Auftaktrennen in Melbourne

Formel 1: Räikkönen siegt - Vettel nur Dritter

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Kimi Räikkönen hat das erste Saisonrennen der Formel 1 gewonnen.

Melbourne - Kimi Räikkönen hat das erste Saisonrennen der Formel 1 gewonnen. In Melbourne ließ der finnische Lotus-Pilot den Spanier Fernando Alonso im Ferrari und Titelverteidiger Sebastian Vettel im Red Bull hinter sich.

Die schärfsten Verfolger haben den Spieß umgedreht und Sebastian Vettel gleich zum Auftakt in die neue Formel-1-Saison einen kleinen Dämpfer verpasst. Auf dem Podium zum Großen Preis von Australien musste Vettel am Sonntag etwas neidvoll zum souveränen Sieger Kimi Räikkönen und Vizeweltmeister Fernando Alonso aufschauen. Trotz der 37. Pole verpasste Vettel seinen 27. Karriere-Sieg klar, auf seinen Kumpel Räikkönen hatte er über 20 Sekunden Rückstand beim unübersichtlichen Reifen- und Boxenstopp-Poker von Melbourne.

„Gratulation an Kimi, er hat den besten Job gemacht. Man muss sich ab und zu auch mal eingestehen, dass andere schneller sind. Das kann passieren“, sagte Vettel, der in der vergangenen Saison am Ende seinen dritten WM-Triumph in Serie vor seinen Podiums-Kollegen Alonso und Räikkönen gefeiert hatte. Diesmal war die Reihenfolge umgekehrt: „Es sah eigentlich ganz einfach aus“, kommentierte Räikkönen, der wie bei seinem WM-Titel 2007 für Ferrari diesmal im Lotus das Rennen in Down under gewann: Räikkönen war als einziger der vorn platzierten mit einer Zweistopp-Strategie gefahren.

Die Formel 1 2013: Alle Fahrer und ihre Autos

RED BULL RACING © Mark Thompson/Red Bull Racing
Dreifach-Weltmeister Sebastian Vettel (Heppenheim) fährt 2013 weiter im Red Bull, der Vertrag läuft bis 2014. © dpa
Teamkollege Mark Webber (Australien) hat noch einmal um ein Jahr verlängert. © Getty
MCLAREN © dpa
Für Lewis Hamilton fährt der 22 Jahre alte Mexikaner Sergio Perez. © ap
Routinier und Ex-Weltmeister Jenson Button (England) wird gefragt sein, er ist langfristig bis 2014 an den Rennstall gebunden. © Getty
FERRARI © dpa
Fernando Alonso (Spanien) wird den nächsten Angriff auf Vettel unternehmen. Er hat einen Vertrag bis 2016. © Getty
Felipe Massa (Brasilien) darf 2013 auch noch mal ran. © Getty
MERCEDES © dpa
Lewis Hamilton (England) statt Michael Schumacher. Der Brite ist vorerst drei Jahre an die Silberpfeile gebunden. © Getty
Nico Rosberg (Wiesbaden) bleibt, er hat einen Vertrag bis 2013. © Getty
LOTUS © dpa
Kimi Räikkönen (Finnland) wird als WM-Dritter 2012 noch mehr wollen. © dpa
Romain Grosjean (Frankreich) darf trotz seiner wiederholten Auftritte als Crashpilot wohl bleiben, ist aber noch nicht bestätigt. © dpa
WILLIAMS © Getty
Pastor Maldonado (Venezuela), Sieger in Barcelona, bleibt. Er bringt auch noch Geld aus Venezuela mit. © Getty
Bruno Senna ist raus, Testpilot Valtteri Bottas (Finnland) steigt zum Stammfahrer auf. © getty
FORCE INDIA © Sahara Force India
Paul Di Resta (Großbritannien) bleibt © getty
Adrian Sutil kriegt das zweite Cockpit © dpa
SAUBER © dpa
Die Schweizer treten mit einer neuen Paarung an. Nico Hülkenberg (Emmerich) wechselt von Force India zu Sauber. © dpa
Neben Nico Hülkenberg darf der 21-jährige Deübtant Esteban Gutierrez (Mexiko) ran. © dpa
TORRO ROSSO © dpa
Daniel Ricciardo (Australien) © getty
Jean-Eric Vergne (Frankreich) © getty
MARUSSIA © dpa
Hier ist alles neu! Timo Glock ist weg, für ihn ist Jules Bianchi da © Getty
Sein Kollege: Max Chilton © Getty
CATERHAM © dpa
Charles Pic (Frankreich), bisher Marussia, heuert bei dem anglo-malaysischen Team an. © getty
Giedo van der Garde ist sein Kollege © Getty

