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Vettel nach Saisonstart-Desaster antriebslos? „Glaube, dass er gar nicht fahren will“

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Von: Marius Epp

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Die Hoffnungen auf ein besseres Auto haben sich für Sebastian Vettel in der neuen Formel-1-Saison bislang nicht erfüllt. Ein Ex-Teamchef rechnet mit Aston Martin ab.

Silverstone - Nein, Sebastian Vettel ist nicht vom Glück verfolgt. Gemeinsam mit seinem Team Aston Martin wollte der Heppenheimer in dieser Saison für Furore sorgen. Vieles in der Formel 1 ist neu, und genau darin sahen Vettel und sein Rennstall eine große Chance. Doch nach den ersten beiden Rennen macht sich Ernüchterung breit.

Es ging schon nicht gut los: Eine Corona-Infektion setzte den viermaligen Weltmeister für die ersten beiden Rennen außer Gefecht, Landsmann Nico Hülkenberg ersetzte ihn. Und der stellte fest, dass es dem neuen Auto an der fundamentalsten aller Voraussetzungen für einen Rennwagen fehlt: Der Geschwindigkeit.

Sebastian Vettel
Geboren: 3. Juli 1987 (Alter 34 Jahre), Heppenheim (Bergstraße)
Team: Aston Martin
Größe: 1,75 m
WM-Titel: 4

Formel 1: Aston Martin zu langsam - Sebastian Vettel kann nur zuschauen

Hülkenberg und Stammfahrer Lance Stroll fuhren den Punkterängen in den ersten beiden Rennen von Bahrain und Dschidda (das Rennen im Ticker zum Nachlesen) hinterher. Beim dritten Rennen in Melbourne darf Vettel wieder fahren - in der Quarantäne dürfte sich allerdings einiges an Frust angesammelt haben. Denn der grüne Flitzer fährt wieder nur hinterher.

Wie lange tut er sich die Formel 1 noch an? Ex-Champion Sebastian Vettel.
Wie lange tut er sich die Formel 1 noch an? Ex-Champion Sebastian Vettel. © IMAGO/Eleanor Hoad

„Ich glaube, dass er gar nicht fahren will. Er hat einfach keine Lust, sich das anzutun“, mutmaßt der Ex-Formel-1-Teamchef Collin Kolles bei Sport1. Er war einst unter anderem Boss des Vorgängerteams Force India. Seit der Übernahme des Rennstalls durch Milliardär Lawrence Stroll ist es seiner Meinung nach nur noch bergab gegangen.

Formel 1: Ex-Teamchef Colin Kolles rechnet mit Aston Martin ab

Über die Arbeit von Aston Martin findet Kolles harte Worte: „Der Fisch stinkt immer vom Kopf. Ich sehe sich den Rennstall ins Nirgendwo entwickeln. Man hat einen Teambesitzer, der meint, dass er Teamchef ist und der alles besser weiß und meint mit aller Gewalt seinen Sohn nach vorne zu platzieren. Das ist für mich der völlig falsche Ansatz.“

Ob sich Aston Martin mit Entwicklungen am Auto noch fängt? „Das wird nichts mehr werden“, ist Kolles überzeugt. „Wenn du eine Million jeglicher Währung nimmst und die in ein Feuer schmeißt, wird das Geld genauso schnell verbrennen, wie in der Formel 1, wenn du nicht weißt, was du tust. Und das ist der Fall, der bei Aston Martin passiert.“

Formel 1: Vettel und Aston Martin erwischen schlechten Saisonstart - Sündenbock Stroll?

Kolles ist sich sicher, dass sich Vettel „sehr viele Gedanken macht, ob er sich das noch antut“. Während andere Teams die Zeitenwende in der Formel 1 nutzten, scheint Aston Martin einen Schritt nach hinten statt nach vorne gemacht zu haben. „Man hätte den Plan haben können, dass 2022 neue Regeln kommen und darauf hinarbeiten. Herr Stroll hat aber entschieden, dass es jetzt, egal was es kostet, schnell gehen soll“, führt Kolles aus.

Mick Schumacher setzte seinen Boliden am Samstag zwar in die Wand, die Pace des Haas ist aber vielversprechend. Teamkollege Kevin Magnussen fuhr zum zweiten Mal in Folge Punkte ein. (epp)

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