Vettel vor Ungarn: Erst siegen, dann sonnen

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Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel wurde beim jüngsten Rennen auf dem Bürburgring Vierter.

Budapest - Kurz vor dem Sommerurlaub kämpft Formel-1-Weltmeister Vettel mit einer kleinen Formkrise. Die Verfolger wittern ihre Chance im Titelrennen. Doch auf dem Hungaroring will der Champion zurückschlagen.

Sebastian Vettel lässt aus Sorge um die Formel-1-Titelverteidigung sein Red-Bull-Team vor den Sommerferien nachsitzen. “Wir haben Hausaufgaben zu erledigen“, mahnte der WM-Spitzenreiter. Im letzten Rennen vor dem Urlaub will Vettel den Abwärtstrend unbedingt stoppen und mit seinem ersten Sieg in Ungarn die erstarkten Verfolger auf Distanz halten. “Wir werden weiterhin hart arbeiten und darauf achten, uns dort zu verbessern, wo wir noch nicht ganz perfekt waren. Das nächste Rennen am Hungaroring wird bestimmt besser“, versprach der 24-Jährige.

Doch die Rivalen haben Hoffnung geschöpft, spätestens seitdem der Weltmeister bei seinem Heimrennen als Vierter erstmals in diesem Jahr das Podium verpasste. Im ersten Saisondrittel schien Vettel nahezu unschlagbar, inzwischen aber hat die Konkurrenz die Lücke zu Red Bull fast geschlossen. “Wir sind nah dran“, befand Nürburgring-Sieger Lewis Hamilton und beteuerte: “Ich werde meine Ingenieure in alle Richtungen treiben, um noch etwas herauszuholen.“

Die Formel 1 2013: Alle Fahrer und ihre Autos

RED BULL RACING © Mark Thompson/Red Bull Racing
Dreifach-Weltmeister Sebastian Vettel (Heppenheim) fährt 2013 weiter im Red Bull, der Vertrag läuft bis 2014. © dpa
Teamkollege Mark Webber (Australien) hat noch einmal um ein Jahr verlängert. © Getty
MCLAREN © dpa
Für Lewis Hamilton fährt der 22 Jahre alte Mexikaner Sergio Perez. © ap
Routinier und Ex-Weltmeister Jenson Button (England) wird gefragt sein, er ist langfristig bis 2014 an den Rennstall gebunden. © Getty
FERRARI © dpa
Fernando Alonso (Spanien) wird den nächsten Angriff auf Vettel unternehmen. Er hat einen Vertrag bis 2016. © Getty
Felipe Massa (Brasilien) darf 2013 auch noch mal ran. © Getty
MERCEDES © dpa
Lewis Hamilton (England) statt Michael Schumacher. Der Brite ist vorerst drei Jahre an die Silberpfeile gebunden. © Getty
Nico Rosberg (Wiesbaden) bleibt, er hat einen Vertrag bis 2013. © Getty
LOTUS © dpa
Kimi Räikkönen (Finnland) wird als WM-Dritter 2012 noch mehr wollen. © dpa
Romain Grosjean (Frankreich) darf trotz seiner wiederholten Auftritte als Crashpilot wohl bleiben, ist aber noch nicht bestätigt. © dpa
WILLIAMS © Getty
Pastor Maldonado (Venezuela), Sieger in Barcelona, bleibt. Er bringt auch noch Geld aus Venezuela mit. © Getty
Bruno Senna ist raus, Testpilot Valtteri Bottas (Finnland) steigt zum Stammfahrer auf. © getty
FORCE INDIA © Sahara Force India
Paul Di Resta (Großbritannien) bleibt © getty
Adrian Sutil kriegt das zweite Cockpit © dpa
SAUBER © dpa
Die Schweizer treten mit einer neuen Paarung an. Nico Hülkenberg (Emmerich) wechselt von Force India zu Sauber. © dpa
Neben Nico Hülkenberg darf der 21-jährige Deübtant Esteban Gutierrez (Mexiko) ran. © dpa
TORRO ROSSO © dpa
Daniel Ricciardo (Australien) © getty
Jean-Eric Vergne (Frankreich) © getty
MARUSSIA © dpa
Hier ist alles neu! Timo Glock ist weg, für ihn ist Jules Bianchi da © Getty
Sein Kollege: Max Chilton © Getty
CATERHAM © dpa
Charles Pic (Frankreich), bisher Marussia, heuert bei dem anglo-malaysischen Team an. © getty
Giedo van der Garde ist sein Kollege © Getty

