Nur Platz 12

Ferrari-Katastrophe in Bahrain: Vettel ist plötzlich doch der große Gewinner - Folgt jetzt das „blaue Wunder“?

Sebastian Vettel hatte in Bahrain wieder ein Ferrari-Wochenende zum Vergessen. Und dennoch hat er großen Grund zur Freude.

  • Formel 1: Das zweite Renn-Wochenende in Bahrain war historisch.
  • Sebastian Vettel hatte mit seinem 12. Platz eher weniger Grund zur Freude - auf den ersten Blick.
  • Denn der Ferrari-Pilot wird mit Genuss zur Kenntnis genommen haben, dass sein künftiges Auto Rennen gewinnen kann.

Sakhir - Ein unglaubliches Rennen: Der zweite Bahrain-Grand-Prix geht in die Formel-1-Geschichte ein. Warum das so ist? Nun, dafür gibt es unzählige Gründe. Der, der alles überstrahlt, ist sicher folgender: Sergio Perez hat sein erstes Rennen in der Königsklasse gewonnen. Der Mexikaner siegte in 87 turbulenten Runden vor Esteban Ocon. Der Franzose schaffte es - Achtung, Geschichtsbücher - zum ersten Mal in seiner Karriere auf das Podium.

Dass keiner der beiden Mercedes-Fahrer auf dem Treppchen stand, ist ebenfalls höchst ungewöhnlich. Mehr noch: Valtteri Bottas und Hamilton-Ersatz George Russell wurden Achter und Neunter - ein historisch schlechtes Ergebnis für die erfolgsverwöhnten Silberpfeile.

Mit solchen Platzierungen wäre man andernorts wiederum sehr glücklich. Zum Beispiel bei Ferrari. Die Scuderia hat in der aktuellen Saison ein so dermaßen schlechtes Auto auf die Strecken dieses Planeten gestellt, dass sich Charles Leclerc und Sebastian Vettel inzwischen mit Alpha Tauris und Alfa Romeos rumschlagen müssen.

Formel 1: Ferrari-Pilot Sebastian Vettel wieder einmal enttäuschend

So war es auch beim zweiten Bahrain-Grand-Prix bittere Realität, dass sich Sebastian Vettel im hinteren Mittelfeld herumtrieb. Teamkollege Charles Leclerc leistete sich gleich in der ersten Runde einen Aussetzer und schoss Max Verstappen ab - keine Punkte für Ferrari an diesem Wochenende. Das Team verhunzte dann wieder einmal einen Boxenstopp von Vettel. Wie gut, dass diese unglückliche Liebesbeziehung in wenigen Wochen endet.

Dann wechselt Vettel nämlich zu Aston Martin. Dort will der viermalige Weltmeister nochmal voll angreifen. Und mit Sicherheit hat er es insgeheim genossen, sein zukünftiges Auto in Bahrain brillieren zu sehen: Perez auf eins, Lance Stroll auf drei - die beiden Racing Points sorgten für einen Paukenschlag in Sakhir. Und eben jene Racing Points heißen künftig ja Aston Martin.

Formel 1: Sebastian Vettel darf sich trotz Ferrari-Desaster freuen

Vettel hat sich enorm über seinen unbefriedigenden 12. Platz geärgert, gleichzeitig hat er aber gesehen: Schon bald wird es komplett anders laufen. Denn der Racing Point zeigte wieder einmal sein starkes Potenzial, das Auto zählt zu den großen Überraschungen der Saison. Die Leistung und das Setup passen - ganz im Gegensatz zum Ferrari. Sitzt Vettel also schon bald in einem Siegerauto?

„Es wird ihn sicher freuen“, merkte Sky-Experte Nick Heidfeld nach dem Rennen an, als er und Kommentator Sascha Roos über die schnellen pinken Flitzer sprachen. Und auch Helmut Marko, Motorsportberater bei Red Bull, meinte jüngst: „Wenn der Aston Martin mit der ganzen Mercedes-Technik 2021 Vettel wieder auf den Leib geschneidert wird, könnten wir alle unser blaues Wunder erleben. Ich hoffe das aus eigenem Interesse natürlich nicht.“ Es sieht also ganz danach aus, als könnte Sebastian Vettel nach seinem Ferrari-Abschied in Abu Dhabi ebenfalls wieder ein Kapitel Motorsport-Geschichte schreiben. (akl)

Rubriklistenbild: © imago images / Eibner

Auch interessant

Kommentare