Kopfarbeit: Vettels Helm kommt aus Salzgitter

+
Jens Munser feilt am neuen Helm von Sebastian Vettel.

Salzgitter - Am Nürburgring präsentiert Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel seinen Helm im neuen Look. Das Design und die Lackierung kommen von einer kleiner Firma aus Salzgitter.

Konzentriert verbessert Jens Munser mit dem Skalpell kleine Details auf dem glänzenden Helm. Die Zeit drängt, denn am Donnerstag muss das neue Stück für den Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel fertig sein. Vettel habe sich passend zum Großen Preis von Deutschland schwarz-rot-goldene Fahnen als Motiv gewünscht, berichtet Munser. Seit Jahren gestaltet der Designer aus Salzgitter die Helme von Spitzen-Rennfahrern.

Das Aussehen der Helme sei den Rennfahrern wichtig, weil der Helm praktisch ihre einzige individuelle Ausdrucksmöglichkeit sei, sagt Munser. Kleidung, Schuhe und Rennwagen seien streng nach den Vorgaben der Sponsoren gestaltet.

Zwar seien auch die Logos des Rennstalls auf dem Helm Pflicht, aber zu 90 Prozent gebe es “Freiheit“ auf dem Helm, sagt der 41-Jährige. “Die Fahrer genießen diese letzte Freiheit“, weiß er aus Erfahrung.

Helmdesign für Vettel & Co. kommt aus Salzgitter

Der neue Helm von Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel wird von Jens Munsers irma JMD Design in Salzgitter designt. © ap
Der neue Helm von Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel wird von Jens Munsers irma JMD Design in Salzgitter designt. © ap
Der neue Helm von Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel wird von Jens Munsers irma JMD Design in Salzgitter designt. © ap
Der neue Helm von Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel wird von Jens Munsers Firma JMD Design in Salzgitter designt. © ap
Der neue Helm von Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel wird von Jens Munsers Firma JMD Design in Salzgitter designt. © ap
Der neue Helm von Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel wird von Jens Munsers Firma JMD Design in Salzgitter designt. © ap

Zu seinen Kunden gehören neben Vettel auch Michael Schumacher, Rubens Barrichello, Felipe Massa, Nico Rosberg, Nick Heidfeld, Adrian Sutil, Mark Webber und Daniel Ricciardo. Die Ansammlung der prominenten Kunden “hat sich so ergeben“, sagt Munser unaufgeregt.

1989 begann der gelernte Elektriker im Keller seiner Eltern Helme zu lackieren. Über den Motocross kam er zum Kartsport, wo viele Formel-1-Rennfahrer ihre Laufbahn begannen. Den ersten Helm für Sebastian Vettel lackierte Munser, als der heutige Weltmeister acht Jahre alt war. “Viele Geschäftsbeziehungen sind gewachsen“, sagt er.

Die Kunden melden ihre Wünsche über Telefon oder E-Mail an. Einige hätten Mitarbeiter dafür, andere wie Sebastian Vettel wollten persönlich mit ihm sprechen, sagt Munser. Vettel sei im Gespräch “so wie im Fernsehen, ganz locker“.

Gewünscht werden meist dynamische Linien, als Farbe ist weiß beliebt. Oft schlägt der Designer Motive vor, denn “man kann jede Idee auf einen Helm projizieren“, sagt Munser. Für das jüngste Rennen in Silverstone lackierte er auf Vettels Helm die Bilder der Mitarbeiter im Rennstall - als Dankesbotschaft.

