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Formel 1: Mercedes-Boss dreht völlig durch - Wut-Geste war live im TV zu sehen

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Von: Christoph Klaucke

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Lewis Hamilton meldet sich mit seinem Sieg in Brasilien im WM-Rennen zurück. Doch Mercedes-Chef Toto Wolff bringt vor allem eine Szene komplett auf die Palme.

Sao Paulo - Einen solchen WM-Kampf hat die Formel 1 seit Jahren nicht mehr erlebt. Das Duell zwischen Weltmeister Lewis Hamilton im Mercedes und Herausforderer Max Verstappen im Red Bull wird endgültig zum Psychokrieg. Ganz vorne mit dabei ist Mercedes-Sportchef Toto Wolff. Der Österreicher sah sein Team beim Großen Preis von Brasilien dermaßen benachteiligt, dass er mitten im Rennen seinem Frust freien Lauf ließ. Sein Wutausbruch war live im TV zu sehen - mit Ansage an eine ganz bestimmte Adresse.

Formel 1: Mercedes-Chef Toto Wolff dreht durch - Wut-Geste live im TV

Was war passiert? Hamilton überholt in der 59. Runde beim Grand Prix in Sao Paulo seinen Widersacher Verstappen. Die ganze Mercedes-Box jubelt über die Spitzenposition, nur einem ist nicht zum Feiern zumute. Wolff blickt mit weitaufgerissenen Augen und verzerrtem Gesicht direkt in die TV-Kamera, dazu ruft er wohl ein paar unschöne Worte und streckt den Zeigefinger aus. Ein Tobsuchtsanfall wie ihn die Formel 1 lange nicht mehr gesehen hat.

„Das war ein Gruß an den Rennleiter“, sagte ein aufgewühlter Wolff später zu Sky. Doch was versetzte den 49-Jährigen derart in Rage? Der Reihe nach: Wolffs Vorzeige-Pilot Hamilton wurde zuvor in Runde 48 von Verstappen dreist von der Strecke gedrängt. Der Brite konnte außen fast vorbeiziehen, doch der Holländer ließ ihm keinen Platz. Beide Piloten rasten über den Randstein hinaus. Alle Fans und Experten rechneten nun mit einer Strafe für Verstappen, doch die Stewards um Rennleiter Michael Masi wollten den Vorfall noch nicht einmal untersuchen.

Es sei eine „absolute Sauerei, keine Strafe zu bekommen für das Rausdrängen“, polterte Wolff. „Er fährt sensationell mit dem Messer zwischen den Zähnen“, lobte er den Niederländer und meinte: „Aber wenn du es machst, musst du mit einer Fünf-Sekunden-Strafe rechnen.“ Das Manöver als Rennvorfall abzutun und „unter den Teppich zu wischen, ist eigentlich peinlich für die Rennleitung“, befand Wolff. Es war an diesem Rennwochenende nicht die einzige Entscheidung, die ihn echauffierte.

Formel 1: Mercedes-Chef Wolff wittert Verschwörung - Heftige Anschuldigungen gegen Rennleitung

Wegen nachlassender Motorenpower bekam der Dienstwagen von Hamilton regelwidrig ein neues Aggregat. In der Qualifikation am Freitag ließ Hamilton seinen Kontrahenten Verstappen damit auch deutlich hinter sich, kassierte aber dementsprechend eine Fünf-Plätze-Strafe für das Rennen. Es kam für den 36-Jährigen noch heftiger. Wegen eines irregulären Heckflügels wurde er in der Startplatzjagd am Samstag disqualifiziert. Der Abstand zwischen den beweglichen Klappen war Wolff zufolge gerade mal 0,2 Millimeter zu groß.

„Das ganze Wochenende ist irgendwie gegen uns gegangen. Disqualifiziert zu werden, während munter an Max‘ Auto herumgeschraubt wird“, klagte Wolff, der offenbar eine Benachteiligung wittert. Hamilton ließ sich nicht beirren und raste im Sprint furios von Rang 20 noch auf fünf und gewann am Sonntag von Startplatz zehn aus das Rennen. Der Rückstand auf Verstappen beträgt bei drei ausstehenden Läufen nur noch 14 Punkte. Nach seiner großen Aufholjagd bekam Hamilton im Ziel sogar noch eine weitere Strafe aufgebrummt.

Mercedes-Boss Toto Wolff wütete beim Großen Preis von Brasilien gegen die Rennleitung.
Mercedes-Boss Toto Wolff wütete beim Großen Preis von Brasilien gegen die Rennleitung. © HOCH ZWEI/Imago

Es werde „gegen uns geschossen“, erklärte Wolff. „Das wird jetzt alles aufgearbeitet in den nächsten Tagen. Das können wir nicht auf uns sitzen lassen. Da werden Entscheidungen getroffen, die nicht nachvollziehbar sind. Irgendwo gibt‘s eine Grenze. Das ganze Wochenende wurden uns Sachen an den Kopf geworfen, aber am Ende haben wir gewonnen.“ Die nächste Runde im Psychokrieg auf und neben dem Asphalt steht schon am kommenden Wochenende in Katar an. (ck)

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