Bottas startet von Rang 1

„Yes!“: Schumacher verblüfft im Qualifying in Istanbul - Hamilton Schnellster, aber nicht auf der Pole

Er hat Grund zum Jubeln: Mick Schumacher erreichte beim Türkei-GP ein starkes Ergebnis in der Qualifikation.
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Er hat Grund zum Jubeln: Mick Schumacher erreichte beim Türkei-GP ein starkes Ergebnis in der Qualifikation.

Lewis Hamilton ist in der Formel-1-Qualifikation von Istanbul nicht zu schlagen. Wegen einer Strafversetzung muss er aber als Elfter starten. Mick Schumacher überzeugt in der Türkei.

Istanbul - Schadensbegrenzung und Erleichterung bei Lewis Hamilton, Jubelschreie bei Mick Schumacher nach seinem besten Quali-Ergebnis in der Formel 1: Der Samstag des Türkei-GPs barg unterschiedliche Gefühlswelten. Der englische Mercedes-Pilot ließ zwar in Istanbul seine Konkurrenten um Verfolger Max Verstappen in der Qualifikation hinter sich. Wegen einer bereits zuvor besiegelten Strafversetzung für einen regelwidrigen Motorenwechsel muss Rekordweltmeister Hamilton am Sonntag (14.00 Uhr/Sky) das Feld als Elfter aufrollen. „Es wird nicht leicht, sich nach vorne zu arbeiten“, räumte Hamilton ein. „Wo ein Wille ist, ist aber auch ein Weg.“

An Rang 1 steht aber dennoch ein Mercedes: Von Hamiltons Strafe profitierte sein Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas, der als Zweiter ganz nach vorne rutscht. Verstappen will von Rang zwei die WM-Führung übernehmen. „Ich kann nicht allzu enttäuscht sein“, meinte der Niederländer, der tags zuvor noch über die Balance seines Wagens geklagt hatte.

Jubel bei Mick Schumacher: „Sind im richtigen Moment mit den richtigen Reifen rausgefahren“

Jubelschreie gab es beim Haas-Team und bei Mick Schumacher, der eine imposante Vorstellung ablieferte: Der Sohn von Formel-1-Legende Michael Schumacher steht in der Startaufstellung so weit vorne wie noch nie. Schumacher erreichte im unterlegenen Haas erst zum zweiten Mal in seiner Premierensaison den zweiten Qualifikationsdurchgang. „Yes“, schrie er nach der überstandenen ersten K.o.-Runde über Funk. Nach Platz 15 im Juni in Frankreich beendete Schumacher die Einheit nun auf Rang 14.

In der Box klatschte Schumacher freudestrahlend seine Mechaniker ab. „Sehr glücklich“ sei er, meinte der 22-Jährige beim TV-Sender Sky. „Wir haben uns das als Team erarbeitet, wir haben die richtige Entscheidung getroffen. Wir sind im richtigen Moment mit den richtigen Reifen rausgefahren.“

Hamilton startet hinter Vettel - „Ich kam nicht gut zurecht“

In Le Castellet hatte Schumacher nach einem Unfall in der ersten K.o.-Runde jedoch in der zweiten Einheit nicht starten können. „Es war anders, witzig, ungewohnt“, meinte er nun über die neue Erfahrung. „Ich mache es mir aber gerne zur Gewohnheit.“

Hamilton fährt am Sonntag einen Rang hinter Sebastian Vettel los, der im Aston Martin nur von Position zehn startet. „Ich kam mit den Stellen, wo es ein bisschen nass war, nicht so gut zurecht“, sagte Vettel, der seinen Rhythmus nicht fand.

Der Stressfaktor für die Formel-1-Teams während der Startplatzjagd war der Regen. Das Abschlusstraining hatten Hamilton & Co. auf nasser Strecke absolvieren müssen. Unter den schwierigen Bedingungen gab es zahlreiche Dreher - von Vettel bis Verstappen.

George Russell landet im Kiesbett - Quali musste unterbrochen werden

Williams-Pilot George Russell wirbelte sogar ins Kiesbett, weshalb das Warm-up vor der Qualifikation sogar kurz unterbrochen werden musste. Der Brite blieb aber genauso wie sein Auto unbeschadet. Mit zunehmender Dauer trocknete die Strecke zwar, die Fahrer riskierten jedoch nicht mehr viel auf dem Asphalt.

In der Qualifikation war keine Zurückhaltung mehr angebracht. Regen war angesagt, deshalb versuchten die Piloten noch schnell auf den profillosen weichen Reifenmischungen ihre Runden zu drehen. Auf Regenreifen mussten die Startplatzjäger während der ganzen K.o.-Runden aber nicht zurückgreifen.

Im letzten Durchgang bewahrte Hamilton die Spitze vor Bottas und Verstappen. „Positiv ist, dass wir von der Pole starten. Negativ ist, dass wir die erste Reihe für uns hätten haben können“, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff und meinte mit Blick auf das Rennen: „Die Strategie wird das Wichtigste sein.“ In der Gesamtwertung liegt Hamilton zwei Punkte vor Verstappen. (cg mit dpa)

Formel 1: Die Startaufstellung beim Großen Preis von Istanbul 2021

1. Valtteri Bottas (Finnland) Mercedes, 2. Max Verstappen (Niederlande) Red Bull-Honda, 3. Charles Leclerc (Monaco) Ferrari, 4. Pierre Gasly (Frankreich) AlphaTauri-Honda, 5. Fernando Alonso (Spanien) Alpine-Renault, 6. Sergio Perez (Mexiko) Red Bull-Honda, 7. Lando Norris (Großbritannien) McLaren-Mercedes, 8. Lance Stroll (Kanada) Aston Martin-Mercedes, 9. Yuki Tsunoda (Japan) AlphaTauri-Honda, 10. Sebastian Vettel (Heppenheim) Aston Martin-Mercedes, 11. Lewis Hamilton (Großbritannien) Mercedes (Rückversetzung um zehn Startplätze wegen des Wechsels des Verbrennungsmotors) , 12. Esteban Ocon (Frankreich) Alpine-Renault, 13. George Russell (Großbritannien) Williams-Mercedes, 14. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) Haas-Ferrari, 15. Daniel Ricciardo (Australien) McLaren-Mercedes, 16. Nicholas Latifi (Kanada) Williams-Mercedes, 17. Antonio Giovinazzi (Italien) Alfa Romeo-Ferrari, 18. Kimi Räikkönen (Finnland) Alfa Romeo-Ferrari, 19. Nikita Masepin (Russland) Haas-Ferrari, 20. Carlos Sainz jr. (Spanien) Ferrari (Rückversetzung ans Ende des Feldes wegen des Austauschs mehrerer Motorkomponenten)

Lewis Hamilton ist der erfolgreichste Formel-1-Pilot aller Zeiten. Doch beim berühmtesten Rennstall Ferrari fuhr er nie. Viel hätte aber womöglich nicht gefehlt.

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