Kommt Nico Hülkenberg zurück?

Wechsel-Poker in der Formel 1: Vettel, Bottas und Russell - Wer steigt in welches Cockpit 2022?

Der Platz neben Lewis Hamilton (l.) wird wohl zum Ende der Saison frei. Noch ist unklar, wohin es Valtteri Bottas verschlagen wird.
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Der Platz neben Lewis Hamilton (l.) wird wohl zum Ende der Saison frei. Noch ist unklar, wohin es Valtteri Bottas verschlagen wird.

Die Augen vieler Formel-1-Fans werden sich wohl am Ende der Saison auf Valtteri Bottas richten. Wohin verschlägt es den Finnen nach seinem Vertragsende bei Mercedes.

München - Lewis Hamilton hat sich für zwei weitere Jahre zu Mercedes bekannt. Doch der Platz neben ihm ist noch vakant. Die Entscheidung zur Zukunft von Valtteri Bottas will Teamchef Toto Wolff im Sommer fällen – oder hat er es schon längst getan? Unsere Zeitung gibt einen Überblick über den Transfermarkt der Formel 1.

Mercedes

Lewis Hamilton: Vertrag bis Ende 2023, Valtteri Bottas: Vertrag bis Ende 2021

Mit Superstar Lewis Hamilton hat Mercedes für zwei Jahre verlängert. 2022 soll er mit Supertalent George Russell (23) einen neuen Teamkollegen bekommen – diese Entscheidung scheint gefallen. Es gibt zwei deutliche Hinweise dafür. Erstens: Die Bottas-Manager (unter anderem Ex-Weltmeister Mika Häkkinen) sind extrem aktiv bei Gesprächen mit anderen Teams. Zweitens: Russell, nicht Bottas, fuhr den Mercedes-Test mit den neuen 18-Zoll-Pirelli-Reifen, die ab 2022 zum Einsatz kommen.

Red Bull

Max Verstappen: Vertrag bis Ende 2023, Sergio Perez: Vertrag bis Ende 2021 (mit Option bei Red Bull)

Vertraglich ist Max Verstappen bis Ende 2023 an Red Bull gebunden - sofern das österreichisch-britische Team einen konkurrenzfähigen Motor hat. Red Bull wird den Honda-Motor nach dem Ausstieg der Japaner Ende 2021 in Eigenregie einsetzen. Noch steht ein Fragezeichen hinter Perez. Red Bull will in der Sommerpause entscheiden. Es geht eigentlich nur um den Mexikaner und den Franzosen Pierre Gasly, der im Schwesterteam Alpha Tauri sehr gute Leistungen bringt. Wahrscheinlich wird aber Perez noch ein weiteres Jahr an der Seite von Verstappen fahren.

Ferrari

Charles Leclerc: Vertrag bis Ende 2024, Carlos Sainz jr: Vertrag bis Ende 2022

Das italienische Kultteam wird auch nächste Saison mit der gleichen Fahrerbesetzung antreten. Wahrscheinlich sogar darüber hinaus, denn Leclerc und Sainz harmonieren - zumindest solange es nicht um Siege geht.

McLaren-Mercedes

Lando Norris: Vertrag bis mindestens Ende 2022, Daniel Ricciardo: Vertrag bis mindestens Ende 2022

Bei McLaren haben beide Fahrer einen Vertrag für 2022. Besonders Norris gilt als Supertalent. Er hat seinen Vertrag bereits im Mai 2021 für mehrere Jahre verlängert. Die genaue Laufzeit ist nicht bekannt. Für Daniel Ricciardo muss das ein Weckruf gewesen sein. Norris hat den Australier entzaubert, der um seinen langfristigen Vertrag fürchten muss.

Aston Martin-Mercedes

Sebastian Vettel: Vertrag bis Ende 2022?, Lance Stroll: Vertrag bis Ende 2021

Lance Stroll ist als Sohn des Teambesitzers so gut wie gesetzt. Sebastian Vettel hat einen mehrjährigen Vertrag unterschrieben, dessen genaue Laufzeit unbekannt ist. Es soll aber Ausstiegsklauseln geben. Gefahr droht eigentlich nur von Bottas. Mercedes-Teamchef Toto Wolff will dem Finnen bei der Cockpitsuche helfen. Da könnte die extrem enge Beziehung zu Aston-Martin-Chef Lawrence Stroll von Nutzen sein. Dagegen spricht Vettels Marketingwert für Aston Martin.

