Nach Saisonauftakt in Bahrain

Vettel führt wieder ein F1-Ranking an - doch diese Punkte könnten negative Folgen haben

Sebastian Vettel dreht sich halb um und winkt mit der rechten Hand, in der er ein Band mit der Akkreditierung hält
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Kein guter Auftakt: Sebastian Vettel brachte aus Bahrain nur fünf Strafpunkte mit heim.

Das Einzige, was Sebastian Vettel vom Formel-1-Wochenende in Bahrain mitgenommen hat, ist Erfahrung. Könnte man denken. Aber der viermalige Weltmeister sammelte auch Zählbares ein - zu seinem Leid.

München - Von der Spitze der Formel 1 ist Sebastian Vettel derzeit kilometerweit entfernt. Jegliche Hoffnungen auf einen schnellen Aufschwung nach dem völlig verkorksten letzten Ferrari-Jahr hat das Auftakt-Rennen der Saison 2021 direkt zerschlagen. Im Qualifying - auch mit Pech beim Timing - war direkt nach der ersten Session Schluss, sein erstes Rennen im Aston Martin beendete der viermalige Weltmeister auf einem enttäuschenden 15. Platz.

Von WM-Punkten konnte Vettel in Bahrain also nur träumen. Dennoch hatte er auf der Rückreise aus dem Wüstenstaat einige Zähler im Gepäck. Und zwar Strafpunkte. Gleich fünf kassierte der Heppenheimer für zwei Vergehen, weshalb das Wochenende gleich doppelt eines zum Vergessen war.

Kapitaler Fehler: Sebastian Vettel (h.) fährt mit seinem Aston Martin auf den Alpine von Esteban Ocon auf.

Vettel und die Strafpunkte: Im Qualifying Gelbe Flaggen missachtet und im Rennen Unfall verursacht

Zwei dieser „Penalty Points“ gab es im Qualifying, weil Vettel auf seiner schnellen Runde doppelt geschwenkte Gelbe Flaggen infolge eines gestrandeten Fahrzeugs ignorierte. Obendrein wurde er deshalb vom 18. Startplatz ganz nach hinten versetzt. Im Rennen selbst verursachte der 33-Jährige dann noch einen Auffahrunfall mit Esteban Ocon, was ihm eine Zehn-Sekunden-Strafe und drei weitere Strafpunkte einbrachte.

Damit ist Vettel der erste F1-Pilot, dessen Sünderkartei in diesem Jahr aufgefüllt wurde. Die Vergehen spülten ihn zu allem Überfluss auch an die Spitze des ewigen Strafpunkte-Rankings, wie der F1 Insider errechnet hat. Demnach sammelte Vettel bislang insgesamt 29 Zähler, drei mehr als der bisherige Spitzenreiter Daniil Kwjat. Der Russe gehört in diesem Jahr nicht zum Stammpersonal, genauso wie der hier drittplatzierte Romain Grosjean (23).

Video: Vettels Teamchef beklagt neue Formel-1-Regeln

Vettel und die Strafpunkte: Im aktuellen Ranking liegt Hamilton vor ihm

Zur Saison 2014 führte die FIA die Strafpunkte ein, um Vergehen auf der Strecke noch härter und vor allem folgenschwerer sanktionieren zu können. Seither gilt: Wer zwölf Zähler binnen eines Jahres aufgebrummt bekam, muss ein Rennen aussetzen. Da Vettel mit weißer Weste in die Saison gestartet ist, liegt er im aktuellen Ranking aber nicht einmal auf Rang eins. Dort finden sich Rekordweltmeister Lewis Hamilton und dessen britischer Landsmann George Russell wieder - beide stehen bei sechs Strafpunkten.

Erst dahinter kommen Vettel und Lando Norris, der dritte Engländer im Fahrerfeld. Allerdings ist auch klar, dass sich der Hesse so ein fehlerbehaftetes Wochenende nicht noch einmal leisten kann, denn die fünf Strafpunkte werden ihn die gesamte Saison über begleiten. Sozusagen ein Rucksack, den er von Rennen zu Rennen mitschleppt.

Formel 1 2021: Das aktuelle Ranking der Strafpunkte (nach 1. Rennen der Saison)

PlatzFahrer (Team)Anzahl StrafpunkteZeitpunkt der Strafpunkte
1 (geteilt)Lewis Hamilton (Mercedes)65. Juli 2020 (4) & 6. September 2020 (2)
1 (geteilt)George Russell (Williams)61. August 2020 (3) & 14. November 2020 (3)
3 (geteilt)Sebastian Vettel (Aston Martin)528. März 2021 (5)
3 (geteilt)Lando Norris (McLaren)510. Juli 2020 (2) & 14. November 2020 (3)
5Kimi Räikkönen (Alfa Romeo)419. Juli 2020 (1), 13. September 2020 (1) & 11. Oktober 2002 (2)
6 (geteilt)Lance Stroll (Aston Martin)325. Oktober 2020 (3)
6 (geteilt)Antonio Giovinazzi (Alfa Romeo)32. August 2020 (1) & 6. September 2020 (2)
6 (geteilt)Charles Leclerc (Ferrari)311. Juli 2020 (1) & 6. Dezember 2002 (2)
9Sergio Perez (Red Bull)216. August 2020 (1) & 11. September 2020 (1)
10 (geteilt)Daniel Ricciardo (McLaren)127. September 2020 (1)
10 (geteilt)Esteban Ocon (Alpine)18. August 2020 (1)
10 (geteilt)Carlos Sainz jr. (Ferrari)114. November 2020 (1)

Vettel und die Strafpunkte: Auch Micks Teamkollege Mazepin sammelt in der Vergangenheit eifrig

Die „Penalty Points“ gibt es übrigens auch in den Nachwuchsserien. So beendete der für seinen aggressiven Fahrstil bekannte Nikita Mazepin, jetzt Haas-Teamkollege von Mick Schumacher, die Formel-2-Saison 2020 mit elf Strafpunkten. Zu seinem Glück werden diese bei einem Wechsel in eine andere Serie aber nicht übernommen.

Also startet auch der Russe unbeschwert in die Europa-Saison, deren Auftakt am 18. April in Imola ansteht. Wie schnell man aber im Ranking der Sünder vorpreschen kann, hat nun Vettel bewiesen. (mg)

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