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Große Trauer in der Formel 1: Sie war an mehreren WM-Titeln von Schumi beteiligt

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Von: Patrick Huljina

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Antonia Terzi war in der Formel 1 unter anderem Chef-Aerodynamikerin bei Williams-BMW.
Antonia Terzi war in der Formel 1 unter anderem Chef-Aerodynamikerin bei Williams-BMW. (Archivbild) © Thomas Melzer/IMAGO

Antonia Terzi ist tot. Die 50-jährige Italienerin war eine der ersten Frauen in einer Führungsposition in der Formel 1. Sie arbeitete für Ferrari und Williams.

Die Formel 1 und die Motorsportgemeinde trauert um Antonia Terzi. Im Alter von 50 Jahren verstarb die ehemalige Ingenieurin und Aerodynamik-Expertin bei einem Verkehrsunfall in Großbritannien. Das berichteten mehrere Fachmedien übereinstimmend. Die Italienerin soll kurz vor einem Umzug nach Australien gestanden sein.

Formel 1: Trauer um Antonia Terzi – Ex-Ingenieurin von Schumi

Terzi stammte aus der Provinz Modena in Italien. Nach ihrem Aerodynamik-Studium in Großbritannien kehrte sie in ihre Heimat zurück. Dort arbeitete sie unter Design-Chef Rory Byrne bei Ferrari. In der Ära von Formel-1-Legende Michael Schumacher war sie Teil des Ingenieurteams und damit an den Weltmeistertiteln des Deutschen in den Jahren 2000 und 2001 beteiligt. Mit ihren technischen Berechnungen machte sich Terzi einen Ruf als „Frau der Zahlen“.

In der Formel 1 galt die Italienerin als eine der ersten Frauen in einer technischen Führungsposition. Im Frühjahr 2002 wechselte Terzi laut motorsport-total.com von Ferrari zu Williams. Unter dem Technischen Direktor Patrick Head übernahm sie die Leitung der Aerodynamikabteilung des Rennstalls.

Formel 1: Terzi entwickelte „Hammerhai“-Nase – Williams trauert

In der Saison 2003 kämpfte Williams mit den Fahrern Juan-Pablo Montoya und Ralf Schumacher um den Weltmeistertitel in der Formel 1 – und musste sich lediglich Ferrari geschlagen geben. Vor der Saison 2004 entwickelte Terzi für das Modell FW26 die völlig neue „Hammerhai“-Nase. Die Innovation stellte sich allerdings als Flop heraus. Im Laufe der Saison wurde das Design verworfen. Terzi und Williams trennten sich am Saisonende.

Via Twitter verabschiedete sich Williams Racing von der ehemaligen Aerodynamik-Chefin. „Wir sind zutiefst bestürzt über den Tod unserer ehemaligen Kollegin und Chef-Aerodynamikerin Antonia Terzi. Unsere Gedanken sind in dieser schweren Zeit bei Antonias Freunden und Familie“, teilte der Rennstall mit.

Nach ihrem Williams-Engagement kehrte Terzi der Formel 1 den Rücken. Zuletzt wandte sie sich eher akademischen Berufen zu. Laut motorsport-total.com wurde die Italienerin im vergangenen Jahr als Professorin für Luftfahrttechnik an der Universität im australischen Canberra unter Vertrag genommen. Aufgrund der Corona-Bestimmungen sollte der Umzug in diesem Jahr stattfinden, doch der Unfall verhinderte das. (ph)

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