landsmann Räikkönen.

Die Rückkehr des “Iceman“ hat auch bei Lotus Renault das Gerangel um den Platz am Steuer verschärft. Der Russe Witali Petrow und der Brasilianer Bruno Senna müssen um ihr Cockpit fürchten. GP2-Meister Romain Grosjean könnte aufrücken. Unklar ist noch immer, ob der Pole Robert Kubica nach seinem schweren Rallye-Unfall 2012 wieder in die Königsklasse zurückkehren kann. Lotus-Teamchef Eric Boullier wollte zuletzt auch diese Möglichkeit nicht ganz ausschließen.

Die Zeit für Entscheidungen läuft jedoch ab. Späte Wechsel sind oft ein Nachteil im knallharten Konkurrenzkampf. Das mussten zuletzt auch Michael Schumacher und Jenson Button feststellen. Schumacher unterschrieb 2009 erst kurz vor Weihnachten bei Mercedes und hatte dann mit dem auf den weichen Fahrstil von Vorgänger Button zugeschnittenen Wagen seine Mühe. Der auch erst nach Saisonende gewechselte Button indes klagte im ersten McLaren-Jahr regelmäßig über den auf Stallrivale Lewis Hamilton abgestimmten Boliden.

So richtig in Schwung dürfte das Fahrerkarussell dann 2012 kommen. Dann laufen bei allen vier Spitzen-Rennställen Verträge aus. Bei Red Bull könnte die Zeit von Sebastian Vettels Kollege Mark Webber enden, bei Ferrari fährt Felipe Massa auf Bewährung. Altmeister Schumacher ist nur noch bis Saisonende 2012 an Mercedes gebunden. Heißeste Ware aber dürfte dann Ex-Champion Hamilton sein, der im Gegensatz zu Button noch keinen neuen Kontrakt bei McLaren unterzeichnet hat. “Ich habe keine Eile“, sagt der Brite vieldeutig. “Das Wichtigste ist es, sich auf die Saison zu konzentrieren, die vor uns liegt.“

Der Fahrermarkt der Formel 1

Der Fahrermarkt der Formel 1 ist durch Kimi Räikkönens Comeback wieder in Bewegung geraten. Der aktuelle Stand am Ende der Saison 2011 im Überblick:

Red Bull: Das Team möchte Sebastian Vettels Vertrag am liebsten noch über 2014 hinaus verlängern. Mark Webber ist auch 2012 sein Kollege.

McLaren: Jenson Button hat seinen neuen Mehrjahresvertrag schon in der Tasche. Lewis Hamilton ist zumindest für 2012 noch gebunden.

Ferrari: Fernando Alonso will bis zur Formel-1-Rente bei der Scuderia bleiben. Felipe Massa fährt 2012 auf Bewährung.

Mercedes: Nico Rosberg soll bis mindestens Ende 2013 den Silberpfeil steuern. Michael Schumachers Vertrag läuft Ende 2012 aus.

Lotus Renault: Kimi Räikkönens Verpflichtung ist ein Coup. Kandidaten fürs zweite Cockpit: Petrow, Grosjean, Senna - oder doch Kubica?

Force India: Noch kein Fahrer bestätigt. Paul di Resta gilt aber als gesetzt. Nico Hülkenberg könnte Landsmann Adrian Sutil verdrängen.

Sauber: Der Japaner Kamui Kobayashi und der Mexikaner Sergio Perez bilden auch 2012 die Fahrerpaarung der Schweizer.

Toro Rosso: Jaime Alguersuari und Sebastién Buemi müssen noch etwas zittern, dürfen aber erneut auf Stammplätze hoffen.

Williams: Pastor Maldonado ist wohl nicht gefährdet. Dagegen droht Oldie Rubens Barrichello das Aus. Adrian Sutil könnte kommen.

Caterham: Jarno Trulli und Heikki Kovalainen sollen auch für den Nachfolger des Team Lotus starten.

HRT: Der spanische Veteran Pedro de la Rosa ist der neue Mann im Team. Wer sein Kollege wird, ist noch offen.

Marussia: Timo Glock wird sich weiter beim Hinterbänkler abmühen. Sein neuer Stallrivale heißt Charles Pic aus Frankreich.

dpa

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