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Zandvoort: Formel-1-Strecke für den Niederlande-Grand-Prix ist zurück

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Großer Preis der Niederlande
Die Zuschauertribüne in Zandvoort beim Grand Prix der Niederlande © Hasan Bratic / dpa

Im Circuit Park Zandvoort in den Niederlanden wurde 2021 wieder ein Grand Prix der Formel 1 ausgetragen. Max Verstappen ging als Sieger hervor.

Zandvoort – Seit 1958 gehörte der Circuit Park Zandvoort mit wenigen Unterbrechungen zu den Rennstrecken der Formel 1. Entworfen wurde der Formel-1-Kurs hauptsächlich von Johannes Hugenholtz (80, † 1995), einem niederländischen Entwickler von Rennstrecken. Er war selbst Streckendirektor in Zandvoort, wo eine Kurve nach ihm benannt wurde (Hugeholtzbocht). Ferner entwickelte er die Rennstrecken in Suzuka, Spa und Spanien sowie den Hockenheimring in Deutschland. Neben Johannes Hugenholtz wirkte auch Sammy Davis (94, † 1981), Sieger von Le Mans im Jahr 1927, an der Gestaltung der Strecke mit. 1952 trug die Formel 1 erstmals Rennen auf dem geschichtsträchtigen Kurs in Zandvoort aus. Die Rekordsieger auf der Strecke waren:

Zu den deutschsprachigen Siegern gehörten außerdem Wolfgang Graf Berghe von Trips (33, † 1961) im Jahr 1961 sowie Jochen Rindt (28, † 1970) im Jahr 1970.

Der Circuit Park Zandvoort und die Charakteristika der Strecke

Der Circuit Park Zandvoort wurde in den 1970er- und 1980er-Jahren um mehrere Schikanen erweitert, um die Geschwindigkeiten zu reduzieren. Nach 1971 entsprach die Strecke nicht mehr den für die Formel 1 erforderlichen Sicherheitsstandards und wurde deshalb abermals umgebaut. Von der ursprünglich 4,2 Kilometer langen Strecke standen zwischen 1989 und 1998 lediglich 2,5 Kilometer für Rennen zur Verfügung.

1999 wurde der Kurs erneut auf 4,3 Kilometer verlängert. Im Rahmen des Umbaus zum F1-Kurs verkürzten ihn die Planer um 500 Meter auf 4,25 Kilometer. Zudem erhielt die Strecke die vorgeschriebenen Fangzäune, eine verlängerte Tribüne an der Zielgeraden sowie eine veränderte Boxengassenausfahrt. Mehrere Kurven wurden angepasst, die Hugenholtz-Kurve und die Arie-Luyendijk-Kurve wurden zu Steilkurven umgebaut.

Zandvoort verfügt über zehn Rechts- und vier Linkskurven. Zu den bekanntesten Kurven zählt die Tarzanbocht, die sich direkt am Anfang der Strecke befindet. Der gesamte Kurs überwindet einen Höhenunterschied von bis zu acht Metern. Wegen der Fahrt über Hügel, Kuppen und Bodenwellen ist die Rennstrecke auch als „Achterbahnfahrt“ bekannt. Aufgrund der Lage in den Dünen direkt am Meer befindet sich ständig Sand auf der Fahrbahn, was eine große Herausforderung für die Fahrer darstellt.

Der Circuit Park Zandvoort und seine Schattenseiten

Mehr als ein Dutzend Rennfahrer kamen durch Unfälle auf dem Formel-1-Kurs in Zandvoort ums Leben. Einer der bekanntesten Todesfälle war Roger Williamson im Jahr 1973, der in seinem Fahrzeug trotz Rettungsversuchen eines Rennkollegen verbrannte. Seine Leiche konnte erst nach dem Rennen geborgen werden. Das Unglück von Williamson führte zu veränderten Sicherheitsstandards. Das Tragen feuerfester Anzüge und Safety-Cars kamen noch im selben Jahr zum Einsatz.

Weil sich Anwohner vermehrt über den Lärm beschwerten, den die verschiedenen Rennen hervorrufen, dürfen diese nur an einer begrenzten Anzahl an Wochenenden im Jahr ausgetragen werden. Auch deshalb wurden wiederholt Versuche unternommen, den Circuit Park Zandvoort zu verlegen. Die Rennstrecke sollte dann den Sicherheitsstandards der FIA entsprechen, allerdings würde der spezielle Charakter der Strecke verloren gehen. Der Stadt Zandvoort bräche dadurch eine wichtige Einnahmequelle weg.

Im Jahr 2020 sollte es nach 36 Jahren zur Rückkehr der Formel 1 in Zandvoort kommen. Doch wegen der Coronapandemie wurde der erste Grand Prix auf das Jahr 2021 verschoben.

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