Der dritte Halt wurde auch Adrian Sutil zum Verhängnis. Nach einem Jahr Pause feierte der Gräfelfinger im Force India dennoch eine famose Rückkehr und heimste sogar seine ersten Führungsrunden in der Formel 1 ein. „Ich bin sehr stolz, ich weiß ja erst seit drei Wochen wieder, dass ich fahren darf“, sagte Sutil, der am Ende auf Rang sieben landete.

Zwei andere Deutsche hatten dagegen großes Pech: Nico Rosberg musste seinen Silberpfeil in der 27. Runde am Rand parken - und das, nachdem er auf dem dritten Rang gelegen hatte. „Es hat vorher schon lange gestottert Am Ende war es ein Elektronik-Problem. Das war das Aus.“ Ein technischer Ausfall sei „nicht akzeptabel“, meinte der neue Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, dessen zweiter Pilot Lewis Hamilton nach Startrang drei nicht über Platz fünf hinauskam. Nico Hülkenberg konnte erst gar nicht antreten: Ein Problem an der Benzinleitung verhinderte den Start des Sauber-Neuzugangs.

Für alle anderen gingen um 17.03 Uhr Ortszeit zum ersten Mal die roten Rennampeln in diesem Jahr aus. Und Vettel legte eine Start nach Maß hin, nachdem er sich fünf Stunden die Pole gesichert hatte. Im Rückspiegel des Red Bulls ging es allerdings zur Sache - zum Glück ohne jeglichen Blechschaden. Größter Verlierer des Starts war Vettels Teamkollege Mark Webber, der von Platz zwei auf sieben durchgereicht wurde. Vorbei katapultieren sich unter anderem Räikkönen, Alonso sowie dessen am Ende viertplatzierte Stallrivale Felipe Massa.

An der Spitze fuhr Vettel schon in der ersten von 58 Runden einen Zwei-Sekunden-Vorsprung raus. Fas genauso schnell ließen aber auch die superweichen Reifen nach. Vettel musste wie alle anderen im Vorderfeld sehr zeitig an die Box. „Eine Zweitstopp-Strategie wie Kimi war für uns niemals auf'm Tisch“, gab Vettel zu; er musste auf den 307,574 Kilometern dreimal die Pneus tauschen.

