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Formel 1: Deutscher Autogigant offenbar vor Einstieg - Comeback zeitnah möglich

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Von: Marcus Giebel

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Die Logos der Automobilhersteller VW (l) und BMW (Kombo). Zwei mögliche VW-Partner: Die Wolfsburger könnten ab 2026 Red Bull oder McLaren mit Motoren beliefern lassen.
Die Logos der Automobilhersteller VW (l.) und BMW: Einer dieser beiden Autogiganten könnte bald in die Formel 1 einsteigen. © Monika Skolimowska/Uli Deck/dpa

Mit Mercedes dominiert der einzige deutsche Autobauer in der Formel 1 die Rennserie seit Jahren. Eine Regeländerung könnte einen zweiten Konzern aus der Bundesrepublik in die Königsklasse spülen.

München - Die Formel 1 bereist von Jahr zu Jahr mehr Länder. Für die Saison 2022 ist bereits ein Rekordkalender mit 23 Rennen vorgestellt worden. Von seinen europäischen Wurzeln entfernt sich die Königsklasse der Racer dabei immer mehr. In Deutschland wird offenbar nur noch in Ausnahmesituationen Station gemacht. Weder in diesem noch im nächsten Jahr ist ein Rennwochenende hierzulande geplant.

Dabei spricht die Formel 1 seit Jahrzehnten deutsch. Im Zuge des Hypes um Rekordweltmeister Michael Schumacher griffen seit Mitte der 1990er Jahre rund ein Dutzend Landsmänner des Kerpeners ins Lenkrad. Aktuell sind es mit dem viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel und dem amtierenden Formel-2-Champion Mick Schumacher immerhin noch zwei.

VW in die Formel 1? Neues Motorenzeitalter könnte Wolfsburger zum Einstieg bewegen

Aushängeschild ist aktuell aber Serien-Weltmeister Mercedes. Das Werk des Rennstalls steht zwar in Großbritannien, das Team fährt aber unter schwarz-rot-goldener Flagge. Womöglich gibt es bald Konkurrenz aus der eigenen Heimat. Denn in den nächsten Wochen könnte sich entscheiden, ob VW den Schritt in die Formel 1 wagt. Spekuliert wird über einen Einstieg der Wolfsburger schon seit Längerem.

Nun könnte die Rückkehr des zweitgrößten Fahrzeugbauers der Welt konkreter werden. Denn in der weltweit aktiven Rennserie soll ab 2026 ein neues Motorenzeitalter anbrechen. Weltverband FIA, die Formel 1 und die Motorenlieferanten haben sich der Bild zufolge auf ein Konzept geeinigt, das günstigere, einfachere und weniger umweltschädliche Aggregate vorsieht. Ganz nach dem Geschmack der Konzerne, die bislang immens viel Geld für die Entwicklung in die Hand nehmen müssen.

VW in die Formel 1? Audi und Porsche könnten als Motorenlieferanten agieren

Nun hofft auch Mercedes, dass VW anbeißt. „Es ist toll, dass große Marken ein Interesse haben, in die Formel 1 zu kommen“, wird Teamchef Toto Wolff zitiert, der auf einen geplanten Kostendeckel anspielt: „Keiner will in die Situation geraten, nicht wettbewerbsfähig zu sein.“

Wahrscheinlich wird VW aber nicht als Werksteam wie Mercedes Gas geben - wobei die Stuttgarter sich auch erst als Motorenlieferant für Sauber und anschließend für McLaren an das große Comeback 2010 herantasteten. Vielmehr ist anscheinend davon auszugehen, dass die Automarken Audi und Porsche Aggregate für bestehende Rennställe zur Verfügung stellen werden.

Video: Formel-1-Rekordsaison 2022 umfasst 23 Rennen

VW in die Formel 1? Partnerschaften mit Red Bull oder McLaren möglich

Dem Bericht zufolge könnten die Ingolstädter als Partner von Williams einsteigen - hier sitzt aktuell ein Mercedes-Motor im Heck, weshalb George Russell jahrelang beim Traditionsteam geparkt werden konnte. Eine weitere Möglichkeit wären demnach Partnerschaften mit Red Bull und dem Schwesterteam Alpha Tauri. Beide Rennställe entwickeln ihre Antriebseinheiten ab der kommenden Saison wegen des Honda-Ausstiegs selbständig. Gespräche mit VW gab es bereits.

Für Porsche bringt die Bild eine Wiedervereinigung mit McLaren ins Spiel. Hier sitzt seit Anfang 2019 mit Andreas Seidl ein deutscher Teamchef am Kommandostand. Seither nähert sich der einstige Titelaspirant wieder der Spitze des Feldes an.

Die Entscheidung über ein F1-Engagement wird bei VW jedoch erst fallen, wenn die künftigen Motoren-Regeln fixiert sind. Womit in den kommenden Wochen zu rechnen ist. Aus deutscher Sicht wird es also nicht nur auf der Strecke spannend, wo Mercedes und Lewis Hamilton ihre Titelserie im Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Red Bull und Max Verstappen ausbauen wollen. In Austin geht es wieder um wichtige Punkte. (mg)

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