1. tz
  2. Sport
  3. Formel 1

Deutsche Motorsport-Ikone teilt aus: Schumacher „hat nicht das Talent“ seines Vaters, Vettel „eine Katastrophe“

Erstellt:

Von: Antonio José Riether

Kommentare

Der Ex-Rallye-Weltmeister Walter Röhrl kritisiert gleich beide deutschen Formel-1-Piloten. Mick Schumacher sprach er das Talent seines Vaters ab, zudem monierte er Sebastian Vettels Einsatz für das Klima.

München - Der Blick auf die Fahrerwertung der Formel 1 ist aus deutscher Sicht schmerzhaft. Lediglich fünf WM-Pünktchen sammelte der einstige Serien-Weltmeister Sebastian Vettel im Aston Martin, sein Landsmann Mick Schumacher wartet noch immer auf seinen ersten Zähler. Dafür gab es nun deutliche Kritik von der deutschen Motorsport-Legende Walter Röhrl, vor allem Sebastian Vettel bekam sein Fett weg.

Walter Röhrl
Geboren: 7. März 1947 in Regensburg
Einsätze bei Rallye-Weltmeisterschaften: 75 Rallyes (14 Siege)
WRC-Meisterschaften: 1980, 1982

Motorsport-Legende Walter Röhrl hofft, dass bei Mick Schumacher „der Knoten platzt“

Von 1973 bis 1987 fuhr Röhrl als Profi um die Rallye-Weltmeisterschaft und feierte dabei große Erfolge, darunter zwei Weltmeisterschaften in den Jahren 1980 und 1982. Der 75-Jährige blickte in einem Interview mit der Welt auf die beiden deutschen Formel-1-Piloten.

Röhrl hofft beim erst 23 Jahre alten Mick Schumacher noch darauf, dass „der Knoten platzt“. Der Grund für den schwachen Saisonstart ist laut dem Ex-Rallye-Fahrer Schumachers Teamkollege Kevin Magnussen, der ihn „gut im Griff“ zu haben scheint. „Das übt zusätzlich Druck auf ihn aus, bringt Brisanz ins Team und macht es nicht einfacher“, analysiert Röhrl. Aus diesem Druck heraus baute der junge Deutsche bereits zwei Unfälle, die seinen Rennstall Haas bereits „sehr, sehr viel Geld“ kosteten.

Röhrl über Formel-1-Fahrer Mick Schumacher: „Hat nicht das überragende Talent seines Vaters“

Doch nicht nur darum steht Schumacher unter genauer Beachtung, wie auch Röhrl weiß. „Er trägt mit dem Namen seines Vaters und mit dessen großartigen Erfolgen eine unheimliche Last. Es sieht aus, als hätte er nicht das überragende Talent, das sein Vater hatte. Der ist ja auf Anhieb vorneweg gefahren“, so der 75-Jährige.

Mit dem Namen gehe eine „unheimliche Last“ einher, auch aufgrund der „Erwartung, dass er der große Star sein“ müsse. „Das ist hart und schwer. Ich kann mir vorstellen, dass er möglicherweise schlaflose Nächte hat“, schätzt Röhrl. Um die aktuelle Phase der vielen Misserfolge zu bewältigen, müssten „auch mal das Glück und die richtigen Umstände“ auf Schumachers Seite sein.

Röhrl kritisiert Vettel: „Wenn ich der Meinung bin, dass ich Umweltsünder bin, muss ich aufhören“

Für Mick Schumacher bringt Röhrl bei aller Kritik auch Verständnis auf. Sebastian Vettel hingegen kritisiert er scharf, auch für dessen Einsatz zum Klimaschutz. „Ich habe mich ein wenig gefragt, was denn mit ihm passiert ist. Aber wenn ich mich nach 15 Jahren im Motorsport besinne und jetzt der Meinung bin, dass ich ein Umweltsünder bin, dann muss ich aufhören, basta! So ist das eine Katastrophe“, urteilte der vierfache Sieger der Rallye von Monte Carlo.

Sebastian Vettel und Walter Röhrl beim Großen Preis von Australien im Jahr 2011.
Sebastian Vettel und Walter Röhrl beim Großen Preis von Australien im Jahr 2011. ©  Thomas Melzer/imago-images

Vettel könne „schlecht jammern, dass er was für die Umwelt tun will, und gleichzeitig mit der Formel 1 um die Welt fliegen“. Wie Röhrl weiter meint, müsse er „konsequent sein Leben danach richten“. Vettel habe das Fahren zwar nicht verlernt, durch seine Überzeugungen verliere er jedoch „die endgültige Motivation, die man in diesem Geschäft der Tausendstelsekunden benötigt. „Dazu kommt noch, dass das Auto wirklich nicht das beste ist“, fügte Röhrl hinzu und verteilte damit noch einen Haken gegen Aston Martin. Ein überzeugter Fan des 34-Jährigen scheint der Regensburger nicht mehr zu werden. (ajr)

Auch interessant

Kommentare