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Mercedes-Boss Wolff vergleicht Verstappens Sieg mit Fußball-Skandalen

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Mercedes-Teamchef Toto Wolff übte auch im Nachgang des Rennens viel Kritik.
Mercedes-Teamchef Toto Wolff übte auch im Nachgang des Rennens viel Kritik. © Eberhard Krieger/imago-images

Der dramatische Abschluss der Formel-1-Saison hat Spuren bei Toto Wolff hinterlassen, mehrere Tage nach dem finalen Rennen resümierte er die Geschehnisse.

Brackley - Beim Formel-1-Finale am vergangenen Sonntag lagen bei Mercedes die Nerven blank. Lewis Hamilton wurde von Max Verstappen nach einer umstrittenen Entscheidung der Rennleitung vor der letzten Runde als Formel-1-Weltmeister abgelöst. Mercedes-Teamchef Toto Wolff ließ mehrere Tage nichts von sich hören, nun ließ der Österreicher den Abend in Abu Dhabi Revue passieren und erklärte, wieso sein Rennstall auf eine mögliche Berufung verzichtete. Außerdem verglich Wolff die Geschehnisse des entscheidenden Rennens mit zwei skandalträchtigen Momenten bei Fußball-Weltmeisterschaften.

Formel 1: Mercedes-Teamchef Toto Wolff spricht nach Tagen des Schweigens - „Mein Herz und meine Seele weinen“

Es war ein spannendes Finale in Abu Dhabi, bei dem Max Verstappen dank eines späten Restarts am Ende die Nase vorne hatte. In einem Interview mit der Bild wollte Wolff den Stewards jedoch keinen Betrug vorwerfen. „Eine inkonsistente Entscheidung des Renndirektors hat Lewis den Titel genommen“, lautet die diplomatische Antwort des 49-Jährigen. Emotional wird er jedoch, als es um seine Gefühle im Nachgang des Rennens geht.

„Lewis und ich sind noch völlig desillusioniert. Mein Herz und meine Seele weinen noch mit jeder Pore“, wird er im Interview zitiert. „Wenn die Prinzipien des Sports außer Acht gelassen werden und die Stoppuhr nichts mehr wert ist, beginnt man zu hinterfragen, ob all die Arbeit, Blut, Schweiß und Tränen es wert sind“, so Wolff, der angesprochen auf Rennleiter Michael Masi angesäuert reagiert: „Einem Gespräch mit ihm bin ich aktuell nicht interessiert“.

Formel 1: Toto Wolff erklärt Verzicht auf Berufung - „Hätten vor jedem normalen Gericht gesiegt“

Zwar protestierten Mercedes und Hamilton nach Ende des Rennens gegen zwei Entscheidungen, jedoch entschied man sich dagegen, einen Schritt weiter zu gehen. „Wir haben zusammen beschlossen, dass wir protestieren und wollten eine mögliche Berufung gründlich überlegen. Wir haben gemeinsam beschlossen, dies nicht zu tun“, erzählt Wolff. „Auch wenn wir vor jedem normalen Gericht gesiegt hätten, wollten wir den Titel nicht am grünen Tisch gewinnen“, so die These des Teamchefs.

Zudem kritisierte Wolff den Austausch zwischen den Teams und der Rennleitung. „Die Lobbyarbeit und das Verhandeln von Strafen muss ein Ende haben. Auch wenn wir Teil dessen gewesen sind“, gesteht er ein. Auch wenn es ein hitziges Duell war, klappte immerhin der Austausch zwischen ihm und dem neuen Weltmeister Verstappen. Dieser sendete Wolff noch eine SMS, wie dieser enthüllte. „Vielen Dank. Das war ein harter Kampf, ich freue mich auf nächstes Jahr“, schrieb der Niederländer.

Formel 1: Toto Wolff stellt zwei Fußball-Vergleiche für die Entscheidung am Sonntag auf

Die Frage, ob man bei der rennentscheidenden Entscheidung der Stewards von der ‚größten Unsportlichkeit der Sport-Geschichte‘ sprechen könne, verneint Wolff nicht. „Sie steht auf jeden Fall auf einer Stufe mit der Hand Gottes von Diego Maradona oder dem Wembley-Tor von 1966“, sagt er stattdessen.

Gemeint ist Maradonas legendäres irreguläres Tor gegen England bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1986, bei der er die Hand zu Hilfe nahm. Das Wembey-Tor fiel im Finale der WM 1966 zwischen England und Deutschland, das mit 4:2 nach Verlängerung an die Gastgeber ging. Ob der Ball zum 3:2-Fürungstreffer durch den Engländer Geoff Hurst die Linie passierte oder nicht, ist bis heute umstritten. (ajr)

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