Die Formel-1-Weltmeister seit 1969

Niki Lauda (Foto), Ayrton Senna und Michael Schumacher: Diese Motorsport-Legenden dominierten die Formel 1 über Jahre hinweg. Ein Überblick über die Weltmeister der vergangenen 41 Jahre.  © Getty Images
1969: Jackie Stewart (Schottland), Matra-Ford © mm
1970: Jochen Rindt (Österreich), Lotus-Ford © Getty Images
1971: Jackie Stewart (Schottland), Tyrrell-Ford © Getty Images
1972:  Emerson Fittipaldi (rechts, Brasilien), Lotus-Ford © Getty Images
1973 Jackie Stewart (Schottland), Tyrrell-Ford © Getty Images
1974 Emerson Fittipaldi (Brasilien), McLaren-Ford © Getty Images
1975: Niki Lauda (Österreich), Ferrari © Getty Images
1976: James Hunt (England), McLaren-Ford © Getty Images
1977: Niki Lauda (Österreich), Ferrari © Getty Images
1978: Mario Andretti (USA), Lotus-Ford © Getty Images
1979: Jody Scheckter (Südafrika), Ferrari © Getty Images
1980: Alan Jones (Australien), Williams-Ford © Getty Images
1981: Nelson Piquet (Brasilien), Brabham-Ford © Getty Images
1982: Keke Rosberg (Finnland), Williams-Ford © Getty Images
1983: Nelson Piquet (Brasilien), Brabham-BMW © Getty Images
1984: Niki Lauda (Österreich), McLaren-Porsche Turbo © Getty Images
1985 Alain Prost (Frankreich) McLaren-Porsche Turbo © Getty Images
1986: Alain Prost (Frankreich), McLaren-Porsche © Getty Images
1987: Nelson Piquet (Brasilien), Williams-Honda Turbo © Getty Images
1988: Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda Turbo © Getty Images
1989: Alain Prost (Frankreich), McLaren-Honda © Getty Images
1990 Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda © Getty Images
1991 Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda © Getty Images
1992: Nigel Mansell (England), Williams-Renault © Getty Images
1993: Alain Prost (Frankreich), Williams-Renault © Getty Images
1994: Michael Schumacher (Kerpen), Benetton-Ford © Getty Images
1995: Michael Schumacher (Kerpen, auf dem Foto mit Benetton-Boss Flavio Briatore), Benetton-Renault © Getty Images
1996: Damon Hill (England), Williams-Renault © Getty Images
1997: Jacques Villeneuve (Kanada), Williams-Renault © Getty Images
1998: Mika Häkkinen (Finnland), McLaren-Mercedes © Getty Images
1999: Mika Häkkinen (Finnland), McLaren-Mercedes © Getty Images
2000: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2001: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2002: Michael Schumacher (Kerpen) Ferrari © Getty Images
2003: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2004: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2005: Fernando Alonso (Spanien), Renault © Getty Images
2006 Fernando Alonso (Spanien), Renault © Getty Images
2007: Kimi Räikkönen (Finnland), Ferrari © Getty Images
2008: Lewis Hamilton (Großbritannien), McLaren-Mercedes © Getty Images
2009: Jenson Button (Großbritannien), Brawn GP © Getty Images
2010: Sebastian Vettel (Deutschland), Red Bull © dapd

Ständige Führungswechsel, Überholmanöver en masse und Boxenstopps fast im Minutentakt - das erste von 19 Rennen wurde zum unübersichtlichen Reifenspektakel. Wie erwartet, wie befürchtet. „Das Rennen war Action jede Runde. Ich habe es genossen“, meinte der zweitplatzierte Alonso. Der Kurs, auf dem sonst gewöhnliche Pkw fahren, war übersät mit kleinen Reifenbröckchen. Und dann kam auch noch Regen. Nachdem die Qualifikation am Samstag nach dem ersten Durchgang abgebrochen und auf den Sonntagmorgen verschoben worden war, tröpfelte es allerdings im Rennen nur leicht.

Rosberg war da schon raus. Der Wiesbadener gab mit bitterer Miene bereits die ersten Interviews, als Kollege Hamilton unerwartet doch noch mal zum dritten Reifenwechsel reinkam. An der Spitze leistete sich Räikkönen, der im vergangenen Jahr in Abu Dhabi seinen ersten Sieg seit seiner Rückkehr in die Formel 1 zur Saison 2012 gefeiert hatte, immer wieder Scharmützel mit Sutil. Der Force-India-Fahrer musste allerdings noch einmal an die Box - jeder Fahrer muss auch mit den anfälligen weichen Reifen fahren. Und damit fiel Sutil nach hinten.

Vorne drehte Räikkönen ungestört von seinem Team seine Runden und riss im Ziel die Hände zum Siegerjubel nach oben. Auf Alonso hatte der Finne über zwölf Sekunden Vorsprung, auf Vettel über 20 Sekunden. „Das ist der beste Start in die WM, aber es ist noch ein langer Weg“, meinte Räikkönen neuerdings mit rasantem Kurzhaarschnitt.

Von Christian Hollmann

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