Vettels Zwischenbilanz bei Aston Martin im Video

Alpine-Renault

Fernando Alonso: Vertrag bis Ende 2022, Esteban Ocon: Vertrag bis Ende 2024

Altmeister Fernando Alonso hat sich für zwei Jahre verpflichtet. Der Vertrag mit Ungarn-Sieger Esteban Ocon wurde gerade erst bis Ende 2024 verlängert. Das ehemalige Renault-Team hat damit eine der stärksten Fahrerpaarungen im Feld.

Alpha Tauri

Pierre Gasly: Vertrag bis Ende 2022, Yuki Tsunoda: Vertrag bis Ende 2021

Alle vier Red Bull-Piloten haben keine Teamverträge, sondern Abkommen mit Red Bull. Federführend für die Österreicher wird Motorsportchef Helmut Marko (78) entscheiden, wer in welchem Team fährt. Gasly soll noch ein Jahr bei Alpha Tauri bleiben, um Konstanz ins Team zu bringen. Der Franzose würde gerne wieder zu Red Bull Racing wechseln. Dort war er noch vor zwei Jahren gegen Verstappen überfordert und wurde deshalb mitten in der Saison zu Alpha Tauri (damals noch Toro Rosso) zwangsversetzt. Jetzt fühlt sich Gasly aber wieder bereit für die Höchststrafe, die man als Teamkollege bekommen kann: Verstappen.

Der Japaner Tsunoda steht unter Druck. Er macht zu viele Fehler. Dementsprechend gab es einen Einlauf von Marko: „Er muss lernen, dass der Kopf nicht nur dafür da ist, den Helm draufzusetzen.“ Wenn Tsunoda sich nicht steigert, könnte seine Formel-1-Karriere nach nur einem Jahr schon wieder zu Ende sein. Marko hätte schon einen möglichen Nachfolger: den jungen Neuseeländer Liam Lawson (19), der die DTM rockt und auch in der Formel 2 einen Sieg einfahren konnte. Markos Lob muss eine Warnung für Tsunoda sein: „Lawson ist ein typisch cooler Kiwi ganz in der Tradition der Rennlegenden Bruce McLaren und Denny Hulme. Und es gibt kaum jemanden, der im Zweikampf konsequenter ist.“

Sollte Bottas zu Aston Martin gehen, könnte es für Sebastian Vettel bei den Engländern eng werden.

Alfa Romeo-Ferrari

Kimi Räikkönen: Vertrag bis Ende 2021, Antonio Giovinazzi: Vertrag bis Ende 2021

Ferrari-Schwester Alfa Romeo hat die Partnerschaft mit Sauber um mehrere Jahre verlängert. Man hat einen Fahrer zur Auswahl. Ferrari-Junior Giovinazzi, der immer besser wird, soll deshalb bleiben. Die Karriere vom Kultfinnen Kimi Räikkönen neigt sich aber dem Ende zu. Zwei der Kandidaten, die seinen Platz einnehmen könnten: Noch-Mercedes-Fahrer Valtteri Bottas und der Deutsche Nico Hülkenberg. Auch die beiden Ferrari-Junioren Callum Ilott und Robert Shwartzman stehen Gewehr bei Fuß. Mick Schumacher spielt eine eher untergeordnete Rolle.

Haas-Ferrari

Mick Schumacher: Vertrag bis Ende 2021. Nikita Mazepin: Vertrag bis Ende 2021

Mit beiden Fahrern steht Teamchef Günther Steiner kurz vor der Vertragsverlängerung.

Williams-Mercedes

Nicholas Latifi: Vertrag bis Ende 2022, George Russell: Vertrag bis Ende 2021

Auch wenn der neue Williams-Teamchef Jost Capito sagt: „Wir brauchen keine Paydriver mehr“; auf die Millionen, die der Vater des Kanadiers Latifi ins Team bringt, wird Williams kaum verzichten. Durch den wahrscheinlichen Wechsel von Russell zu Mercedes wird aber ein Platz frei. Kandidaten: Bottas, Nico Hülkenberg und der niederländische Mercedes-Junior Nick de Vries (derzeit Formel E).

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