Formel 1: Konkurrenz nähert sich Red Bull an

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Sebastian Vettel gewann zuletzt zwei Mal in Folge die WM.

Barcelona - Hat Red Bull noch einen Geniestreich in petto? Bislang scheinen die Top-Teams in der Formel 1 dichter an den Branchenführer herangerückt zu sein. Zum ersten Showdown dürfte es am Sonntag kommen.

Nachdem sich am Freitagmorgen der Nebel auf dem Circuit de Catalunya gelichtet hatte, herrschte noch immer keine Klarheit. Die Formel-1-Teams machen bei ihren Testtagen auf dem Grand-Prix-Kurs bei Barcelona weiter auf geheim. Nur peu à peu bekommen die Autos ihr Feintuning für die in zwei Wochen beginnende Saison. “Bei uns tröpfeln jeden Tag neue Teile ein“, betonte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Am Freitag durfte Rekordweltmeister Michael Schumacher schon mal einen neuen Heckflügel für den Silberpfeil ausprobieren.

Ab Samstag geht es richtig los, dann dürfte die große Technikoffensive starten. Allen voran bei Red Bull. Am zweiten der vier Testtage steuerte Doppelweltmeister Sebastian Vettel noch eine Standardversion über den Grand-Prix-Kurs. Kollege Mark Webber wird den RB8 mit den jüngsten Ideen von Stardesigner Adrian Newey am Samstag fahren, ehe Vettel wiederum zum Finale antritt.

Red Bull, Mercedes - und McLaren? Das einzige Top-Team, das auf die hässliche Höckernase verzichtete, will Vettel gleich mit zwei Ex-Weltmeistern (Lewis Hamilton und Jenson Button) das Formel-1-Zepter aus der Hand reißen. “Wir werden viele neue Komponenten ans Auto bringen, nicht nur in Bezug auf die Aerodynamik“, kündigte Teamchef Martin Whitmarsh an.

Die Formel 1 2013: Alle Fahrer und ihre Autos

RED BULL RACING © Mark Thompson/Red Bull Racing
Dreifach-Weltmeister Sebastian Vettel (Heppenheim) fährt 2013 weiter im Red Bull, der Vertrag läuft bis 2014. © dpa
Teamkollege Mark Webber (Australien) hat noch einmal um ein Jahr verlängert. © Getty
MCLAREN © dpa
Für Lewis Hamilton fährt der 22 Jahre alte Mexikaner Sergio Perez. © ap
Routinier und Ex-Weltmeister Jenson Button (England) wird gefragt sein, er ist langfristig bis 2014 an den Rennstall gebunden. © Getty
FERRARI © dpa
Fernando Alonso (Spanien) wird den nächsten Angriff auf Vettel unternehmen. Er hat einen Vertrag bis 2016. © Getty
Felipe Massa (Brasilien) darf 2013 auch noch mal ran. © Getty
MERCEDES © dpa
Lewis Hamilton (England) statt Michael Schumacher. Der Brite ist vorerst drei Jahre an die Silberpfeile gebunden. © Getty
Nico Rosberg (Wiesbaden) bleibt, er hat einen Vertrag bis 2013. © Getty
LOTUS © dpa
Kimi Räikkönen (Finnland) wird als WM-Dritter 2012 noch mehr wollen. © dpa
Romain Grosjean (Frankreich) darf trotz seiner wiederholten Auftritte als Crashpilot wohl bleiben, ist aber noch nicht bestätigt. © dpa
WILLIAMS © Getty
Pastor Maldonado (Venezuela), Sieger in Barcelona, bleibt. Er bringt auch noch Geld aus Venezuela mit. © Getty
Bruno Senna ist raus, Testpilot Valtteri Bottas (Finnland) steigt zum Stammfahrer auf. © getty
FORCE INDIA © Sahara Force India
Paul Di Resta (Großbritannien) bleibt © getty
Adrian Sutil kriegt das zweite Cockpit © dpa
SAUBER © dpa
Die Schweizer treten mit einer neuen Paarung an. Nico Hülkenberg (Emmerich) wechselt von Force India zu Sauber. © dpa
Neben Nico Hülkenberg darf der 21-jährige Deübtant Esteban Gutierrez (Mexiko) ran. © dpa
TORRO ROSSO © dpa
Daniel Ricciardo (Australien) © getty
Jean-Eric Vergne (Frankreich) © getty
MARUSSIA © dpa
Hier ist alles neu! Timo Glock ist weg, für ihn ist Jules Bianchi da © Getty
Sein Kollege: Max Chilton © Getty
CATERHAM © dpa
Charles Pic (Frankreich), bisher Marussia, heuert bei dem anglo-malaysischen Team an. © getty
Giedo van der Garde ist sein Kollege © Getty