Noch allerdings ist Vettels Polster komfortabel. 216 Zähler hat der Hesse vor dem elften von 19 Saisonrennen am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Sky) auf dem Konto, sein Teamkollege Mark Webber liegt 77 Punkte dahinter. Hamilton hat als Dritter 82 Zähler Rückstand, Ferrari-Fahrer Fernando Alonso sogar 86. Doch sicher fühlen mag sich im Red-Bull-Lager niemand. “Wir wissen, dass wir das Auto für die Sonntage verbessern müssen. Das hat sich in den letzten Wochen angedeutet, und das müssen wir schnell anpacken“, warnte Webber.

Der 34-Jährige feierte in Ungarn vor einem Jahr seinen bislang letzten Rennsieg. Dessen ungeachtet und trotz der Querelen nach Webbers Missachtung der Teamorder in Silverstone steht er dicht vor seiner Vertragsverlängerung. “Eigentlich fehlt nur noch die Unterschrift, für mich ist das nur noch eine Formalität“, sagte Teamchef Christian Horner der “Sport Bild“ (Mittwoch).

Nur noch eine Formsache ist der WM-Titel nicht. “Wir sind mitten im Entwicklungswettlauf und haben noch ein paar gute Sachen in der Hinterhand. Aber Ferrari und McLaren sind starke Teams, wir haben also viel zu tun“, erklärte Horner. Zumindest das wärmere Wetter in Budapest dürfte dem Vettel-Rennstall helfen, nachdem sich der Weltmeister in der nasskalten Eifel nie wirklich wohl in seinem RB7 fühlte.

Sebastian Vettel: Der Weltmeister ohne Helm

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“Sie sind ganz klar die Favoriten für Budapest“, urteilte Alonso. Also setzt der Spanier erneut auf ein Zweckbündnis mit den anderen Red-Bull-Gegnern. “Wir brauchen eine gute Leistung unserer Teamkollegen und starke McLaren, um Red Bull Punkte abzunehmen“, meinte der zweimalige Champion. Zumindest die Hackordnung dürfte bei Vettels Verfolgern inzwischen klar sein. Alonsos Adjutant Felipe Massa hat keine Chance mehr im WM-Rennen, auch Jenson Button im zweiten McLaren hat den Titel nach zwei Ausfällen in Serie abgeschrieben.

Für Mercedes geht es auf dem 4,381 Kilometer langen Hungaroring darum, zumindest noch einmal ein Achtungszeichen vor der Sommerpause zu setzen und Platz vier in der Konstrukteurswertung zu verteidigen. “Ich bin zuversichtlich, weil wir zuletzt Fortschritte bei unserem Auto gesehen haben“, sagte Rekordweltmeister Michael Schumacher. Vor allem Nico Rosberg würde nach seinem 100. Formel-1-Rennen nur allzu gern Grund zum Feiern haben. “Ich bin sicher, wir können das schaffen und einen Schritt nach vorn machen“, sagte der Wiesbadener.

Druck hat auch Nick Heidfeld. Der Routinier musste sich zuletzt vermehrt Kritik von Lotus-Renault-Teamchef Eric Boullier gefallen lassen. Er habe sich noch mehr vom Ersatzmann des verletzten Robert Kubica erwartet, ließ der Franzose wissen. Da kommt Heidfeld der Ausflug in die Puszta gerade recht, auch wenn er im ersten Freitagstraining sein Cockpit für Reservist Bruno Senna räumen muss. “Ich war da schon zweimal auf dem Podium, habe also gute Erinnerungen an die Strecke“, sagte der Mönchengladbacher. Eine weitere gute Note wäre auch für Heidfeld wichtig fürs Sommerzeugnis.

dpa

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