Die Formel 1 greift wieder an

Viele Fragezeichen zum Ende der Sommerpause

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Sebastian Vettel will mit seinem Red-Bull den vierten Weltmeistertitel.

Berlin - Es wird wieder ernst für Sebastian Vettel und seine Verfolger. Nach der Zwangspause muss sich die Formel 1 nun wieder auf turbulente Tage und Wochen gefasst machen.

Zwei Europa-Rennen noch, dann geht es auf eine kräftezehrende Überseereise via Singapur, Südkorea, Japan, Indien, Abu Dhabi und Texas bis zum Finale in Brasilien. Doch Titelverteidiger Vettel kann und will schon vorzeitig seine vierte WM-Mission zu Ende bringen. Ein Update vor dem Start in die zweite Saisonhälfte mit dem Großen Preis von Belgien an diesem Wochenende auf dem faszinierenden Kurs in Spa-Francorchamps:

Der Titelverteidiger

Vettel blieb sich auch in dieser Sommerpause treu. Er tauchte ab. So gut wie nichts zu hören, so gut wie nichts zu lesen vom 26 Jahre alten Heppenheimer, dessen neuer Teamkollege beim Großen Preis von Belgien offiziell vorgestellt werden könnte. Für Vettel aber gilt: Business-as-usual: Simulator-Training in Milton Keynes, ehe es gen Ardennen geht.

Die Verfolger

Viele sind nicht mehr übrig. Vettels Vorsprung selbst auf Kumpel Kimi Räikkönen und Erzrivale Fernando Alonso auf den Rängen zwei und drei ist bereits enorm. Der Finne - viermaliger Spa-Gewinner - hat im Lotus 38 Punkte weniger als Vettel (172), der noch nie in Belgien siegreiche Alonso 39 Zähler. 48 trennen Lewis Hamilton nach dessen Premierensieg im Mercedes vor dem Gang in die Sommerpause von Vettel. Und die wirklichen Paradestrecken für den deutschen Dominator in Asien kommen ja erst noch.

Die Formel-1-Weltmeister seit 1969

Niki Lauda (Foto), Ayrton Senna und Michael Schumacher: Diese Motorsport-Legenden dominierten die Formel 1 über Jahre hinweg. Ein Überblick über die Weltmeister der vergangenen 41 Jahre.  © Getty Images
1969: Jackie Stewart (Schottland), Matra-Ford © mm
1970: Jochen Rindt (Österreich), Lotus-Ford © Getty Images
1971: Jackie Stewart (Schottland), Tyrrell-Ford © Getty Images
1972:  Emerson Fittipaldi (rechts, Brasilien), Lotus-Ford © Getty Images
1973 Jackie Stewart (Schottland), Tyrrell-Ford © Getty Images
1974 Emerson Fittipaldi (Brasilien), McLaren-Ford © Getty Images
1975: Niki Lauda (Österreich), Ferrari © Getty Images
1976: James Hunt (England), McLaren-Ford © Getty Images
1977: Niki Lauda (Österreich), Ferrari © Getty Images
1978: Mario Andretti (USA), Lotus-Ford © Getty Images
1979: Jody Scheckter (Südafrika), Ferrari © Getty Images
1980: Alan Jones (Australien), Williams-Ford © Getty Images
1981: Nelson Piquet (Brasilien), Brabham-Ford © Getty Images
1982: Keke Rosberg (Finnland), Williams-Ford © Getty Images
1983: Nelson Piquet (Brasilien), Brabham-BMW © Getty Images
1984: Niki Lauda (Österreich), McLaren-Porsche Turbo © Getty Images
1985 Alain Prost (Frankreich) McLaren-Porsche Turbo © Getty Images
1986: Alain Prost (Frankreich), McLaren-Porsche © Getty Images
1987: Nelson Piquet (Brasilien), Williams-Honda Turbo © Getty Images
1988: Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda Turbo © Getty Images
1989: Alain Prost (Frankreich), McLaren-Honda © Getty Images
1990 Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda © Getty Images
1991 Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda © Getty Images
1992: Nigel Mansell (England), Williams-Renault © Getty Images
1993: Alain Prost (Frankreich), Williams-Renault © Getty Images
1994: Michael Schumacher (Kerpen), Benetton-Ford © Getty Images
1995: Michael Schumacher (Kerpen, auf dem Foto mit Benetton-Boss Flavio Briatore), Benetton-Renault © Getty Images
1996: Damon Hill (England), Williams-Renault © Getty Images
1997: Jacques Villeneuve (Kanada), Williams-Renault © Getty Images
1998: Mika Häkkinen (Finnland), McLaren-Mercedes © Getty Images
1999: Mika Häkkinen (Finnland), McLaren-Mercedes © Getty Images
2000: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2001: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2002: Michael Schumacher (Kerpen) Ferrari © Getty Images
2003: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2004: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2005: Fernando Alonso (Spanien), Renault © Getty Images
2006 Fernando Alonso (Spanien), Renault © Getty Images
2007: Kimi Räikkönen (Finnland), Ferrari © Getty Images
2008: Lewis Hamilton (Großbritannien), McLaren-Mercedes © Getty Images
2009: Jenson Button (Großbritannien), Brawn GP © Getty Images
2010: Sebastian Vettel (Deutschland), Red Bull © dapd

Die Personalfrage

Den wohl begehrtesten Job dürfte Daniel Ricciardo bekommen. Wer? Ein australischer Strahlemann, der im Red-Bull-B-Team Toro Rosso in dieser Saison schon starke Ergebnisse einfuhr. Alles deutet auf seine Beförderung hin, wie sie einst auch Vettel erlebte. Denn Räikkönen wechselt nicht zu Red Bull. Kehrt er nun zu Ferrari zurück und damit dorthin, wo er zwei Jahre nach seinem WM-Triumph vor die Tür gesetzt wurde? Dorthin, wo er Alonso Platz machen musste? Oder bekommt Felipe Massa bei der Scuderia womöglich noch mal eine Frist und der „Iceman“ aus Espoo bleibt dort, wo er wohl am meisten sein kann, wie er ist: Bei Lotus?

Die Sauberfrage

Seit 20 Jahren ist Sauber in der Formel 1. So groß wie in dieser Saison war die Not noch nie. Der Schweizer Rennstall ist finanziell schwer angeschlagen. Eine Zusammenarbeit mit russischen Unternehmen, die wiederum vor allem die Russland-Premiere der Königsklasse im kommenden Jahr im Auge haben, soll das Überleben gewährleisten. Wann was wirklich unterschrieben wurde, beschäftigt seit Wochen die Medien. Wie es mit dem Team weitergeht und wie sich ein Teenager namens Sergej Sirotkin auf seine Formel-1-Premiere als jüngster Pilot im kommenden Jahr mit gerade mal 18 Jahren vorbereitet, werden die nächsten Tage und Wochen zeigen. Auch, wie es mit dem deutschen Sauber-Piloten Nico Hülkenberg weitergeht.

dpa

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