Bis jetzt bleibt jede Prognose Kaffeesatzleserei. Red Bull wird zwar von allen Experten ganz vorne eingestuft. Allerdings mit deutlich kleinerem Abstand zur Konkurrenz als zuvor. McLaren fährt praktisch auf Augenhöhe, wird vermutet. “Das Feld ist enger zusammengerückt“, bestätigte Webber.

Dazu hat auch Mercedes offensichtlich beigetragen. “Wir haben viel über die Fahrzeugabstimmung gelernt und da ein gutes Stück Zeit gefunden“, sagte Haug. Womöglich müssen sich die Schwaben aber auf einen Angriff von hinten gefasst machen.

“Die scheinen wirklich gut zu sein“, kommentierte Vettel die Auftritte von Lotus mit Rückkehrer und Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen. Nicht mal das Auslassen der mittleren Testsession wegen eines porösen schwarz-goldenen Chassis scheint den Nachfolge-Rennstall von Lotus-Renault sonderlich gebremst zu haben. Zum Auftakt der viertägigen Schlussrunden legte Romain Grosjean gleich mal die Tagesbestzeit hin. Danach stellte er erfreut über den neuen Wagen fest: “Ich kann mit ihm spielen, ihm vertrauen. Er ist in allen Phasen berechenbar und benimmt sich im Grenzbereich immer gleich.“