Die Formel 1 2013: Alle Fahrer und ihre Autos

RED BULL RACING © Mark Thompson/Red Bull Racing
Dreifach-Weltmeister Sebastian Vettel (Heppenheim) fährt 2013 weiter im Red Bull, der Vertrag läuft bis 2014. © dpa
Teamkollege Mark Webber (Australien) hat noch einmal um ein Jahr verlängert. © Getty
MCLAREN © dpa
Für Lewis Hamilton fährt der 22 Jahre alte Mexikaner Sergio Perez. © ap
Routinier und Ex-Weltmeister Jenson Button (England) wird gefragt sein, er ist langfristig bis 2014 an den Rennstall gebunden. © Getty
FERRARI © dpa
Fernando Alonso (Spanien) wird den nächsten Angriff auf Vettel unternehmen. Er hat einen Vertrag bis 2016. © Getty
Felipe Massa (Brasilien) darf 2013 auch noch mal ran. © Getty
MERCEDES © dpa
Lewis Hamilton (England) statt Michael Schumacher. Der Brite ist vorerst drei Jahre an die Silberpfeile gebunden. © Getty
Nico Rosberg (Wiesbaden) bleibt, er hat einen Vertrag bis 2013. © Getty
LOTUS © dpa
Kimi Räikkönen (Finnland) wird als WM-Dritter 2012 noch mehr wollen. © dpa
Romain Grosjean (Frankreich) darf trotz seiner wiederholten Auftritte als Crashpilot wohl bleiben, ist aber noch nicht bestätigt. © dpa
WILLIAMS © Getty
Pastor Maldonado (Venezuela), Sieger in Barcelona, bleibt. Er bringt auch noch Geld aus Venezuela mit. © Getty
Bruno Senna ist raus, Testpilot Valtteri Bottas (Finnland) steigt zum Stammfahrer auf. © getty
FORCE INDIA © Sahara Force India
Paul Di Resta (Großbritannien) bleibt © getty
Adrian Sutil kriegt das zweite Cockpit © dpa
SAUBER © dpa
Die Schweizer treten mit einer neuen Paarung an. Nico Hülkenberg (Emmerich) wechselt von Force India zu Sauber. © dpa
Neben Nico Hülkenberg darf der 21-jährige Deübtant Esteban Gutierrez (Mexiko) ran. © dpa
TORRO ROSSO © dpa
Daniel Ricciardo (Australien) © getty
Jean-Eric Vergne (Frankreich) © getty
MARUSSIA © dpa
Hier ist alles neu! Timo Glock ist weg, für ihn ist Jules Bianchi da © Getty
Sein Kollege: Max Chilton © Getty
CATERHAM © dpa
Charles Pic (Frankreich), bisher Marussia, heuert bei dem anglo-malaysischen Team an. © getty
Giedo van der Garde ist sein Kollege © Getty

Die Ideen werden am Computer grafisch verarbeitet. Steht das Konzept, wird der Helm abgeklebt und lackiert. Die für jeden Fahrer individuell angefertigten Rohlinge bezieht Munser von einem Hersteller, der im selben Gebäude sitzt. Allein Munsers Lackierung kostet je nach Aufwand 500 bis 1.500 Euro.

Zwei Tage dauert es, bis ein Helm fertig ist. Mit seinen sieben Mitarbeitern fertigt Munser 500 Helme pro Jahr. Den neuen Vettel-Helm will er am Donnerstag persönlich zum Nürburgring bringen.

Dass Stars des Rennsports von einer kleinen Firma in Salzgitter beliefert werden, ist für Munser und seine langjährigen Mitarbeiter längst keine Sensation mehr. Der 22-jährige Paul Seliger dagegen kann mit seinem Job in Munsers Firma viele Freunde beeindrucken. “Die meisten wissen gar nicht, wen wir alles beliefern“, sagt er.

Bei der Übertragung der Formel-1-Rennen im Fernsehen erkennen die Mitarbeiter ihre Designs wieder. Eine besondere Idee habe er vor fünf Jahren für Michael Schumacher gehabt, erzählt Munser. “Wir haben die Namen seiner Familienmitglieder als chinesische Schriftzeichen lackiert.“ Seitdem bestehe Schumacher bei jedem neuen Helm darauf.

Sebastian Vettel sammelt jeden Helm, mit dem er ein Rennen gewonnen hat, in einer Vitrine. Das bedeutet Arbeit für Munsers Team. “Wir müssen uns immer wieder etwas Neues überlegen“, sagt er.

dapd

Auch interessant

Meistgelesen

Formel 1 live: Großer Preis der Vereinigten Arabischen Emirate live im Free-TV und im Live-Stream
Formel 1 live: Großer Preis der Vereinigten Arabischen Emirate live im Free-TV und im Live-Stream
Chaotische Szenen in der Formel 1 - Vettel nach Crash frustriert: „So ein Bockmist“
Chaotische Szenen in der Formel 1 - Vettel nach Crash frustriert: „So ein Bockmist“
Michael Schumacher: Sohn erklärt, warum ihr Privatleben unter Verschluss bleibt
Michael Schumacher: Sohn erklärt, warum ihr Privatleben unter Verschluss bleibt
Vertrauter von Michael Schumacher spricht über dessen Zustand - „Schaue Grands Prix mit ihm an“
Vertrauter von Michael Schumacher spricht über dessen Zustand - „Schaue Grands Prix mit ihm an“

Kommentare