Sebastian Vettel - Seine außergewöhnliche Karriere in Bildern

Sebastian Vettel
Sebastian Vettel holte am 27. Oktober 2013 seinen vierten Weltmeister-Titel in der Formel 1. © dpa
Sebastian Vettel
Wir stellen ihn vor. © dpa
Sebastian Vettel
Vettel ist seit seinem siebten Lebensjahr im Motorsport aktiv. Er startete als Kartfahrer und konnte im Jahr 2001 die deutsche und europäische Juniorenkartmeisterschaft gewinnen. © dpa
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Im Jahr 2004 gewann Vettel mit dem Team Mücke Motorsport die Meisterschaft in der Formel BMW und stellte dabei mit 18 Siegen in 20 Rennen einen neuen Rekord auf. © dpa
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Vettel blieb im folgenden Jahr bei Mücke Motorsport und wechselte in die Formel-3-Euroserie. © dpa
Sebastian Vettel
Er erzielte in der Formel-3-Euroserie sechs Podestplätze und belegte am Ende den fünften Gesamtrang. © dpa
Sebastian Vettel
Vettel ergatterte 2007 einen Platz als Freitagstestfahrer beim BMW Sauber F1 Team in der Formel 1. © dpa
Sebastian Vettel
Beim renommierten Macau Grand Prix 2005 wurde er nach Lucas di Grassi und Robert Kubica Dritter. © dpa
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Nach Robert Kubicas Unfall beim Großen Preis von Kanada 2007 in Montreal meldete BMW Sauber Vettel als Einsatzfahrer für den Großen Preis der USA in Indianapolis. Somit gab er am 17. Juni 2007 sein Formel-1-Renndebüt. © dpa
Sebastian Vettel
In seinem ersten Qualifikationsrennen belegte der Heppenheimer den siebten Platz. © dpa
Sebastian Vettel
Im folgenden Rennen rettete sich Vettel nach anfänglichen Schwierigkeiten auf den achten Rang. Er fuhr damit einen WM-Punkt ein und ist mit 19 Jahren und 350 Tagen der bisher jüngste Fahrer, der je in einem Formel-1-Rennen in die Punkteverteilung kam. © dpa
Sebastian Vettel
Vettel wechselte im Juli 2007 zum Rennstall Toro Rosso. © dpa
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Beim großen Preis von China in Shanghai 2007 startete Vettel von Position 17 und fuhr am Ende auf Platz vier. Dies war die beste Platzierung jemals für den Rennstall Toro Rosso. © dpa
Sebastian Vettel
Am 13. September 2008 eroberte Sebastian Vettel beim verregneten Qualifying für den Großen Preis von Italien in Monza seine erste Pole-Position. Er ist damit - im Alter von 21 Jahren und 73 Tagen - der jüngste Fahrer auf dem ersten Startplatz in der Geschichte der Formel 1. © dpa
Sebastian Vettel
Am Tag darauf holte sich Vettel seinen ersten Sieg in einem Formel-1-Rennen. Damit wurde er zugleich auch der jüngste Grand-Prix-Sieger. © dpa
Sebastian Vettel
Im Juli 2008 gab das Toro-Rosso-Schwesterteam Red Bull Racing bekannt, dass Vettel ab der Saison 2009 an der Seite von Mark Webber für den österreichischen Rennstall fahren wird. Der begeisterte Kicker nahm im gleichen Jahr an einem Benefiz-Fußballspiel teil. © dpa
Sebastian Vettel
Für den WM-Titel reichte es in dieser Saison noch nicht. Durch seinen Sieg beim Saisonfinale in Abu Dhabi wurde Vettel Vizeweltmeister vor Rubens Barrichello.  © dpa
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In Jahr 2010 bildeten Vettel und Webber erneut das Renngespann von Red Bull. Nach dem Großen Preis von Korea übernahm Vettel erstmals die Führung der WM-Rangliste. © dpa
Sebastian Vettel
Vor dem letzten Saisonrennen, dem Großen Preis von Abu Dhabi 2010 belegte Vettel den dritten Platz in der Fahrerwertung. Er startete aber dafür von der Pole-Position. © dpa
Sebastian Vettel
Vettel gewann das Rennen und wurde mit vier Punkten Vorsprung auf Fernando Alonso, der in Abu Dhabi nur Siebter wurde, Weltmeister. © dpa
Sebastian Vettel
Mit dem Titelgewinn wurde Vettel mit einem Alter von 23 Jahren und 134 Tagen zum bisher jüngsten Formel-1-Weltmeister der Geschichte. Vettel sammelte in der Saison zehn Pole-Positions. © dpa
Sebastian Vettel
Nach der Saison 2010 wurde der Heppenheimer Vettel als deutscher und europäischer Sportler des Jahres ausgezeichnet. © dpa
Sebastian Vettel
Vettel kam durch seinen Vater Norbert zum Motorsport. Dieser hatte ihn bereits mit dreieinhalb Jahren erste Runden im eigenen Kart drehen lassen. © dpa
Sebastian Vettel
Als sein größtes Vorbild bezeichnet Vettel Michael Schumacher, dessen Ehrgeiz und stets vollen Einsatz er sehr bewundere. © dpa
Sebastian Vettel
Während er bereits Formel-3-Euroserie fuhr, beendete Vettel seine schulische Laufbahn im April 2006 mit einem Abi-Schnitt von 2,8. Seine letzte Prüfung legte er nur vier Tage vor seinem ersten Sieg in der Formel 3 ab. © dpa
Sebastian Vettel
Eine weitere Besonderheit des Heppenheimers: Im Gegensatz zu den meisten seiner Kollegen hat Sebastian Vettel keinen Manager, sondern regelt seine geschäftlichen und vertraglichen Angelegenheiten selbst. © dpa

Das würden die Ferrari-Piloten Fernando Alonso und Felipe Massa sicher auch gern sagen können. Hinter der neuen Roten Göttin steht aber weiter ein Fragezeichen. Dass die Fahrten am Freitag wegen Nebels auf dem 4,655 Kilometer langen Kurs mit halbstündiger Verspätung begannen, war für alle Teams ungünstig. Besonders aber für die, die noch mehr als ein bisschen Feintuning zu erledigen haben. Wie Ferrari.

Red Bull zählt dazu sicher nicht. Manch einer rechnet hingegen damit, dass Bleistift-Zeichner Newey noch ein paar Geniestreiche in petto hat. Am Wochenende dürfte etwas mehr Klarheit herrschen, selbst wenn die Tage wieder mit Nebel beginnen.

dpa

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